Janis, weißt du, wie dein Schulranzen aussieht?

Der kann leuchten. Er hat Leuchtenstreifen und wenn die Scheinwerfer von Autos drauf sind, können die Autofahrer sehen, dass da jemand läuft und die halten dann an.

Was befindet sich in deinem Schulranzen?

Mäppchen – ein ordentliches und ein Schlampermäppchen, wo ich meine Sachen einfach reinwerfen kann. Was mir besser gefällt? Das ordentliche. Ich habe auch noch eine Kunstkiste. Da sind Buntstifte drin und Pinsel und ein Wasserbehälter.

Und wie sieht deine Schultüte aus?

Die ist mit vielen Dinos und so und selber gebastelt. Meine Mama hat mir dabei geholfen.

Was ist in der Tüte?

Ich weiß es nicht. Ist ja eine Überraschung. Eine einzige Sache weiß ich, weil mein Opa und meine Oma gehen mit mir in den Laden und da darf ich mir was aussuchen für meine Schultüte. Es wird ein Schleich-Tier. Wahrscheinlich ein kleines, große habe ich schon.

Durftest du dir etwas zu deinem ersten Schultag wünschen?

Ja, das Essen. Ich hab mir Spaghetti mit Pesto und Käse gewünscht und ein Eis zum Nachtisch. Vanille mit bissle Schoko drin, das kann man so schön rauskratzen.

Weißt du, was dich an deinem ersten Schultag erwartet?

Ich komme in die 1b zu Frau Schneider. Ich glaub', die kenn' ich schon. Und in der Pause weiß ich schon, mit wem ich spiele, mit Connor und Tim.

Kennst du jemanden, der in deiner Klasse sein wird?

Fabian und Tom. Mit denen habe ich schon gespielt.

Auf was freust du dich bei der Einschulung am meisten und was, glaubst du, erwartet dich da?

Auf die Einschulungsfeier. Es wird bestimmt viel gefeiert und ich glaube, es wird gerechnet.

Das ist die Kunstkiste von Janis, in der sich Farben, Pinsel, ein Wasserbehälter und ein Malerhemd befinden. Unverkennbar Janis' Liebe zu Dinosauriern.
Das ist die Kunstkiste von Janis, in der sich Farben, Pinsel, ein Wasserbehälter und ein Malerhemd befinden. Unverkennbar Janis' Liebe zu Dinosauriern.

(Schwester Helena kommt und zeigt ihm ein Bärchen.)

Helena: Hallo!

Janis (lächelt sie an): Ich mache gerade ein Interview, ich habe gerade keine Zeit.

Worauf freust du dich am meisten?

Auf Sport und auf den Schulspielplatz, den habe ich schon gesehen. Und am liebsten will ich Rechnen und Lesen lernen.

Kennst du schon deinen Schulweg?

Ja, aber meine Mama und mein Papa lassen mich nicht ganz alleine gehen. Ich muss auch ein Stück über die Straße laufen. Meine Eltern begleiten mich erst mal.

Was, glaubst du, ist das Wichtigste an Schule?

Dass man was lernt.

Was willst du denn am liebsten können?

Ich kann ja eigentlich schon fast alles, aber aufs Lesen lernen freue ich mich, damit ich die Bücher selbst lesen kann. Und dann will ich mal meiner Schwester was vorlesen, dann müssen Mama und Papa das nicht immer tun.

Du gehst ja auch einmal in der Woche in die Bücherei zum Vorlesen. Welche Geschichten magst du denn am liebsten?

Dino- und Abenteuer- und Piraten-Geschichten mag ich immer am gernsten. (Nun erzählt Janis ausführlich von seinen eigenen Abenteuern im Wald und von den dort entdeckten Höhlen.)

Janis bewegt sich gern. Das Schwieirigste in der Schule wird für den aufgeweckten Sechsjährigen das Stillsitzen sein.
Janis bewegt sich gern. Das Schwieirigste in der Schule wird für den aufgeweckten Sechsjährigen das Stillsitzen sein. | Bild: Christiane Keutner

Weißt du, was Schulnoten sind und kannst du das erklären?

Hm, meinen Sie wie die Eins-Note und die Zwei-Note? Das bekommt man, wenn man etwas gut macht.

Welche Noten kennst du?

Also die Eins bekommt man, wenn man etwas gut gemacht hat und eine Sechs, wenn man sich keine Mühe gibt.

Was könnte dir eventuell nicht gefallen?

Ich glaub', mir gefällt alles – außer das Rumsitzen, weil ich das langweilig finde.

FRAGEN: CHRISTIANE KEUTNER

150 Euro für die Erstausstattung

  • Ausgaben: Weil die Eltern den Schulranzen antizyklisch bereits im November gekauft haben, konnten sie einen Schulranzen für etwa die Hälfte erwerben. Hefte werden zwischen 20 und 25 Euro kosten, Turnschuhe hatte Janis schon. Insgesamt betragen die Kosten rund 150 Euro.
  • Die Eltern: Mit welchen Emotionen und Erwartungen begleiten sie – selbst Realschullehrer –, ihren Sprößling? "Mit etwas Spannung", sagt die Mama, "aber eher lässig, weil wir Vertrauen in die Grundschullehrer haben", ergänzt ihr Mann. Beide wünschen sich für ihren Sohn Spaß und wollen ihn auch noch Kind sein lassen. Spannend werde sein, wie er sich in der Gruppe zurechtfinden und wie das mit dem Stillsitzen des bewegungsfreudigen Janis sein wird. Auf die Schule haben sie ihn nicht vorbereitet. Die Großeltern haben ihm ein Zahlen- und Buchstabenbuch geschenkt, "und während Autofahrten sagt er uns, dass wir ihm Rechenaufgaben stellen sollen". (keu)