August Gustke, Geschäftsführer der Stadt Land Plan GmbH und Architekt Fritz Hack stellten dem Gemeinderat die Konzepte der drei Unternehmen vor, die ihr Angebot abgegeben und nach den Vorgaben der Gemeinde überarbeitet und weiterentwickelt hatten. Das Beurteilungsgremium empfahl zwei Konzepte. Sie sehen zwischen 35 und 50 Wohnungen vor sowie drei und vier nutzbare Flächen für Arztpraxen sowie Flächen für ein mögliches Tagescafé oder Begegnungsstätte oder eine Dependance der Sozialstation. Bei den ersten Angeboten mangelte es noch an Stellplätzen.

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„Es geht nicht um die Grundstücksvergabe, sondern um das Vergabeverfahren an einen Investor“, stellte Bürgermeister Martin Rupp klar; etliche Interessierte waren zur Sitzung gekommen. Von den 28 angeschriebenen potentiellen Investoren-Interessenten wurden sieben Unternehmen zur zweiten Phase, sprich der Erarbeitung eines konkreten Angebots mit Planung, zugelassen. Letztlich haben drei Unternehmen ein Angebot abgegeben. „Aber“, so Gustke, „darunter zwei richtig gute“.

„Das Verfahren war anonym; wir wussten nicht, wer hinter den Nummern steckt“, so Architekt Fritz Hack, der die Planungen vorstellte. Sie waren mit der Abgabe eines Modells verbunden, ein für die Beurteilung wichtiger Bestandteil. Sehr wichtig war dem Beurteilungsgremium bei den Entwürfen auch die städtebauliche und architektonische Qualität der Bebauung zu beurteilen.

Zwei Angebote sollen für endgültige Entscheidung weiter verfolgt werden

Unter anderem wegen unterschiedlicher Dachformen, fehlenden Aufzügen, zu engen Abständen und einander zugewiesenen Wohnseiten mit den Balkonen, was die Wohnqualität beeinträchtige, sowie „vorgetäuscht dargestellter, nicht nachvollziehbarer Idylle“ schied Konzept 1 aus. Das zweite bestach beispielsweise durch eine am Bestand orientierte Gruppierung mit kleinem Innenhof und Tiefgararage mit begrüntem Dach, Gebäuden, die aus dem Hof erschlossen werden können, mit einer nachhaltigen Holz- und Hybridbauweise mit entsprechender Heiztechnik.

Die dritte Planung beeindruckte mit klaren Baukörpern, klaren, klassischen und konstruktiven Grundrissen mit Innenhof, der die umliegenden Gebäude mit einbezieht. Gepunktet wurde auch mit sauber erschlossenen Häusern, Barrierefreiheit, Aufzug in jedem Haus und Tiefgarage – letztere sei wegen des Grundwassers unbedenklich. Bei den „etwas zu städtischen Fassaden“ wurde nachgebessert. „Das ist die erste Ortsansicht von Ahausen, das war ein ganz wichtiger Punkt“, so Fritz Hack.

Kostenfaktor für das Grundstück: 300 Euro/Quadratmeter

Die wirtschaftlichen Ziele seien erreicht, so Gustke, man sei auch mit dem ausgeschriebenem, relativ moderaten Preis von 300 Euro pro Quadratmeter angetreten. Unter den Anbietern sei ein typischer Bauträger, der das Grundstück kauft, bebaut und weiterverkauft, die anderen beiden sind Investoren; sie böten auch Mietwohnungen an, alle drei auch einen Anteil preisgünstiger Mietwohnungen. Ein Entwurf sah die Planung eines expliziten sozialen Zentrums vor, allerdings ohne belastbare Aussagen zur Betriebsträgerschaft. Das sei eine gute Idee, aber an dem Platz nicht richtig. „Insgesamt kann man sagen, das Ziel ist erreicht, wir haben gute Angebote und Sie haben sogar die Wahl unter zwei guten Angeboten. Jetzt müssen Sie schauen, welches Sie bevorzugen, welches Ihren Vorstellungen am besten entspricht“, so Gustke.

Bürgermeister Martin Rupp fasste zusammen: Zwei Entwürfe sehe man als gleichrangig und weiter verfolgbar an. Sein Vorschlag wäre, mit diesen beiden Anbietern weiterführende Gespräche zu führen und letztendlich zu einer Entscheidung zu kommen.

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Grundrisse und Gebäudestrukturen sind flexibel umsetzbar

Gemeinderat Karl Homburger (CDU) bezog sich auf viele kleine Wohnungen in einem Konzept und erkundigte sich nach der Nachfrage. Rupp verwies auf einen Mix bei beiden in Frage kommenden Konzepten; Größe und Mix seien nicht in Stein gemeißelt, die Zahl der Wohneinheiten könnte beispielsweise reduziert werden. Grundrisse und Gebäudestrukturen seien flexibel, bestätigte Gustke. Alle drei Anbieter seien Profis und wüssten, was gefragt sei.

Carola Uhl (CDU) erkannte in einem Entwurf maximale Dienstleistung, im anderen sei der städtebauliche Aspekt topp. Für die nächste Diskussionsrunde wünscht sie sich auch die Berücksichtigung von Infrastruktur, was getan werden könne, um Arztpraxen zu halten und Familien zu unterstützen. „Da hätte ich gern belastbare Aussagen, Verlässlichkeit und Sicherheit, Wohnraum und Dienstleistung.“