Etlichen Diskussionsbedarf im Ortschaftsrat in Ahausen erforderte die geplante Bebauung der Brache Obere Mühle in Ahausen mit sechs Mehrfamilienhäusern und Tiefgarage. Das Thema wurde seit Jahren mehrfach im Ortschafts- und Gemeinderat behandelt, nun erneut. Nach "zähem Ringen mit dem Denkmalamt" und der Beteiligung von Ortschafts- und Gemeinderat liege nun eine Lösung vor, so Ortsvorsteher Jakob Krimmel, der das Vorhaben in seiner jetzigen Form im Ortschaftsrat vorstellte.

25 Meter lang, 10 Meter breit

Das Mühlbach-Quartier sieht die Bebauung von sechs Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage vor. Sie sollen längs des Straßenverlaufs errichtet werden; ein Haus im hinteren Bereich. Die Häuser sind 25,27 Meter lang, 10 Meter breit, die Firsthöhen liegen zwischen 10,25 und 10,45 Meter. Pro Geschoss soll es zwei Wohnungen geben. Über einen Aufzug sind die Etagen barrierefrei erschlossen. Der Grundriss sei zweckmäßig, einige Häuser seien teilunterkellert. Die Gebäude werden mit Balkonanlagen ausgestattet und mit einfachem Satteldach versehen. Der Laubengang werde komplett mit Holz verkleidet. "Es wird eine lebendige Fassade, die gut zum Dorf und zur ehemaligen Säge passt", so Krimmel. 37 Stellplätze sind vorgesehen.

Zahlreiche Gutachten verzögern Vorhaben

Die lange Wartezeit sei den Verfahren geschuldet gewesen. Unter anderem mussten Anliegen immissionsschutzrechtlicher Art, die Naturschutzbehörde und Bodengutachten – das Gelände wurde auf Altlasten untersucht – berücksichtigt werden. Ortschaftsrat Harald Geißelhardt (FW) erkundigte sich nach Fahrradkeller und Müllkonzept. Fahrradstellplätze seien ebenerdig in Häuschen jedem Haus zugeordnet, auch die Müllbehälter. "Toll, dass der Vorhabensträger über all die Jahre die Nerven nicht verloren, uns als Gemeinde umfangreich eingebunden und die Zahl der Wohnungen reduziert hat", meinte Karl Volz (CDU), der die Veränderung anstelle des jetzigen Bildes begrüßte.

E-Tankstelle bleibt wie geplant

Am Car-Sharing und der E-Tankstelle werde festgehalten, beantwortete Krimmel die Nachfrage Karsten Küpfers (LBU). Im Zuge der Bebauung soll auch der Mühlbach wieder geöffnet und in den Besitz der Gemeinde übertragen werden. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan sei noch nicht rechtskräftig. Der Umzug der Eidechsen sei noch nicht vollzogen und einige andere Dinge noch nicht vollends geklärt, meinte Krimmel zu Ralf Veeser (FW). Aber es bestünde die Aussicht, dass dem mit dem Baurechtsamt abgestimmten Bauvorhaben zugestimmt werde. Der Ortschaftsrat stimmte einstimmig für das Bauvorhaben.

Zustimmung auch im Gemeinderat

Aufgrund der besonderen Bedeutung des Bauvorhabens für die Gemeinde im Allgemeinen und für den Ortsteil Ahausen im Besonderen, wurde der Antrag im Gemeinderat und nicht, wie sonst üblich, im Ausschuss für Bauwesen und Umwelt behandelt. Über die Fraktionen hinweg zeigte sich Zustimmung. Carola Mahler (LBU) bekundete lediglich ihre Sorge, dass die vorgesehene Holz-Lamellen-Verkleidung, ähnlich wie beim Familienheim in Markdorf, wegen einer etwaigen Brandgefahr durch Metall-Lamellen ersetzt werden müsste und so ein "Alcatraz von Ahausen" drohe. Bauamtsleiter Anton Geiser dazu: "Ich sehe da kein Problem auf uns zukommen, da dieser Punkt bereits geprüft wurde." Vorhabensträger Klaus-Dieter Wachter zeigte sich nach der positiven einstimmigen Entscheidung der Räte zufrieden: "Ich freue mich über die Entscheidung, wir haben sehr gut in den vergangenen zwei Jahren mit der Gemeinde zusammengearbeitet und werden das auch künftig tun."