Bereits der Auftakt zum Frühjahrserwachen des Musikvereins (MV) Ahausen am vergangenen Samstagabend, schien viel zu versprechen. Die Tubisten gaben ein Intro, zu dem sich nach und nach die übrigen Musiker auf die Bühne hinzu gesellten und mit einstiegen.

Kurzweiliger Stimmungsabend

Der Vorsitzende Maurice Parent versprach rhetorisch vollmundig einen kurzweiligen wie geselligen Stimmungsabend, womit er sich aber nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen musste, denn die Musikanten samt ihres Dirigenten Martin Schmid wissen, wie man ein Publikum abholt.

Video: Jan Manuel Heß

Wenn es zum Beispiel eine Polka gibt, dessen Melodie verheißungsvoll die Vorfreude auf schöne Platzkonzerte, tolle Wein- oder Mostfeste und stimmungsvolle Sommerabende im Kreise lieber Menschen zu wecken vermag, dann ist es "Wir Musikanten" aus der Feder von Kurt Gäble. Platziert man diese auch noch gleich zu Beginn des Abends, braucht es nicht viel und die Stimmung ist dort, wo man sie haben will. Das Publikum sah es wohl ähnlich und klatschte freudig mit.

Auf den richtigen "Plop" kam es bei der Bierflaschen-Polka an. Timo Dietz (von links), Alexander Päster und Niklas Hafen verstanden sich bestens darauf.
Auf den richtigen "Plop" kam es bei der Bierflaschen-Polka an. Timo Dietz (von links), Alexander Päster und Niklas Hafen verstanden sich bestens darauf. | Bild: Jan Manuel Heß

Die im vergangenen Jahr begonnene Verjüngungskur wurde auch in diesem Jahr erfolgreich fortgesetzt. Mit Timo Dietz, Alexander Päster und Niklas Hafen haben sich drei außerordentliche Jungtalente gefunden, die bei der Bierflaschen-Polka neue Maßstäbe im Bereich "Rhytmisches-Kronkorken-Öffnen" setzten, was Moderator Martin Heigle durchaus anzuerkennen wusste: "Im vergangenen Jahr haben Raphael Wieser, Mario Buschle und ich noch die Flaschen ploppen lassen und heute heute stehen drei neue Flaschen da vorne."

"Luftballon-Polka" von Leon Schmid

Eine Polka mit Knalleffekt bot Leon Schmid, der bei der "Luftballon-Polka" seine spitze Nadel hervorragend und taktsicher einzusetzen wusste. Instrumental boten Nicolai Zimmermann, Leon Schmid, Tiemo Dietz und vor allem Alexander Jauch mit ihren jeweiligen Soli große Unterhaltung.

Video: Jan Manuel Heß

Aber es wurden natürlich nicht nur Plopp- und Knalleffekte sowie instrumentale Leckerbissen geboten, sondern auch stimmliche. Lustig ging es bei Diana Sterk und – schon wieder – Timo Dietz zu, die zusammen mit "I kenn di von mein Handy" eine Homage an das gute alte Flirten von Angesicht zu Angesicht sangen.

Doch auch jede Verjüngung hinterlässt ihre Spuren, erklang im vergangenen Jahr Timo Dietz Stimme noch hell und klar, bekam das Publikum diesmal eine "gereiftere" Tonlage von ihm zu hören, was auf den mittlerweile eingesetzten Stimmbruch zurückzuführen ist.

Für Blasmusikfan Thorsten Bruski hatte der Abend alles, was es für einen gelungenen Stimmungsabend brauchte. "Tolle Stücke mit viel Spaß an der Musik gespielt, was will man mehr."