Das Land wird sich mit rund 300 000 Euro, der Bund mit rund 380 000 Euro an den Kosten beteiligen. „Wir kalkulieren die Gesamtkosten auf etwa 763 000 Euro, davon werden gut 90 Prozent der förderfähigen Kosten – nicht der Gesamtkosten – aus den Fördermitteln getragen“, erklärt Bermatingens Hauptamtsleiterin Maria Wagner.

Aktuell läuft die europaweite Netzbetreiberauschreibung, zu deren aktuellem Stand Wagner jedoch noch nicht Konkretes sagen kann: „Die Ausschreibung läuft und erst wenn die erfolgreich abgeschlossen ist, können wir mit der Ausschreibung der Bauleistungen beginnen, denn man darf erst mit dem Bau beginnen, wenn der Netzbetrieb geregelt ist“, erklärt sie. Dabei wird sie vom größten Verbund zum kommunalen Breitbandausbau in Europa mit Namen „Komm.Pakt.Net“, von einem Ingenieurbüro sowie einer Anwaltskanzlei beratend unterstützt.

Förderanträge im Juni 2019 eingereicht

Die Gemeindeverwaltung hatte im vergangenen Jahr vergeblich versucht, einen Netzbetreiber zu finden, der für einen raschen Ausbau des Internets in den Gewerbegebieten „Hofäcker„ und „Im Sinn“ in Ahausen sorgt. Daher sah man sich veranlasst, die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen: „Wir reichten im Juni 2019 an den entsprechenden Stellen Förderanträge ein und warteten seitdem auf die Bescheide“, erzählt die Hauptamtsleiterin.

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Mehr Aufwand bei Dokumentation der Verfahrensschritte

Hohe Hürden bereiteten nach Wagners Aussage vor allem die Anforderungen bezüglich der Dokumentation der einzelnen Verfahrensschritte. „Der Aufwand, der betrieben werden muss, ist schon etwas höher, als wenn wir zum Beispiel bei einer Straßensanierung Leerrohre verlegen.“

„Großer Schritt in Sachen Wettbewerbsfähigkeit

Für die ansässigen Unternehmen drängt die Zeit. Die Up- und Download-Geschwindigkeiten sind so langsam, dass moderner Datenaustausch kaum möglich ist, wie Bauunternehmer Marco Mayer erzählt. Er hat 2019 seinen neuen Firmensitz im Gewerbegebiet „Hofäcker„ errichtet und setzte sich zusammen mit weiteren Unternehmern für eine Verbesserung des Internets ein: „Was Internet und Telefon betrifft, waren wir hier kurz vorm Trommeln, daher freue ich mich riesig über die Fördergelder und noch mehr, wenn die Bagger kommen. Es ist für uns ein großer Schritt nach vorne in Sachen Wettbewerbsfähigkeit.“

Marco Mayer
Marco Mayer | Bild: Jan Manuel Heß

Er begrüße die Förderprogramme, denn „im Jahr 2020 sollte zumindest auf dem Land ein flächendeckendes und leistungsfähiges Internet zur Verfügung stehen, bevor man in Berlin über einen neuen 5G-Standard redet“.

Unternehmen erhoffen sich deutliche Verbesserungen

Marc Sailer vom Autohaus Sailer freut sich ebenfalls über den Ausbau. „Wenn wir an das Glasfasernetz angeschlossen werden, bedeutet das für uns riesige Erleichterungen.“ Beispielsweise könne man bei Kunden Navikarten gleich an Ort und Stelle aktualisieren. „Derzeit müssen wir zwei Tage im Vorfeld einen Termin vereinbaren, da der Download so lange braucht.“

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