Mit so einem großen Andrang hatten die Veranstalter des Touristischen Arbeitskreises nicht gerechnet: Mehr als 70 wanderfreudige Bermatinger und Auswärtige hatten sich am Samstag bei winterlichen Temperaturen am Rathaus zu einer Glühweinwanderung getroffen. Meinrad Dilger führte die Gruppe zum Kloster Weppach.

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Veranstalter organisieren Nachschub

Schnell wurde telefoniert: Marita Mayer vom Hofgut Weppach, die selbst mitgewandert ist, überschlug die Mengen an Glühwein, Punsch und Zopf, riet Tochter Annika zur Erweiterung mit Glühmost und Barbara Raeder vom Touristischen Arbeitskreis bat ihre Kollegin Sarah Berenbold, noch kurzfristig Zopfbrot zu organisieren, damit niemand leer ausgehen muss.

Idee entstand beim Torkelfest

Die Idee zur winterlichen Wanderung durch die Reben und den gefrorenen Wald war im Sommer beim Torkelfest entstanden. Begeistert von der Weinwanderung saßen einige Teilnehmer beisammen und dachten über eine Wiederholung nach. Die Äußerung Meinrad Dilgers, "man müsste eine Glühweinwanderung machen", griffen einige Frauen schnell auf und versprachen, sie würden dann Zopfbrot backen.

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Und es blieb nicht bei der bloßen Idee: Der Touristische Arbeitskreis warb, die Wanderer organisierten. Meinrad Dilger, inspiriert von Alois Gohms geführten Wanderungen, las sich Geschichtliches über Bermatingen an.

So werden Reben im Winter gepflegt. Interessiert hören die Wanderer den Ausführungen von Meinrad Dilger (rechts vorne) zu.
So werden Reben im Winter gepflegt. Interessiert hören die Wanderer den Ausführungen von Meinrad Dilger (rechts vorne) zu. | Bild: Christiane Keutner

Teilnehmer erfahren, wie im Winter an den Reben gearbeitet wird

Bei der Wanderung erklärte er den Teilnehmern, wie im Winter an den Reben gearbeitet wird. So erfuhren die Wanderer unter anderem Wissenswertes über den Beschnitt, mit dem der Winzer auf Qualität oder Masse setzt, und lernten, dass sich die Investition in Reben, Pfosten und Draht nach drei Jahren durch den Ertrag bezahlt machen müsse.

Wanderung mit Kostproben und informativen Pausen

Vor seinem Vortrag reichte er den Teilnehmern eine Beerenauslese sowie einige Destillate, die Neffe Mathias Dilger vom gleichnamigen Weingut gebrannt hatte. So gewärmt ging die Gruppe plaudernd weiter, unterbrochen wurde die Wanderung immer wieder mit informativen Pausen.

Meinrad Dilger schenkt die Beernauslese an Eberhard Schuler, Cornelia Trenkle, Irmgard Schuler, Claudia Kuhn und Helmut Trenkle (von links) aus. Bild: Christiane Keutner
Meinrad Dilger schenkt die Beernauslese an Eberhard Schuler, Cornelia Trenkle, Irmgard Schuler, Claudia Kuhn und Helmut Trenkle (von links) aus. | Bild: Christiane Keutner

Dilger erzählte unter anderem, dass der heiße und trockene Sommer 2018 kein Einzelfall sei: "1473 war es so heiß, da gab es sogar zwei Kirschernten." Bei Temperaturen um die Null Grad freuten sich die Wanderer auf ihr Ziel: Glühwein-, Glühmost und Punsch sowie ein Lagerfeuer und gute Gespräche erwärmten Leib und Seele am Kloster Weppach bei Familie Meyer. Sibylle Dilger schenkte dampfenden Gewürzwein aus, dazu wurden die von Margit Leiprecht, Irmgard Meschenmoser, Christa Steuer und Barbara Raeder gebackenen Zopfbrote gereicht.

Am Glühwein, den Sibylle Dilger (links) ausschenkt, wärmen sich auch Walter und Martha Eiermann.
Am Glühwein, den Sibylle Dilger (links) ausschenkt, wärmen sich auch Walter und Martha Eiermann. | Bild: Christiane Keutner

Viele positive Rückmeldungen

Gefallen hat es allen: Pauline Fink aus Bermatingen verband die Wanderung damit, Bekannte und Freunde zu treffen. Günter und Christine Pfeifer aus Markdorf freuten sich ebenfalls: "Das war super und richtig schön", sagte Christine Pfeifer. Ingrid Wolf aus Immenstaad erzählte, dass sie früher oft mit ihrem zwischenzeitlich verstorbenen Ehemann die Region erkundet habe. Das Kloster Weppach war ihr dennoch bislang unbekannt. "Das hätte ihm gefallen", sagte sie. Anita und Hermann Fiesel aus Efrizweiler haben bei sich zu Hause Streuobst. "Uns hat speziell interessiert, wie man die Reben schneidet", erzählte Hermann Fiesel. Erstaunt habe sie, dass man bei den Trauben für den Sekt mehr auf die Menge setzt.

Touristischer Arbeitskreis kann sich eine Wiederholung vorstellen

Meinrad Dilger erhielt am Ende der Wanderung viel Applaus für die Führung. Auf die Frage, ob es eine Wiederholung geben wird, antworte Barbara Raeder vom Touristischen Arbeitskreis: "Von uns aus gerne."