Seit Anfang der Woche ist die Kreisstraße 7749 in der Ortsdurchfahrt Bermatingen wegen Bauarbeiten für den Verkehr voll gesperrt. Lediglich Anlieger haben die Möglichkeit, zu ihren Grundstücken zu gelangen. Grund für die Maßnahme ist Instandsetzung der Durchlässe des Bermatinger Bachs, der unter der Heidbühlstraße verläuft. „Die Sperrung des etwa 400 Meter langen Abschnitts wird voraussichtlich bis zum 10. September andauern“, erklärt Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamts. Der Verkehr wird von Bermatingen kommend über die L 205, die Markdorfer Straße, nach Markdorf umgeleitet und weiter über die Kreisstraße 7744, die Talstraße, nach Autenweiler und umgekehrt.

In Bermatingen gilt bereits ab der Einmündung in die Autenweiler Straße von der Markdorfer Straße aus „Anlieger frei“. Viele Autofahrer ignorieren jedoch diese Beschilderung.
In Bermatingen gilt bereits ab der Einmündung in die Autenweiler Straße von der Markdorfer Straße aus „Anlieger frei“. Viele Autofahrer ignorieren jedoch diese Beschilderung. | Bild: Jan Manuel Heß

Fugen der Verdohlung müssen erneuert werden

Die Sperrung ist notwendig, weil zur Instandsetzung der 50 Jahre alten Durchlässe die Fahrbahn an mehreren Stellen gleichzeitig aufgegraben werden muss, wie Schwarz weiter erklärt: „Denn einige Fugen der Bachverdohlung müssen hier dringend erneuert werden und das geht verkehrsbedingt nur während der Ferienzeit.“

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Bach wurde 1969 verdohlt

1969 war der Bermatinger Dorfbach im Rahmen eines kreisweiten Programms zum Ausbau der Kreisstraßen verdolt worden. Eine Dole ist eine röhrenförmige Einfassung eines meist kleineren Wasserlaufs zur Untertunnelung von Straßen. Noch bis 1969 hatte es zwei Holzbrücken über den Bach gegeben, eine an der alten Mühle und die andere auf Höhe der Weinstube Stecher.

Die halbseitige Sperrung mit Ampelregelung am Ortsausgang im oberen Teil der Autenweiler Straße soll noch bis Ende September bestehen bleiben.
Die halbseitige Sperrung mit Ampelregelung am Ortsausgang im oberen Teil der Autenweiler Straße soll noch bis Ende September bestehen bleiben. | Bild: Jan Manuel Heß

Straße halbseitig gesperrt

Bereits seit Anfang Mai laufen die Sanierungsmaßnahmen, die in der Hauptsache unterirdisch durchgeführt werden können. Zu diesem Zweck wurde im Bereich der Ortsausfahrt Richtung Autenweiler die Heidbühlstraße mittels einer Ampelregelung halbseitig gesperrt. Darüber hinaus kommt es aktuell zu erheblichen Lärmbelästigungen, weil zur Erneuerung der Fugen Beton mithilfe eines Höchstdruckwasserstrahls abgetragen werden muss.

Anwohner empfinden Lärmbelästigung als massiv

Anwohner Wolfgang Reisch hat teils Verständnis für die Maßnahme, empfindet die Lärmbelästigung aber als massiv: „Das geht morgens um 6.30 Uhr los und dann den ganzen Tag über, es ist wirklich entsetzlich laut.“ Zudem beobachtet er, dass die aufgestellten „Anlieger frei“-Schilder von vielen Fahrern nicht beachtet werden: „Man sieht ziemlich viele Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen hier durchfahren, die ignorieren einfach die Sperrung.“

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Feriengäste haben Probleme bei der Anfahrt

Michael Holz vom Hofgut Wiggenweiler bereitet die Baustelle ebenfalls einigen Verdruss, da Feriengäste Probleme bei der Anfahrt haben: „Die Navigationsgeräte der Fahrzeuge sind mit der Umleitungsregelung scheinbar überfordert, denn einige unserer Gäste wurden sehr umständlich über Salem und das Deggenhausertal umgeleitet.“ Doch mit viel Geduld konnte seiner Aussage nach bis jetzt jeder Feriengast sicher nach Wiggenweiler gelotst werden.

Arbeiten sollen Ende September abgeschlossen sein

Die Maßnahme soll bis Ende September abgeschlossen sein, dann wird auch die halbseitige Sperrung wieder aufgehoben werden. Insgesamt investiert der Bodenseekreis in die Sanierungsarbeiten rund 1 Million Euro.