Die Zeiten des „Auf-Sicht-Fahrens“ bei der Entwicklung der Kindergartenbedarfsentwicklung in Bermatingen sind passé, wie Bürgermeister Martin Rupp in jüngster Gemeinderatssitzung am Dienstagabend erklärt hat: „Eine Zeit lang kann man eine gewisse Vorschau machen, aber irgendwann muss man konkret werden.“

Überbelegungen ab Mai 2019

Die Zahlen, die von Hauptamtsleiterin Maria Wagner vorgestellt wurden, zeigten deutlich, dass bereits ab Mai 2019 mit Überbelegungen in Bermatingen zu rechnen ist, während Ahausen noch über freie Plätze verfügen wird. Insgesamt verfügt die Gemeinde über 30 Krippenplätze sowie 153 Ü 3-Kindergartenplätze, davon 103 in Bermatingen und 50 in Ahausen.

Ganztagsangebot in Ahausen?

Als einen Grund für die einseitige Auslastung nannte Maria Wagner das unterschiedliche Angebot in Ahausen. Dort wird das Montessori-Konzept verfolgt. Außerdem gibt es dort kein Ganztagsangebot, weshalb elf Kinder aus Ahausen in Bermatingen untergebracht sind. "Ein erster Lösungsansatz wäre, das Angebot Ahausen so gut wie möglich an das Bermatinger anzupassen, also ein gesamtgemeindliches Konzept anzubieten", so Wagner. Vorstellbar wäre das Schaffen einer Kleinkindergruppe und eines Ganztagsangebots in Ahausen. Klar ist, dass diese Maßnahme Umstrukturierungen und eventuelle Umbauten zur Folge hätte. Wagner: "Diesbezüglich hat es erste positive Gespräche mit der katholischen Kirchengemeinde als Träger gegeben."

Mehrbedarf von bis zu 40 Kindergartenplätzen

Ein weiterer Grund, der für einen Ausbau in Ahausen spricht, ist die dortige bauliche Entwicklung. Mit Verwirklichung des Baugebiets "Hinterm Dorf III" an der Ittendorfer Straße mit rund 30 Bauplätzen und dem Wohnbauprojekt "Obere Mühle" an der Gehrenbergstraße mit rund 40 Wohneinheiten, ist mit einem Mehrbedarf von bis zu 40 Kindergartenplätzen zu rechnen. "Dabei ist zu beachten, dass wir für die 'Obere Mühle' keine exakte Voraussage treffen können, da wir dort keinen Einfluss auf die Vergabe haben", so Wagner.

Kita-Erweiterung in Ahausen einfacher umsetzbar

Zudem wäre eine bauliche Erweiterung in Ahausen einfacher umsetzbar, da sich der angrenzende Grund in Gemeindebesitz befindet. "Wir haben verschiedene Alternativen für eine räumliche Erweiterung geprüft", erläuterte Rupp, "in Bermatingen käme lediglich die ungünstig gelegene Wiese neben dem Pfarrheim infrage." Auch eine Containerlösung wurde geprüft, aber als zu teuer erachtet. "Da macht es eindeutig mehr Sinn, das Geld in eine bauliche Lösung zu investieren", so Rupp weiter.

Ortsvorsteher klar für Kindergartenerweiterung

Ahausens Ortsvorsteher und Gemeinderatsmitglied Jakob Krimmel (LBU) sprach sich klar für die Erweiterung aus: "An den Zahlen ist nicht zu rütteln und eine Erweiterung würde den Ortsteil stärken. Aber es sollte Vorsorge getragen werden, dass keine 'Fabrik' entsteht." Die Aufgabe werde sicherlich eine Herausforderung für die Planer darstellen. So waren sich die Ratsmitglieder einig, in einem ersten Schritt bis Mai 2019 das Angebot in Ahausen anzupassen. Zudem wurde ein Grundsatzbeschluss gefasst, zusätzliche Räume in Ahausen zu schaffen und den Architekten Manfred Dilpert – der auch schon die bestehenden Räume entwarf – mit der Planung zu beauftragen.

Kinderbetreuung

Die Gemeinde Bermatingen verfügt über zwei Kindergärten: In Bermatingen ist der Kindergarten St. Georg, in Ahausen der Kindergarten St. Jakobus. Beide in Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde. In Bermatingen gibt es 103 Kindergartenplätze, davon sind 30 für die Ganztagsbetreuung. Hinzu kommen 30 Plätze in Krippengruppen. In Ahausen gibt es 50 Plätze für Kinder über drei Jahren. Besonderheit: Dort wird in beiden Gruppen nach der Montessori-Pädagogik gearbeitet. In Zukunft soll das Ahauser Angebot durch Schaffen einer Kleinkindergruppe sowie eines Ganztagsangebots erweitert werden, um dem Mehrbedarf von 40 Plätzen Rechnung zu tragen, der sich aus den baulichen Entwicklungen in Ahausen ergibt. (jmh)