Ihr guter Ruf ist in aller Munde – aber in ihren Genuss kommen nur die Gäste des Ahauser Mostfests. Maurice Parent, Vorsitzender des Musikvereins als Ausrichter des Fests, nennt sie die "besten hausgemachten Dinnele der Welt" – und viele bestätigen das. Einige sehen die "badischen Fladen" überhaupt als Anlass – neben dem Most -, das Fest auf dem Dorfplatz zu besuchen.

Appetit und Andrang sind immer riesig. Kurz bevor die Jungen und Mädchen die Köstlichkeiten nach der Produktion in Sieberts Scheune auf Tabletts über die Straße zum Dorfplatz tragen, sind sie oft schon leergekauft. Auch beim "Direktverkauf" bilden sich stets lange Schlangen.

Susi Dietz (rechts) reibt gefrorene Butter über die Apfeldinnele, Ursula Düsel organisiert mit Marlies Moser die Schichten; sie sind fast jeder dabei.
Susi Dietz (rechts) reibt gefrorene Butter über die Apfeldinnele, Ursula Düsel organisiert mit Marlies Moser die Schichten; sie sind fast jeder dabei. | Bild: Christiane Keutner

Um der Nachfrage Herr zu werden, wurde jetzt ein vierter Ofen erstanden, in den man die Riesenbleche schiebt, um die Dinnele knusprig zu backen. Das hat eine kleine Geschichte. Eines Abends entdeckte Thomas Moser beim Stöbern auf Ebay den alten Ofen. Allerdings stand der in Mecklenburg-Vorpommern. Beim Telefonat stellte sich heraus, dass die Schwägerin des Anbieters in Ittendorf lebt. Nach einem Besuch im Osten brachte sie den Ofen mit Hilfe der Verwandtschaft in den Süden. "Wir mussten beim Musikverein gar nicht ausreden, ob wir den Ofen kaufen sollen, sondern bekamen sofort grünes Licht", erzählt Marlies Moser und schiebt die nächste Fuhre in die Röhre. Sie schuftet mit einem festen, immer mal wieder erneuerten Team in vier Schichten mit je zehn Helfern, um die Leckereien herzustellen, die einst Sofie Schellinger zum Mostfest ins Leben rief: Sie schälen Zwiebel und Äpfel, dünsten sie, rühren eine sahnige Sauce zusammen, verteilen alles und schneiden die duftenden und dampfenden Dinnele in großzügige Rechtecke.

Dinnele sind das Beste! Die drei Mädchen wissen die hausgemachte Leckerei zu schätzen.
Dinnele sind das Beste! Die drei Mädchen wissen die hausgemachte Leckerei zu schätzen. | Bild: Christiane Keutner

Familie Siebert räumt für die drei Tage extra die Scheue aus. "Zubringer" Gerold Müller vom Dorfladen schaut regelmäßig vorbei, ob er Schlagsahne oder Eier nachliefern muss. Sabine und Hubert Sträßle spendieren Äpfel für die süße Variante. Die Dinnele sind quasi ein Symbol für den Gemeinschaftsgeist in Ahausen. Und was für ein leckeres!