Wenn in Bermatingen der Bär in die Bütt steigt, dann dürfen die Narren jede Menge Unterhaltung, Klatsch und vor allem viel Spaß erwarten, auch wenn sich immer wieder ein Hauch von Abschied einmischte. Zum Auftakt gab es eine Premiere, zum ersten Mal bot die neue Hexe Eulalia Diana Maier ihren kurven- und verrekungsreichen Tanz den Bermatinger Narren dar. Ihre Vorgängerin Mona Homburger hatte nach elf Jahren – in närrischen Kreisen eine geradezu gerade Zahl – die Hexenmaske abgegeben. Ebenfall mit einer Premiere warteten die tapsigen Zunftbären auf, die neben ihrem Bärentanz eine für ihre Verhältnisse recht flotte zweite Tanznummer präsentierten. Strohbär Thomas Pawlowski nebst seinem Bärentreiber Patrick "Knut" Deient brillierte mit einer akrobatischen Figur.

Premiere für die neue Tanz-Hexe Eulalia von Bermatingen: Diana Maier.
Premiere für die neue Tanz-Hexe Eulalia von Bermatingen: Diana Maier. | Bild: Jan Manuel Heß

Für viel Schwung und Anmut auf der Bühne sorgten die Damen der Zunftgarde zusammen mit dem Nachwuchs der Kinder- und Jugendgarde. Neben reichlich Beinen wirbelten auch fleißig die Twirrling-Stäbe durch die Luft, was das Publikum mit viel Applaus honorierte. Und wer sich durch die Tanznummern beflügelt fühlen sollte und ebenfalls die Lust auf Gardetanz verspürt, der darf sich gerne an die Zunft wenden, wie Obergardistin Lorena Jaun kundtat: "Wir können gut noch die eine und andere Tänzerin bei uns gebrauchen, also wer Lust hat, braucht sich nur zu melden."

Er veranstaltete einen ziemlichen Zirkus auf der Bühne: Pfarrer Ulrich Hund.
Er veranstaltete einen ziemlichen Zirkus auf der Bühne: Pfarrer Ulrich Hund. | Bild: Jan Manuel Heß

Gewohnt geistreich und mit viel spotttriefendem Witz, gepaart mit engelgleichem Gesang veranstaltete Pfarrer Ulrich Hund eine Menge Zirkus auf der Bühne. Baustellen allerorten trügen doch für allerlei Verwirrung im Ort bei und eigentlich könne man ja von der ewigen Großbaustelle Bahnhof – sein Bermatingen 21 – gleich eine U-Bahn zum künftigen Sportpark bauen. Und der leer stehende Adler eigne sich prima, um dort Räume oder Zellen einzurichten, in die man renitente Gemeinderäte unterbringen könne, bis sie sich mit ihrer Meinung auf der Linie der übrigen befinden.

Für viel Spaß sorgte die musikalische Einlage der "Bermatinger Müllabfuhr": Mona Homburger, Melanie Förtsch und Laura Jaun (von links).
Für viel Spaß sorgte die musikalische Einlage der "Bermatinger Müllabfuhr": Mona Homburger, Melanie Förtsch und Laura Jaun (von links). | Bild: Jan Manuel Heß

Absoluter Stimmungshöhepunkt war sicherlich der Auftritt der "Bermatinger Müllabfuhr", die mehr als nur gewöhnlichen Abfall aus den Tonnen beförderten. In "Uschis Beauty Bude" wurde – zu allgemeiner Freude des Publikums – allerlei unterhaltsamer Klatsch und Tratsch über so manchen Bermatinger ausgetauscht. Besonders gut bei den Damen im Saal kamen die beiden "Sekt-Boys" Robin Homburger und Marc Rumpel an, die oben ohne und mit Fliege den Damen auf der Bühne nachschenken durften.

In Uschis Beauty Bude wurde nicht nur allerlei Klatsch über den einen und anderen Bermatinger ausgetauscht, sondern auch meisterhafte Pediküren von Linda Schappeler verabreicht, während Nadine Schwarz und Sandra Albrecht (von links) sich herzlichst amüsierten.
In Uschis Beauty Bude wurde nicht nur allerlei Klatsch über den einen und anderen Bermatinger ausgetauscht, sondern auch meisterhafte Pediküren von Linda Schappeler verabreicht, während Nadine Schwarz und Sandra Albrecht (von links) sich herzlichst amüsierten. | Bild: Jan Manuel Heß

Bei den "drei lustigen Zwei" Flep Müller und Andreas Schäfer wurde so manch Verfehlung von einigen Zunftmitgliedern singend präsentiert und die auffällige Abwesenheit des Karl Volz im Dorf thematisiert. Die Nummer gipfelte in einem Kniefall Flep Müllers vor dem scheidenden Zunftmeister Fone Müller, der sich ab diesem Zeitpunkt keine Gedanken über seine Tätigkeiten in der Zukunft mehr machen musste, da er kurzerhand zum neuen Standartenträger ernannt wurde.

Dem Abschied widmete sich dann auch das Männerballet. Den Rahmen bildete das 70-jährige Bestehen der Zunft, welches sich Fone Müller aussuchte, um nach 15 Jahren die Führung abzugeben. Ein bunter Reigen an zotigen Zitaten Fone Müllers spitzzüngiger Sprüche zu jeder Zunftgruppe sorgten für viel Spaß im Saal und machten deutlich, dass die Zunft heute nicht so gesund dastehen würde, wie sie es tut. Fone Müller selber nutzte die Gelegenheit und verabschiedete sich persönlich bei Rosie Albrecht, der guten Seele des Dorfgemeinschaftshauses, für die liebevolle Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren und erfüllte ihr gleich einen lang gehegten Wunsch: einmal mit Musik von der Bühne verabschiedet zu werden.