Um von Bermatingen nach Meersburg oder ins Deggenhausertal zu kommen, wenn man kein Auto zur Verfügung hat und auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen ist, braucht es einiges an Geduld und ein flexibles Zeitmanagement, denn diese Orte sind nicht mit der Bahn zu erreichen. Die Bermatinger Gemeinderätin Carola Uhl (CDU) monierte Ende des Jahrs im Gemeinderat die Qualität der Busverbindungen.

Probleme Richtung Meersburg
und ins Deggenhausertal

„Richtung Meersburg und Richtung Deggenhausertal ist die Verbindung miserabel, insbesondere wenn keine Schulbusse fahren. Berufspendler, Studenten und natürlich auch die Feriengäste sind auf den Pkw angewiesen“, meint sie im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Zwar sei Bermatingen an die Schiene angebunden, mit einer stündlichen Verbindung Richtung Überlingen und Friedrichshafen und während des Berufsverkehrs sogar Verbindungen zweimal pro Stunde, doch das reiche eben nicht aus.

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Wer an einem Wochenende beispielsweise mit dem Bus nach Meersburg möchte, sollte sich etwas Zeit nehmen. „Die vom DB-Servicebüro ausgewiesene Verbindung nach Meersburg, geht über Fischbach oder Nussdorf mit Fahrzeiten von über einer Stunde und Fahrtkosten von 4,55 bis 5,55 Euro pro Fahrt. Der Vorschlag ist schlicht eine Zumutung“, so Uhl. Und zudem ganz und gar nicht touristenfreundlich. Tatsächlich fährt dreimal am Tag (8.41 Uhr, 13.23 Uhr und um 17.13 Uhr) ein Bus außerhalb der Schulzeiten von Bermatingen nach Meersburg und am Wochenende überhaupt nicht. „Das ist doch keine Lösung, um den Verkehr, gerade während der Ferien, auf unseren Straßen zu entlasten.“

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Qualität und Angebot der Busverbindungen im Bodenseekreis sollen spürbar verbessert werden, wie Robert Schwarz, Pressesprecher des Landkreises Bodenseekreis erklärt. „Ab 2020 stellt der Landkreis dafür jährlich 1 Million Euro zusätzlich zur Verfügung. Ab 2021 sollen weitere 1,9 Millionen Euro jährlicher Zuschüsse eingeplant werden, dann insgesamt also knapp drei Millionen mehr jedes Jahr.“ Mit dem zusätzlichen Geld solle ein umfangreiches Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht werden, dass die Verkehrsplaner des Landratsamts ausgearbeitet haben. So sollen vor allem Taktlücken geschlossen, weitere Wochenend- und Nachtverkehre sowie bessere Anschlüsse in vielen Teilen des Landkreises möglich gemacht werden.

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Für Carola Uhl ein guter Anfang, doch noch nicht zielführend. „Zwar ist es sinnvoll und nachvollziehbar, dass zunächst die Seelinie Friedrichshafen-Meersburg-Überlingen und Gemeinden ohne Zuganbindung hohe Priorität haben, so wie es der Kreistag verabschiedet hat, doch in weiteren Schritten gilt es, das nachgeordnete Busnetz, also auch Bermatingen-Meerburg, zu verbessen.“ Als Beispiel steht ihr eine Line von Meersburg-Stadt direkt Richtung Norden über Ahausen nach Bermatingen und eventuell auch noch bis in das Deggenhausertal im Sinn. „Das wäre eine sinnvolle Verbesserung des Angebots, von dem viele profitieren würden.“

Bürgermeister Rupp will
eine Verbesserung anmelden

Bürgermeister Martin Rupp ist sich der Problematik bewusst. „Es wurden bereits im Ausschuss für Nahverkehr und im Kreistag weitere Ergänzungen angeregt. Für Bermatingen werden wir konkret eine Verbesserung nach Meersburg anmelden.“