Wer ist Tristan Stöcklin und was hat ihn dazu bewogen, sich für die Stelle zu bewerben? Zum einen der Spaß an der Sache, zum anderen bringe ihm die Tätigkeit etwas für sein Studium, beziehungsweise seinen Beruf: „Das ist genau die Altersgruppe, mit der ich später zu tun haben werde. Im Jugendtreff kann ich Erfahrungen sammeln, um dann später näher an den Jugendlichen zu sein“, sagt der 24-Jährige, der in Weingarten auf Lehramt studiert.

Tristan Stöcklin freut sich schon auf ein reales (Wieder)sehen mit den Kindern und Jugendlichen im Jugendtreff.
Tristan Stöcklin freut sich schon auf ein reales (Wieder)sehen mit den Kindern und Jugendlichen im Jugendtreff. | Bild: Christiane Keutner

Er ist bereits im positiven Sinne vorbelastet: In der Gemeinde hatte er sich schon in der Ferienbetreuung engagiert, im Herbst Kernzeitvertretung übernommen. Gefreut hat er sich über die Entscheidung, ihn aus einer Reihe von Mitbewerbern auszuwählen. Sicher habe es eine Rolle gespielt, dass er aus Bermatingen komme, „dass jemand nah dran ist“. Ein Vorteil ist, dass er viele Jugendliche kennt, darunter Freunde von Geschwistern und Kinder aus der Ferienbetreuung.

Ob Angebote annehmen, spielen oder chillen – auch unter der neuen Leitung von Tristan Stöcklin sollen sich die jungen Besucher wohlfühlen und das machen, worauf sie Lust haben.
Ob Angebote annehmen, spielen oder chillen – auch unter der neuen Leitung von Tristan Stöcklin sollen sich die jungen Besucher wohlfühlen und das machen, worauf sie Lust haben. | Bild: Christiane Keutner

Katja Dannecker ist weiterhin Ansprechpartnerin für ihn. Gewisse Strukturen wolle er beibehalten, aber auch versuchen, eigene Ideen einzubringen. „Für jeden soll was dabei sein, ich möchte ein abwechslungsreiches Angebot.“ Ein Schwerpunkt soll gesundes Leben und Bewegung sein. Die Kochangebote von Katja Dannecker will er beibehalten, jedoch mit Schwerpunkt gesund. „Man muss Alternativen versuchen und zeigen, dass, was gesund ist, auch gut schmecken kann.“

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Erste Angebote sind online

Online hat er bereits ein Sportangebot fürs Heimworkout eingestellt. „Wir treffen uns per Video am Laptop oder am Handy mit Sportmatte und ich zeige ein paar Übungen zur Stärkung der Muskulatur und des Herz-Kreislauf-Systems.“ Zwischen sieben und zehn Jugendliche nehmen das Angebot wahr. Dass er in der Realschule AGs im Sportbereich geleitet und eine Ausbildung zum Sportmentor gemacht hat, kommt ihm zugute.

Dort hatte er im Übrigen festgestellt, dass es ihm Spaß macht, mit Kindern zu arbeiten. Ziemlich bald habe sich dann herausgestellt, dass er Lehrer werden wolle, worin ihn zwei Lehrer auch bestätigt hatten. Bei allem Programm, bei dem er im Jugendtreff etwas vermitteln wolle, stehe aber der Spaß im Vordergrund; es müsse sich herauskristallisieren, wer sich für was interessiere, oder ob man einfach nur mal abhängen will.

Er hat die von Katja Dannecker initiierte Whatsapp-Gruppe übernommen und die Ankündigungen werden auf der Instagram-Seite veröffentlicht. „Instagram ist in der Altersgruppe am meisten verbreitet“, weiß er. „Sobald wir etwas posten, sehen sie die Termine und Infos“, empfiehlt der neue Jugendbeauftragte, die Alternative bis zur Öffnung zu nutzen, um Abwechslung in den Alltag zu bringen und sich nicht aus den Augen zu verlieren. Im Gemeindeblatt werde ebenfalls auf die Termine hingewiesen, sodass man auch die neu Hinzugezogenen erreiche. Ansonsten werden Zoom-Meetings und dergleichen genutzt, um in Kontakt zu treten und zu bleiben.

Gemeinschaft steht im Vordergrund

Ideen hat Tristan Stöcklin genug. Er tauscht sich mit Leuten aus, die Ähnliches machen, mit seinen Studienkollegen, weiß aber auch aus eigener Erfahrung, was angesagt ist, und ist selbst kreativ. Wichtig ist ihm das Soziale, die Gemeinschaft, das, was momentan zu kurz kommt; es soll im Vordergrund stehen. „Wir haben einen Feuerkorb, können uns davor setzen und einfach nur quatschen.“

Beim Freitag als Jugendtreff-Tag mit den Öffnungszeiten von 16 bis 21 Uhr soll es bleiben. Es hat sich eingespielt, dass anfangs die Jüngeren, später die Älteren kommen. Die meisten der rund 20 Kinder und Jugendlichen sind zwischen elf und 15 Jahre alt.

Einfach vorbeikommen, wenn es wieder erlaubt ist oder sich online verbinden, empfiehlt der neue Jugendbeauftragte Tristan Stöcklin.
Einfach vorbeikommen, wenn es wieder erlaubt ist oder sich online verbinden, empfiehlt der neue Jugendbeauftragte Tristan Stöcklin. | Bild: Christiane Keutner

Dass er gut ankommen wird, beruht sicher auf seiner Mischung: Ausreichend autoritär, dass er sich nicht auf der Nase tanzen lassen wird, aber so vertrauenserweckend und verschwiegen, dass man zu ihm kommen kann, um sein Herz ausschütten oder sich einen Rat zu holen. „Wir wollen Zehn- bis 16-Jährige erreichen. Jeder ist im Jugendtreff willkommen, man kann ohne Anmeldung dazustoßen – online oder später wieder vor Ort“, sagt er – und freut sich schon auf die realen Treffen.

In zwei Jahren wird er ins Referendariat gehen. Bis dahin wolle er auf jeden Fall den Jugendtreff leiten – „das heißt aber nicht, dass ich dann aufhöre.“