Ortsvorsteher Jakob Krimmel ging auf die relevanten möglichen Festsetzungen ein. Im Süden von Ahausen wäre theoretisch eine Siedlungsentwicklung möglich. Auf der anderen Seite reiche der regionale Grünzug bis an die Siedlungsgrenze, ohne mögliche Erweiterungsfläche. Ähnlich in Bermatingen mit fehlender Entwicklungsmöglichkeit für Firmen. Das erklärte Ziel des Regionalplans, eine Landesentwicklungs-Achse von Ost nach West, von Stockach nach Überlingen/Friedrichshafen/Lindau einzurichten, die in zweiter Reihe durch Salem, Bermatingen und Markdorf verläuft, würde mehr Verkehr nach sich ziehen. „Unsere Straßen sind schon am Rande der Belastung, dennoch wird an der Entwicklung weg vom See festgehalten“, so Krimmel.

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Relativ stark betroffen sei die Ortschaft von den geplanten Gewerbe-Erweiterungen im Raum Salem. Von den im Bodenseekreis angedachten 90 oder 120 Hektar großen Erweiterungsflächen würden 30 Prozent in Salem zugewiesen mit seinem neuen Schwerpunkt Industrie und Gewerbe. Der Gemeinderat hatte eine mit den Fraktionen abgestimmte Stellungnahme vorbereitet. Würde er sie alleine formulieren, sähe sie in Teilen anders aus, so Jakob Krimmel. Aber er sei dafür, dass man dem Regionalverband gegenüber mit einer Stimme spreche.

Hoher Schwund von Insekten

„Ich finde die Stellungnahme wesentlich zu sanft formuliert. Andere Kommunen geben sich nachhaltig und in Salem wird im Eiltempo eine Entwicklung zum Mittelzentrum vorangetrieben. Mit einem Federstrich werden regionale Grünzüge dem Kommerz geopfert“, verwies Ortschaftsrat Karsten Küpfer (LBU) auf die Folgen wie hohen Schwund von Insekten, Vögeln und Regenwasserregenerierung im Biotopverbund. Durch die massive und schnelle Erweiterung werde vielen Gemeinden die Möglichkeit einer sanften Entwicklung für die nächsten 15 Jahre genommen. Er kritisierte Projekte wie den Garagenpark Salem mit seiner riesigen zubetonierten Fläche, der keine Arbeitskräfte regeneriere, ganz abgesehen vom zusätzlichen Verkehr über Bermatinger Gemeinde-, durch Wasserschutz- und Naherholungsgebiet. „Wir sollten hier nicht mit Wattebällchen werfen, sondern weniger diplomatisch formulieren“, so Küpfer.

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Jakob Krimmel verwies auf den Konsensvorschlag, aber es stehe jedem offen, eine persönliche Stellungnahme zu schreiben. Mit einer Gegenstimme von Karsten Küpfer stimmte der Ortschaftsrat der Stellungnahme zu. Das Thema wurde am gestrigen Abend auch im Gemeinderat behandelt.