„Es gibt Weine, die mit den Jahren besser werden, aber es gibt auch Jahre, die mit Wein nur besser werden“: Mit dieser Weisheit, mit der Anna Reisch auf die Corona-Jahre abzielte, eröffnete die Vorsitzende des Musikvereins nach zweijähriger Pandemie-Zwangspause das Torkelfest auf dem Weingut Dilger. Mit ihrer Vermutung lag sie richtig: Die Besucher schätzen das traditionsreiche Fest umso mehr, wenngleich der Andrang anfangs wegen des ausnahmsweise kühlen Wetters zunächst verhalten war.

Nach verhaltenem Auftakt füllten sich die Tische schnell und die Besucher, Einheimische wie Gäste, genossen Musik, Wein und gute Gespräche.
Nach verhaltenem Auftakt füllten sich die Tische schnell und die Besucher, Einheimische wie Gäste, genossen Musik, Wein und gute Gespräche. | Bild: Christiane Keutner

Doch das änderte sich bald und mit kleinen inhaltlichen Abstrichen verlief das diesmal nur zweitägige Fest, ausgerichtet vom Musik- und Musikförderverein, in gewohnter und geliebter Manier: Mit viel guter Musik, Leckereien wie Dinnele und Grillspezialitäten, und Tropfen, die das Weingut Dilger hervorgebracht hat, dem Anna Reisch auch für die Hilfe beim Auf- und Abbau mit Blumen und Gutscheinen dankte.

Anna Reisch bedankte sich bei Benjamin (links) und Mathias Dilger, die beim Auf- und Abbau helfen, und überreichte Blumen für Silvia Dilger.
Anna Reisch bedankte sich bei Benjamin (links) und Mathias Dilger, die beim Auf- und Abbau helfen, und überreichte Blumen für Silvia Dilger. | Bild: Christiane Keutner

Seine während der Pandemie entstandenen neuesten Kreationen erläuterte Winzermeister Mathias Dilger auf humorvolle Weise. Hinter dem „Grauer Star“ verbirgt sich beispielsweise ein reinrassiger Grauburgunder, den er jedoch nicht so nennen darf. In Anspielung an den Namen empfahl er eine Blindverkostung, um mit allen anderen Sinnen den Wein zu erkunden, auf dessen Trauben auch die Stare erpicht sind, bevor sie in der Flasche landen.

Sie genossen das Torkelfest im idyllischen, blumendekorierten Hof, von links: Selina Grupp, Jasmin Homburger, Eva Hilpert und Lisa Riegger.
Sie genossen das Torkelfest im idyllischen, blumendekorierten Hof, von links: Selina Grupp, Jasmin Homburger, Eva Hilpert und Lisa Riegger. | Bild: Christiane Keutner

Mit blindem Vertrauen hatten Anna Reisch und Co. auch die Kapellen engagiert – und wurden nicht enttäuscht. Im Gegenteil: Die Schwäbischen 7 begeisterten mit zünftiger Blasmusik. Und dann! Dorfkind, eine Gruppe aus dem Umkreis von Meckenbeuren mit 17- bis 28-jährigen Musikern und Sängerin Fabi, die mit ihrer Stimme und dem gute Laune versprühenden Auftritt verblüffte, war ein echter Höhepunkt und eine ganz andere Richtung von Blasmusik, die selbst ältere Besucher von den Bänken und auf die Tanzfläche riss!

Das könnte Sie auch interessieren

Traditionell, aber vielfältig sorgten der Musikverein Ittendorf, der Musikverein Zogenweiler und die Bermatinger am Sonntag für zünftige Unterhaltung, spätabends das temperamentvolle S‘Brassiert, eine Formation von Dirigent Lukas Landolt.

„Viel Liebe“ und geröstete Zwiebeln waren der Garant für die leckeren Kässpätzle, die hier Marco Harder (links) und Markus ...
„Viel Liebe“ und geröstete Zwiebeln waren der Garant für die leckeren Kässpätzle, die hier Marco Harder (links) und Markus Meschenmoser brutzelten. | Bild: Christiane Keutner

Unter den Gästen waren auch Auswärtige: Edith und Klaus Oeder machen in Meersburg Ferien. Seit sie hörten, dass das Torkelfest das schönste Weinfest in der Region sei, sind sie jetzt schon das dritte Mal dabei. Neben dem Wein und der chilligen Atmosphäre genießen sie die Musik: „Das haben wir im Norden weniger“, sagen die Urlauber aus Braunschweig.

Das könnte Sie auch interessieren

Sie nahmen wie rund 30 andere Interessierte auch an der informativen Kellereiführung mit Mathias Dilger teil. Rund 30 Leute hatten sich tags zuvor mit Meinrad Dilger auf die Weinwanderung durch die Reben begeben, die von Proben des markgräflichen und dilgerschen Weinguts gekrönt wurde und die teilweise Zusammenarbeit der beiden Weingüter demonstrierte.