Das Familienunternehmen Wegis aus Bermatingen-Ahausen ist mit seinen Bussen im gesamten Bodenseekreis bekannt und unterwegs. Jeden Tag befördert es tausende Schüler und Berufstätige von ihren Heimartorten zu ihren Schul- und Arbeitsstätten. Um sich für die Zukunft zu wappnen, plant das Unternehmen, seine Firmenstruktur neu aufzustellen. Doch erst einmal wurden diese Pläne vom Salemer Gemeinderat abgewiesen.

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Enttäuschung über Ablehnung

Geschäftsführer Christian Wegis zeigte sich sichtlich enttäuscht darüber, dass die Ausbaupläne eines langjährigen Familienunternehmens aus der direkten Nachbarschaft durch den Salemer Gemeinderat abgewiesen wurden. Dabei hatte man geplant, den gesamten Linienverkehr in eine eigene Tochtergesellschaft mit bis zu 50 Arbeitsplätzen zu überführen, um künftig ökologischer und wirtschaftlicher die Strecken im Bodenseekreis bedienen zu können.

Die Brüder Matthias (am Steuer sitzend) und Christian Wegis.
Die Brüder Matthias (am Steuer sitzend) und Christian Wegis. | Bild: Jan Manuel Heß

Leerfahrten sollen vermieden werden

Denn Wegis geht es unter anderem um das Vermeiden von unnötigen Leerfahrten, die täglich dutzendfach immer dann anfallen, wenn Busse etwa von Frickingen und Überlingen zurück in das Depot nach Ahausen fahren müssen, wie Christian Wegis erklärt. „Das Gewerbegebiet in Salem-Neufrach liegt zwar nicht sehr weit weg von unserem Firmenstandort in Ahausen entfernt, doch macht das in Summe schon einiges aus, ökologisch wie wirtschaftlich.“

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Bis zu 50 Arbeitsplätze für Salem

Beworben hatte Wegis sich um ein rund 6000 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem ein Busdepot mit einer großen Betriebshalle errichtet werden sollte. „Wir haben in unserem Fuhrpark derzeit 30 Busse für den Linienverkehr, die allesamt, Sommer wie Winters, bei uns in Ahausen im Freien stehen. Gerne hätten wir auf dem Grundstück in Salem eine angemessene Halle errichtet, in der wir unsere Busse unterstellen und warten könnten“, sagt Christian Wegis.

30 Linienbusse stehen auf dem Betriebsgelände in Ahausen.
30 Linienbusse stehen auf dem Betriebsgelände in Ahausen. | Bild: Jan Manuel Heß

Christian Wegis hat noch Hoffnung

Doch ganz aufgeben möchte Wegis das Vorhaben noch nicht. „Ich hoffe auf weitere Gespräche, in denen ich die Salemer Gemeindeverwaltung und Gemeinderäte davon überzeugen kann, nicht nur einen Busparkplatz errichten zu wollen, sondern ein ordentliches Tochterunternehmen, dass nicht nur viele Arbeitsplätze schafft, sondern auch seine Gewerbesteuer an die Gemeinde Salem entrichtet.“

Hauptsitz bleibt in Ahausen

Und was bedeutet das alles für den Standort Ahausen? Der Hauptsitz des Familienunternehmens soll weiterhin in Ahausen bleiben, versichert Christian Wegis: „Für die Verwaltung, die Reisebusse und das Reisebüro wird alles beim Alten bleiben.“ Es gehe dem Unternehmen darum, den Linienverkehr zu stärken, stelle dieser doch ein wichtiges Standbein dar, das habe sich besonders in diesem Krisenjahr gezeigt. „Ohne den Linienbetrieb wären unsere Umsätze gen null gesunken, da mit den Reisebussen derzeit nichts zu verdienen ist und diese daher, um Kosten zu sparen, im Depot stehen.“

Ein moderner Hybridbus steht für seine nächste Fahrt auf dem Betriebsgelände bereit.
Ein moderner Hybridbus steht für seine nächste Fahrt auf dem Betriebsgelände bereit. | Bild: Jan Manuel Heß

Alle Hoffnung auf zweite Jahreshälfte 2021

Zwar durften seit Juni Reisebusse zu touristischen Zwecken wieder fahren, doch machten die Hygiene- und Abstandsauflagen eine wirklich wirtschaftliche Nutzung der Busse unmöglich. Auch war die Nachfrage deutlich gesunken, sodass die anfallenden Betriebskosten für einen Reisebus nicht durch die Einnahmen gedeckt wurden.

Eine Normalisierung für die Touristikbranche sieht Christian Wegis erst frühestens für die kommende zweite Jahreshälfte und die kann er kaum abwarten. „Unser ganzes Team, ob Fahrer oder im Reisebüro, steht schon in den Startlöchern bereit. Wir haben bereits viele Anfragen, die uns Mut machen und Zuversicht geben.“

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Die Flotte von Wegis-Reisen besteht aus Fernbussen, die normalerweise Ziele in ganz Europa ansteuern. Doch jetzt stehen sie auf dem Parkplatz. | Bild: Jan Manuel Heß