Den ersten Defibrillator hatte die Gemeinde vor Jahren angeschafft und an der Außenwand der neuen Gymnastikhalle angebracht. In den vergangenen Monaten wurden im Rahmen der Kooperation des Bodenseekreises mit der Björn-Steiger-Stiftung vier weitere Defibrillatoren installiert. Die Stiftung hatte sich mit der Gemeinde in Verbindung gesetzt. „Wir konnten uns das gut vorstellen“, erzählt Hauptamtsleiterin Maria Wagner. So sei in enger Zusammenarbeit mit dem Kreis die Suche nach Sponsoren und Standorten erfolgt.

Initiative und Geräte

Im Oktober wurden zwei neue Geräte der Öffentlichkeit vorgestellt: Eines ist mitten im Ort, im Selbstbedienungsterminal der Sparkasse Bermatingen. Diesen Platz hat das Geldinstitut zur Verfügung gestellt. Finanziert wurde es von der benachbarten Apotheke im Rosenhof, Angelika Mader und der Björn-Steiger-Stiftung. Ein weiterer Defibrillator hängt an der der Terrasse zugewandten Hausseite des Landgasthauses Zollerstuben in der „Siedlung“ und wurde von Familie Kraus-Litzki finanziert. Die Familie Sulger hat alle ihre Märkte mit Außen-Defibrillatoren ausgestattet; einer ist auch beim „Nah und Gut“ in Bermatingen angebracht.

Der neue Laiendefibrillator vor dem Eingang der Firma Logotec.
Der neue Laiendefibrillator vor dem Eingang der Firma Logotec. | Bild: Christiane Keutner

Nicht schwer fiel aktuell der Firma Logotec die Entscheidung, einen Defibrillator anzuschaffen. Der Sicherheitsbeauftragte im Betriebsrat hatte bereits die Diskussion angestoßen, ob es nicht sinnvoll wäre, ein solches Gerät zu erwerben, teilt Geschäftsführer Bernhard Oberdorfer mit. Vergangenes Jahr habe dann die Stiftung das Projekt vorgestellt: „Das habe ich dann verknüpft.“ Er wolle damit nicht nur seinen Mitarbeitern, sondern auch der Öffentlichkeit mehr Sicherheit bieten, sagt Oberdorfer: „Ich fand die Idee ganz charmant und wir befinden uns hier ja auch im Gewerbegebiet, das gut frequentiert wird. So haben viele mehr einen Nutzen, das fand ich sinnvoller.“ Das Gerät, das am Eingang der Firma zu finden ist, sei mit 3000 Euro zwar doppelt so teuer wie ein internes gewesen, aber das sei es ihm wert.

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Auch ein sechster Lebensretter soll installiert werden, der zweite in Ahausen: Die Gemeinde will einen Defibrillator zentral in der Ortsmitte anbringen. Gemeinsam mit Ortsvorsteher Jakob Krimmel hat man schon nach einem geeigneten Standort Ausschau gehalten, informiert die Verwaltung. Überdies sei man noch auf der Suche nach Sponsoren.

Auch Sandro Botta hält die Installation eines Defibrillators, wie hier im Selbstbedienungstermnial der Sparkasse, für gut und wichtig.
Auch Sandro Botta hält die Installation eines Defibrillators, wie hier im Selbstbedienungstermnial der Sparkasse, für gut und wichtig. | Bild: Christiane Keutner

Wie kommen die Kosten von 3000 Euro zustande? Johanna Ziegler, Sprecherin der Björn-Steiger-Stiftung, informiert: „Damit wird das ganze Projekt finanziert.“ Es schließe Schulungen zur Reanimation ein, die in Zusammenarbeit mit den Johannitern und dem Roten Kreuz erfolgen. Zum Projekt zählt auch die Aktion „Retten macht Schule“: „Wir lehren Lehrer in Sachen Wiederbelebung, die das an Schüler ab der siebten Klasse weitergeben.“ Dem Markdorfer Bildungszentrum werde dies neu angeboten; coronabedingt musste das Vorhaben jedoch zunächst verschoben werden.

Pro 1500 Einwohner sei ein Defibrillator vorgesehen, erklärt Johanna Ziegler weiter. Mit sechs Geräten sei die Gemeinde gut aufgestellt.