1400 Stunden für Proben und Übungen, 900 Stunden für Einsätze. So lauteten die nüchternen Zahlen, die Jürgen Gutemann, Gesamtkommandant der Feuerwehr Bermatingen, in der Hauptversammlung für das Jahr 2018 vorstellte. Doch was verbirgt sich genau hinter diesen beiden Zahlen?

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Die Mitglieder der Abteilungen Ahausen und Bermatingen trafen sich unter anderem jeweils zu 26 Zug- und Gruppenübungen, in denen verschiedene Einsatzszenarien und der Umgang mit den dafür nötigen Geräten – etwa hydraulischer Spreizer, verschiedene Löschgeräte, Öl-Bindemittel, Kompressor, Entlüfter oder Lichtmastanhänger – trainiert wurden. Im Ernstfall muss jeder Handgriff und auch Schritt sitzen, denn nicht selten geht es um Menschenleben.

Zahl der Einsatzstunden steigt von 600 auf 900

Dafür steht die zweite Zahl: Im vergangenen Jahr rückte die Bermatinger Feuerwehr insgesamt zu 34 Einsätzen aus, davon 21 Technische-Hilfe Einsätze, zehn Brände, sieben Sturmeinsätze. Im Vorjahr betrug die Einsatzstundenzahl noch 600. Dazu erklärte Gutemann: "900 Stunden haben mich schon überrascht, ich rechnete zwar mit einer dreistelligen Zahl, aber nicht so hoch."

Für 40 Jahre im Dienst geehrt: Helmut Wieser (von links), Georg Weizmann, Thomas Moser und Uwe Grupp. Für 25 Jahre wurden geehrt: Martin Amann, Jens Bühler und Klaus Dietz (Dritter, Zweiter und Erster von rechts). Gesamtkommandant Jürgen Gutemann (Mitte links), Kreisbrandmeister Henning Nöh (Mitte) und Bürgermeister Martin Rupp (Mitte rechts) gratulierten.
Für 40 Jahre im Dienst geehrt: Helmut Wieser (von links), Georg Weizmann, Thomas Moser und Uwe Grupp. Für 25 Jahre wurden geehrt: Martin Amann, Jens Bühler und Klaus Dietz (Dritter, Zweiter und Erster von rechts). Gesamtkommandant Jürgen Gutemann (Mitte links), Kreisbrandmeister Henning Nöh (Mitte) und Bürgermeister Martin Rupp (Mitte rechts) gratulierten. | Bild: Jan Manuel Heß

Geleistet wurden diese Stunden von derzeit 65 Aktiven, darunter fünf Frauen – 45 in Bermatingen und 20 in Ahausen. Nun heißt es "Freiwillige Feuerwehr", was bedeutet, dass sich jeder nach seinen zeitlichen Möglichkeiten in diesem Ehrenamt engagiert und sich diese geleisteten Stunden entsprechend nicht gleichmäßig auf alle Mitglieder verteilen. "Bei insgesamt 2700 Stunden, Lehrgänge und Ausschusssitzungen kommen noch hinzu, wären das pro Mitglied 42 Stunden", sagte Gutemann.

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Jedoch entspräche dies leider nicht der Realität, wie der Kommandant weiter ausführte: "Es gibt Kameradinnen und Kameraden, die weit mehr als diese 42 Stunden leisten. Und welche, die nicht einmal auf die Hälfte dieser Stunden kommen, wofür es viele Gründe geben kann." Doch mahnte er an, dass diese Aktiven einmal gründlich in sich gehen und sich darüber klar werden sollten, ob man selbst noch in der Lage sei, die Abläufe sowie die Gerätschaften so gut zu kennen, dass man reinen Gewissens mit seinen Kameraden in den Einsatz gehen würde.

Alessio Rullo (links) und Fabian Grupp haben ihre erste Beförderung zum Feuerwehrmann von Kommandanten Alexander Fink (Mitte) erhalten.
Alessio Rullo (links) und Fabian Grupp haben ihre erste Beförderung zum Feuerwehrmann von Kommandanten Alexander Fink (Mitte) erhalten. | Bild: Jan Manuel Heß

An diesem Punkt setzte auch Uwe Rölle, Verantwortlicher für die Atemschutzausbildung, an: "Es gibt Kameraden, die in den vergangenen zwei Jahren nicht eine Atemschutzübung absolviert haben. Daher kündige ich an, dass, wer 2019 nicht mindestens die Hälfte der Übungen mitmacht, das A von seinem Helm abgenommen bekommt."

Es geht nicht nur ums eigene Leben

Er betonte, dass es besonders beim Atemschutz nicht nur um das eigene Leben gehe, sondern auch um das der Kameraden. Daher sollten auch generell mehr Mitglieder an den Atemschutzausbildungen teilnehmen.