Feldkreuze, Wegkapellen oder Bildstöcke: In der Gemeinde sind einige Kleindenkmäler zu finden, die die katholische Prägung Bermatingens zeigen. Brunnen, wie etwa der am alten Kellhof, versorgten früher Tiere und Menschen mit Wasser, heute ziert er das Ortsbild.

Die alte Tränke am Bermatinger Kellhof zählt ebenfalls zu den Kleindenkmälern.
Die alte Tränke am Bermatinger Kellhof zählt ebenfalls zu den Kleindenkmälern. | Bild: Jan Manuel Heß

Einer, der sich um die Kleindenkmäler in der Gemeinde kümmert, ist Peter Müller. Im Rahmen des Kleindenkmalprojekts sind er und drei weitere Ehrenamtliche dafür zuständig, die Daten der Denkmäler einheitlich zu dokumentieren. Dazu gehören etwa die Flurstücknummer, das Alter und die Geschichte.

Denkmäler sollen erforscht und geschützt werden

„Ziel des Kleindenkmalprojekts ist es, alle kleinen Denkmäler im Kreis möglichst flächendeckend zu erfassen und zu erforschen, um sie für die Zukunft zu bewahren“, erklärt Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamt Bodenseekreis, auf Nachfrage.

Der vom Bermatinger Künstler Erich Kaiser geschaffene Bär steht auf dem Dorfplatz und soll, so war es der Wunsch des Künstlers, Anlass zum Gespräch geben, wenn es um die Frage geht, wo Bermatingen seinen Namen her hat.
Der vom Bermatinger Künstler Erich Kaiser geschaffene Bär steht auf dem Dorfplatz und soll, so war es der Wunsch des Künstlers, Anlass zum Gespräch geben, wenn es um die Frage geht, wo Bermatingen seinen Namen her hat. | Bild: Jan Manuel Heß

Am Erforschen fand Peter Müller schon früher Gefallen: „Ich habe mich mit den Wegkapellen im Bereich der Seelsorgeeinheit Markdorf beschäftigt. Schon damals sind mir immer wieder kleine, vergessene, meist unscheinbare Gedenksteine aufgefallen.“ So entdeckte er nördlich von Autenweiler im Wald ein Flurkreuz eines Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg. „Ein Mann namens Lessing dankt mit dem Kreuz dafür, den Krieg überlebt zu haben. Der Name Lessing ist in Bermatingen aber eher unbekannt“, sagt Müller.

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Eines der ältesten Kleindenkmäler, die er auf seinen Entdeckungstouren ausfindig machte, steht in der Schulstraße gegenüber der Grundschule. „Hinter reichlich Efeu ist ein Mariendenkmal versteckt, dass in die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs zu verorten ist. Es ist nur mündlich überliefert, dass ein Historiker diese Information herausgefunden hat.“

Dieses Mariendenkmal in der Schulstraße in Bermatingen – gegenüber der Grundschule – soll nach mündlicher Überlieferung aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs stammen.
Dieses Mariendenkmal in der Schulstraße in Bermatingen – gegenüber der Grundschule – soll nach mündlicher Überlieferung aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs stammen. | Bild: Jan Manuel Heß

Das Team um Peter Müller konnte in Bermatingen seit Start des Projekts 2018 insgesamt 33 Kleindenkmäler dokumentieren, in Ahausen sammelte das Team Informationen über zehn Kleindenkmäler.

Doch was passiert mit den Daten? Robert Schwarz kennt die Antwort: „Die Daten werden zentral durch das Landesamt für Denkmalpflege erfasst. Wir erhalten sie dann als Dokumentation voraussichtlich im Jahr 2021. Die Daten werden auch im Kreisarchiv einsehbar sein.“ Der Landkreis plant ein Buchprojekt, dass eine Gesamtübersicht bieten soll und besondere Objekte vorstellt. „Alle der tausenden Kleindenkmäler werden darin aber keinen Platz finden“, sagt Schwarz.

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