Seit September 2017 ist Tatiana Ayala Cerna Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte der Gemeinde Bermatingen, die zentrale Anlaufstelle in der Gemeinde, wenn es um Fragen und Angelegenheiten von Migranten und Geflüchteten geht. Sie steht den Flüchtlingen, die in Bermatingen in der Anschlussunterbringung leben, erklären und beratend zur Seite. Darüber hinaus entwickelt sie interkulturelle Projekte rund um das Thema Integration. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtete sie zusammen mit Gemeinderätin Carola Uhl (CDU), die für die Flüchtlingshilfe des Vereins Bürger Füreinander sprach, über die Arbeit des vergangenen Jahres.

Themen rund um Ausbildung, Familie und Gesundheit

Die intensive der Arbeit der vergangenen Jahre trage Früchte, sagte Ayala Cerna. Die Geflüchteten seien insgesamt selbstständiger geworden, die Fragen, die sie heute beschäftigen, drehten sich um Ausbildung, Familie und Gesundheit. „Beispielsweise lesen und verstehen sie Dokumente und fragen dann nach Details. Das ist viel besser als vorher“, sagte Ayala Cerna.

Drei Geflüchtete in Ausbildung, vier im Minijob

Auch die Tatsache, dass zwei Frauen und ein Mann sich derzeit in einer Ausbildung befinden sowie vier Personen einer Minijob-Tätigkeit nachgehen, wertet Ayala Cerna als Erfolg. „Das ist insbesondere auf die intensiven Sprachkurse zurückzuführen.“ So habe eine Frau mittlerweile einen B2-Sprachkurs erfolgreich absolviert, was für eine selbstständige Sprachverwendung steht. Bürgermeister Martin Rupp schränkte jedoch ein, dass dies nicht für alle Menschen gelte: „Es gibt auch Fälle, wo es aufgrund von sprachlichen Verständnisproblemen schwierig ist.“

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Weiter Sprachkurse mit Verein Bürger Füreinander geplant

Mit Sprachkursen und Projekten soll daher die Integration der Geflüchteten weiterhin nachhaltig gefördert werden. Dabei arbeitet Cerna eng mit dem Verein Bürger Füreinander im Mesnerhaus zusammen. „Im vergangenen Jahr veranstalteten wir eine interkulturelle Nähwerkstatt und das Internationale Café, die beide sehr gut angenommen wurden.“

Kochtreff, Sprachtreff und interkulturelles Sommerfest

Für dieses Jahr plant die Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte an drei Samstagen einen Kochtreff im Mesnerhaus, einen Sprachtreff für Kinder mit Migrationshintergrund und eine Neuauflage des interkulturellen Sommerfests. „Dafür steht der Termin auch schon fest, nämlich am 17. Juli“, warb Ayala Cerna.

Geflüchtete leisten auch Einsätze für Verein Miteinander Füreinander

Gemeinderätin Carola Uhl bestätigte in ihrem Bericht den insgesamt positiven Trend der in Bermatingen lebenden Geflüchteten. „Im vergangenen Jahr leisteten Flüchtlinge fünf Einsätze für die Bürger Füreinander, also sie halfen bei Gartenarbeiten und im Mesnerhaus.“ Darüber hinaus beteiligen sie sich bei der Dorfputzete und am Christkindlesmarkt. „Die in der Nähwerkstatt hergestellten Handyhüllen wurden alle auf dem Christkindlesmarkt verkauft. Die Einnahmen wollen sie auch spenden“, erklärte Uhl.

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Nächste Aktion ist gemeinsames Renovieren der Wohnungen

Als weitere integrationsfördernde Maßnahme nannte Uhl das gemeinsame Renovieren der als Anschlussunterbringung zur Verfügung gestellten Wohnungen. „Diese sind nicht neu, das mag manchmal zunächst für etwas Enttäuschung gesorgt haben, aber durch das Renovieren kann durchaus die Einsicht vermittelt werden, dass man nicht alles einfach so gestellt bekommt.“