Eine wechselvolle Geschichte prägt das Gasthaus Adler, eines der ältesten Häuser in Bermatingen. Nach einem großen Brand 1590 wurde es fünf Jahre später wiederaufgebaut, vermutlich als Amtshaus des Klosters Salem. Über Jahrhunderte wurde das Haus mit dem prächtigen Fachwerk als Gasthaus genutzt. In der jüngsten Vergangenheit wechselten die Pächter häufiger, dann war es über ein Jahr verwaist, bis sich die Gemeinde entschloss, das ihr angebotene historische Gebäude zu erwerben. Der Kauf wurde im Mai notariell besiegelt. Seither steht es wieder leer. Was soll aus dem geschichtsträchtigen Haus im Ortszentrum werden? Gibt es dort bald wieder eine Einkehrmöglichkeit oder liegen diese Pläne erstmal auf Eis, nachdem jetzt zwei Garagen vermietet werden sollen?

Gemeinde will nichts vermieten

Die Gemeinde wolle im Haus nichts vermieten, weil es schwierig sei, eine Wohnung wieder frei zu bekommen, so Bürgermeister Martin Rupp. Die Zeit bis zu einer endgültigen Lösung wolle man jedoch nutzen und von den drei Garagen zwei vermieten. Diese könne man relativ schnell wieder freibekommen.

Das Thema Gaststätte ist nicht vom Tisch. Im Gegenteil: "Es war mit ein Grund, das Gebäude zu erwerben, um die Gaststätte in irgendeiner Art zu erhalten", so Rupp. Wenn dort eine Wohnung eingerichtet würde und die gastronomische Küche weg wäre, könne man das schlecht rückgängig machen. Ob man einmal selbst investiere oder ein Investor, müsse man dann abwägen. Auf jeden Fall müsse etwas getan werden, um den heutigen Anforderungen zu genügen.

Experte soll Gesamtkonzept liefern

Ein Projektentwickler soll beauftragt werden und ein Gesamtkonzept liefern. Man habe bereits jemanden in Aussicht, der sich dieser Sache annehmen könne. "Dann wissen wir auch, was geschehen könnte und was es kostet", so Rupp. Bis Ende des Jahres hofft er auf Ergebnisse. So ist die zunächst geplante Suche nach einem Pächter erst einmal auf Eis gelegt. Die Gemeinde hatte öfters Anfragen, hatte diese jedoch zugunsten eines Gesamtkonzepts abgewiesen. "Wir wollen in Ruhe überlegen und uns Zeit lassen. Wichtig ist uns auch, dass das Mietverhältnis mit der Arztpraxis weitergeführt wird."

Nachdem Ernst und Maria Bodenmüller den "Adler" zehn Jahre erfolgreich geführt hatten, wollten sie an ihren Sohn übergeben, der zwei Jahre mitgearbeitet hatte. Doch dieser entschied sich anders. Im Juli 2013 fand sich ein neuer Pächter, er gab aber bald wieder auf. 2015 wurden erneut ein Pächter gesucht. Dieser eröffnete im Januar 2016, hielt aber auch nicht lange durch.