Eines kann den Ahausern keiner nehmen: Das ist die pure Lust an der Fasnet. Beim Bürgerball im Bürgersaal wurde heiter, unverkrampft und ausgelassen getanzt, gespottet und vor allem viel gelacht. Auf der Bühne waren sämtliche Generationen der Ahauser Narren vertreten und auch der eine und andere Rückkehrer durfte beklatscht werden. Gewohnt charmant und frech moderierten Linda Freistetter und Daniela Heigle durch den Abend.

Zunftmeister Michael Poisels Büttenrede wäre fast ein Opfer der politischen Aktualität geworden, denn sie war schon längst fertig, als SPD-Mann Martin Schulz seine Meinung in Berlin änderte. Für Poisel war daher eines klar: "Den größten Narrenverein hat halt immer noch Berlin." Einen illustren Ausblick ins Jahr 2076 boten Moni Haas und Petra Geiselhart. Altbürgermeister Martin Rupp (gespielt von Haas) feiert mit seinen vier besten Freunden seinen 105. Geburtstag. Leider können Alt-Ortsvorsteher Hubert Straessle, Immernoch-Zunftmeister Michael Poisel, Ewige-Hochwürden Ulrich Hund und Jungortsvorsteher Jakob Krimmel aus diversen gesundheitlichen Gründen nicht wirklich dabei sein, sodass die Pflegekraft Olga von der Wolga (Geiselhart) kurzerhand die Rollen übernehmen musste.

Und während es für den alten Bürgermeister nur Suppe und fruchtige "Schmusies" gab, interpretierte Olga so auf ihre eigene Weise die einzelnen Gäste: "Narri Narro, Moschtobst und Helau, ich bin der Poisel und 'ne geile Partysau!" Natürlich bekam die Lokalpolitik ihr Fett weg: Eberhard Fonferek stieg nach gut 20 Jahren wieder in die Bütt und nahm sich gehörig die hiesige Verkehrspolitik, den Bermatinger Adler und das lahmende Internet vor. Schon im vergangenen Jahr sorgten er für Spaß, der Narrennachwuchs. Kai und Leon Schmid, Fabian Poisel, Jan Burgenmeister und Anna Rölle malten in ihrer Nummer nicht den Teufel, dafür aber ihre ewig nörgelnden Mütter an die Wand und sinnierten über die wohltuende Ruhe im Bus bei den Auswärtsfahrten der Moschtobstler, wenn alle mit dem Verteilen und verspeisen von Schinkenhörnle und Sekt beschäftigt sind. Pfarrer Ulrich Hund war diesmal ohne Gitarre erschienen, sinnierte dafür aber über Prinzen, Umgehungsstraßen und Blitzer. Kulinarisch empfahl er leckere "Volze-Karl-Zwischenbemerkungen im Sitzungstöpfle mit Versprecherle."

Die Stimmungskanonen waren unbestreitbar die "Drei Tenöre." Jonas Bechinger, Lukas Huber und Mario Lieb boten eine akrobatische sowie brüllend komische Nummer, bei der es niemanden auf den Stühlen hielt. Neben vielen Lachnummern wurde auch tänzerisch einiges geboten. Die Bermatinger Garde ließ die Beine durch die Luft wirbeln, das Männerballett kam mit einer Reggaenummer daher und die Turnverein-Riege von Karin Poisel präsentierte des Kaminkehrers Glücksmelodie. Für Zunftmeister Michael Poisel ein rundum gelungener Abend: "Es ist ganz einfach, die Ahauser Fasnet lebt."