Es passt zur Schöpfungsgeschichte, zu aktuellen Themen und zum sozialen Miteinander: Das Projekt „Garten Eden“, das Patricia Kubon-Kuntz der Öffentlichkeit im Pfarrsaal vorstellte und mit dem bereits begonnen wurde. Zwischen Pfarrsaal, Mesnerhaus, Kindergarten und Parkplatz soll eine Oase für alle entstehen, ein Treffpunkt zum Spielen, Toben, Ausruhen, ein Ort der Begegnung.

Die Idee ist gewachsen. Im Herbst 2017 hatte Patrica Kubon-Kuntz einen Pastoralkurs besucht. Eine Vorgabe war, ein Projekt zu starten, das der Gemeinde zugutekommt. Das Gemeindeteam hatte zuvor schon überlegt, was aus dem Grundstück werden soll, das immer wieder Spekulationsobjekt für eine Bebauung war.

Teilnahme am Nabu-Wettbewerb

Das Team aber dachte daran, den Garten für jeden zugänglich zu machen. Ideen wurden gesammelt, es wurde abgeklärt, ob der Garten zur Verfügung steht. Ingrid Maile gab den Tipp, am Nabu-Wettbewerb „Blühende Gärten“ teilzunehmen. Mit Erfolg! Sie gewannen Gutscheine für Pflanzen und eine Beratung im Gesamtwert von 1500 Euro.

Jonas Matzenbach berichtete von der 72-Stunden-Aktion der Ministranten.
Jonas Matzenbach berichtete von der 72-Stunden-Aktion der Ministranten. | Bild: Christiane Keutner

Im Mai dann die ersten Schritte: Die Ministranten griffen die Idee von Claudia Maurer auf, ebneten förmlich den Weg und legten einen solchen innerhalb ihrer 72-Stunden-Aktion an, über die Jonas Matzenbach berichtete. Der Bermatinger absolviert bei der Seelsorgeeinheit Markdorf ein Freiwilliges Soziales Jahr.

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Die Minis sind vom „geraden Weg“ abgekommen – im wörtlichen Sinn -, das habe man dem Nabu zu verdanken. Er dankte explizit dem Bauunternehmen Strasser in Salem, das den Weg ausgebaggert und weitere Tipps gegeben hatte. Die Firma Hasenfratz in Deggenhausertal hatte die Randeinfassung spendiert.

Lagebesprechung (von links): Initiatorin Patricia Kubon-Kuntz, Bermatingen, sowie Carola Krämer und Matthias Widenhorn von „Gärten am See“ in Sipplingen.
Lagebesprechung (von links): Initiatorin Patricia Kubon-Kuntz, Bermatingen, sowie Carola Krämer und Matthias Widenhorn von „Gärten am See“ in Sipplingen. | Bild: Christiane Keutner

Im „Garten Eden“ hat der Bolzplatz Bestand. Ein Staketenzaun soll verhindern, dass die Kinder nicht in Saumbepflanzung laufen, um verlorene Bälle zu holen. Der hintere Teil der Wiese soll wild bleiben, der vordere gemäht werden. Entlang des Wegs sollen (Nasch)Wälle mit Beerensträuchern, Gemüse, Blumen und Kräutern entstehen. „Vielleicht finden wir Patenschaften wie den Kindergarten für die Wälle“, schlug Patricia Kubon-Kuntz vor.

Links der Bolzplatz zum Austoben, rechts von der Blumenwiese ein Platz der Begegnung und Ruhe: So soll der „Garten Eden“ aufgeteilt sein.
Links der Bolzplatz zum Austoben, rechts von der Blumenwiese ein Platz der Begegnung und Ruhe: So soll der „Garten Eden“ aufgeteilt sein. | Bild: Christiane Keutner

Auch Aktionen mit Schülern seien denkbar. Vorgesehen sind auch mehrere Hochstamm-Apfelbäume, ein Lese-Steinhaufen sowie schattige Sitzplätze. Gemeinschaftsaktionen sollen das Wir-Gefühl stärken, Zuständigkeit und Verantwortlichkeit fördern. „Das Ganze funktioniert nur, wenn Menschen dahinterstehen“, sagte Carola Krämer von der Firma „Gärten am See“.

Die Ministranten haben die Bewirtung der Besucher übernommen, von links: Levin, Elena, Magdalena, Rosalie, Enya, Charlotte und Marie.
Die Ministranten haben die Bewirtung der Besucher übernommen, von links: Levin, Elena, Magdalena, Rosalie, Enya, Charlotte und Marie. | Bild: Christiane Keutner

Schon jetzt hat sich die erste „Pflanzsaison“ positiv auf Tier- und Pflanzenwelt ausgewirkt: „Es war eine Augenweide und hat viele Vögel angezogen“, berichtete Nachbarin Ingrid Maile. Sorgen bezüglich Vandalismus entkräftete Klaus Hermle: „Die einzigen Vandalen waren Mäuse, die den Apfelbaum zerstört haben.“ Dass der „Garten Eden“ ein Projekt ist, das über Jahre wachsen darf, wurde ebenso betont. Gerda Dilger schlug „Pauline 13“ und die Frühstücksgruppe im Mesnerhaus als Paten vor.

Daumen hoch: Die Ministranten mit FSJler Jonas Matzenbach (Zweiter von links) beteiligten sich mit Begeisterung am Projekt.
Daumen hoch: Die Ministranten mit FSJler Jonas Matzenbach (Zweiter von links) beteiligten sich mit Begeisterung am Projekt. | Bild: Christiane Keutner

Alles passt in die Zeit, in der man sensibler in Bezug auf die Wahrung der Schöpfung und das Klima geworden ist, wie Pfarrer Ulrich Hund betonte. Das Projekt solle nicht im „kirchlichen Binneraum“, sondern mit allen Interessierten ausgebaut werden.

Den Weg vom Parkplatz zum Mesnerhaus/Pfarrhaus/Kirche haben die Ministranten bei der diesjährigen 72-Stunden-Aktion mit Unterstützung von Firmen angelegt.
Den Weg vom Parkplatz zum Mesnerhaus/Pfarrhaus/Kirche haben die Ministranten bei der diesjährigen 72-Stunden-Aktion mit Unterstützung von Firmen angelegt. | Bild: Christiane Keutner