Einbrüche, Diebstähle, Überfälle: Auch im Bodenseekreis werden Häuser und Wohnungen aufgesucht, um Geld, Schmuck und anderes Wertvolles zu entwenden. Im schlimmsten Fall, wie im Mai 2018 in Markdorf, werden Bewohner mit den Einbrechern konfrontiert und bedroht. „Sicher wohnen“ ist deshalb ein nach wie vor aktuelles, wichtiges Thema, obwohl sich die in den vergangenen Jahren vermehrten Delikte inzwischen auf einem Level halten. Hans Hunger, Polizeihauptkommissar beim Referat Prävention beim Polizeipräsidium Konstanz in Friedrichshafen, gab im Pfarrheim Bermatingen zahlreiche Tipps, wie man sich vor Einbrechern schützen kann. Er war der Einladung von Wiltrud Bolien von der Abteilung Sozialplanung im Landratsamt Bodenseekreis gefolgt, die jährlich interessierende Themen aufgreift und anbietet.

  1. Gegen Einbrüche kann man sich verschieden wappnen: TOP steht für Technik, Organisation und Persönlich. Welche Technik empfiehlt Hunger? Fenster sichern mit sogenannten Pilzverriegelungen im Abstand von 40 Zentimetern. Bei Türen auf die Gesamtkonstruktion achten, der Türzylinder darf nicht überstehen, eine Mehrfachveriegelung mit drei Riegeln ist dringend empfohlen. Auf einen Schutzbeschlag achten, die Kellertüre mit einem Panzerriegel sichern. Auf eine gute Zwischentüre zwischen Garage und Hauseingang achten. Lichtschächte mit einer Abhebesicherung ausstatten. Außenbeleuchtung und Bewegunsgmelder anbringen. Eine Überwachungskamera in 3,50 Meter Höhe und eine Sirene anbringen. Auch Attrappen schrecken ab. Das gaben Einbrecher gegenüber Polizisten an.
  2. Was zählt Hunger zu den Maßnahmen, die man ergreifen sollte, wenn man im Urlaub oder auch nur mal ganztags abwesend ist? Anwesenheit vortäuschen! Informieren Sie ihren Nachbarn, dass Sie länger weg sind. Bitten Sie ihn, seinen Zweitwagen auf ihr Grundstück zu stellen, die Rollläden hochzuziehen und runterzulassen, den Briefkasten zu leeren oder regeln Sie bestimmte Maßnahmen mit Zeitschaltuhren, wie beim TV-Simulator. Räumen Sie die Terrassenmöbel nicht auf, lassen Sie die (Garten-)schuhe vor der Türe. Auch wenn Sie nur kurzfristig weg sind, schließen Sie alle Fenster, drehen Sie den Haustürschlüssel um, sonst lässt sich alles innerhalb von Sekunden öffnen. Einbrecher kommen auch tagsüber! Noch ein Tipp: Schicken Sie ihre Urlaubsfotos erst am Ende über Facebook.
  3. Wie verhalten sich Einbrecher, wenn sie auf der Suche nach einer Möglichkeit sind? Längere Beobachtungen finden im Regelfall nicht statt, weil die potentiellen Täter im Wohngebiet gesichtet werden. Es gibt mehr Zufallsziele. Die Einbrecher laufen meist abends im Dunkeln durchs Wohngebiet, sehen kein Licht, klingeln, es macht niemand auf, sie brechen ein. 95 Prozent aller Einbrüche erfolgen durch die Terrassentüre. Die meisten Menschen schlafen im Obergeschoss.
  4. Wie sollte man sich selbst verhalten, wenn es jemandem gelingt, ins Haus oder die Wohnung einzudringen? Wenn Sie Einbrecher hören, gehen Sie auf keinen Fall runter, aber machen Sie sich bemerkbar, rufen Sie, ob jemand da ist, schließen Sie sich ein und wählen den Notruf 110. Ein Einbruch ist ein traumatisches Erlebnis, auch wenn nichts passiert. Vor einer Konfrontation mit den Einbrechern sollten Sie sich schützen. Die Polizei hält aber nichts von Waffeneinsatz mit Pfefferspray oder Messern. Die würden den Opfern meistens abgenommen und gegen Sie verwendet.

Die Polizei berät gerne vor Ort. Weitere Infos unter 0 75 41/3 61 42 51 und unter www.polizei-beratung.de