Die Bürger der Gemeinde Bermatingen bleiben in der Corona-Krise besonnen: Diesen Eindruck hat Bürgermeister Martin Rupp von der Stimmungslage. „Ich empfinde die Stimmung als den Umständen entsprechend ruhig. Sicherlich sind wir alle besorgt und verunsichert, was die nächsten Tage und Wochen bringen werden. Ich erlebe aber alles andere als Panik. Unsere Bürgerschaft steht in dieser Zeit zusammen und hilft sich gegenseitig, wo immer möglich. Das ist klasse.“

Gemeinderatssitzung abgesagt

Damit das so bleibt, greifen auch in Bermatingen weitreichende Maßnahmen, die besonders das öffentliche Leben betreffen. So wurde unter anderem die Gemeinderatssitzung für Dienstagabend abgesagt. „Die Beschlüsse werden, wo es möglich ist, im schriftlichen Verfahren eingeholt, so wie es die Gemeindeordnung in solchen Fällen vorsieht“, erläutert Martin Rupp. Die Beschlüsse gelten somit grundsätzlich „als im Sinnen des Antrags beschlossen“, so lange kein Mitglied des Gemeinderats bis zum kommenden Montag, 23. März widerspräche.

Rathaus-Mitarbeiter telefonisch und per Mail erreichbar

Des Weiteren ist das Rathaus für den Publikumsverkehr geschlossen, die Mitarbeiter sind telefonisch und per Mail erreichbar. „Besuche sind nur im Notfall und nur noch nach vorheriger Terminvereinbarung möglich“, erklärt der Bürgermeister.

Bürgermeister Martin Rupp: „Sowohl an der Grundschule, als auch den Kindergärten in Bermatingen und Ahausen sind Notbetreuungen abgefragt worden und werden entsprechend bedarfsgerecht eingerichtet.“
Bürgermeister Martin Rupp: „Sowohl an der Grundschule, als auch den Kindergärten in Bermatingen und Ahausen sind Notbetreuungen abgefragt worden und werden entsprechend bedarfsgerecht eingerichtet.“ | Bild: Jan Manuel Heß

Bedarf an Notfallbetreuung für vier Kinder

Nachdem die Grundschule und die beiden Kindergärten seit gestern geschlossen sind, mussten sich die Verantwortlichen auch um eine Notfallbetreuungslösung kümmern. Martin Rupp erklärt: „Sowohl an der Grundschule, als auch den Kindergärten in Bermatingen und Ahausen sind Notfallbetreuungen abgefragt worden und werden entsprechend bedarfsgerecht eingerichtet.“ Nach aktuellem Stand bestehe in Ahausen kein Bedarf. „In Summe sprechen wir von vier Kindern.“ Da dies sich täglich ändern könne, werde man hier dynamisch vorgehen und je nach Lage handeln.

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Nicht alle Kinder am Montag in der Schule

Rektorin Anja Weber berichtet, in der Grundschule sei es am Tag vor der Schließung recht entspannt zugegangen. Sie sagt: „Es waren nicht alle Schüler gekommen, aber das hatte ich den Eltern auch freigestellt.“ Notfallbetreuungsanfragen gab es nur zwei. Hier wolle man sich mit dem Kindergarten zusammentun, der ebenfalls zwei Anfragen erhalten habe. Zusammen mit ihren Kollegen sei sie die Situation entspannt angegangen, sagte Anja Weber. Hier habe sich die Vorarbeit in der vergangenen Woche ausgezahlt. „Es gab am Montagmorgen keine Welle von Anfragen oder Ähnlichem, da wir bereits in der vergangenen Woche Schüler und Eltern darauf vorbereitet hatten.“

Anja Weber, Rektorin: „In den Lernpäckchen sind Aufgaben, Übungen und weiteres Material für gut drei Wochen drin, das sollte für die meisten Schüler ausreichen. Und jede Klasse steht mit ihrem Klassenlehrer über E-Mail in Verbindung.“
Anja Weber, Rektorin: „In den Lernpäckchen sind Aufgaben, Übungen und weiteres Material für gut drei Wochen drin, das sollte für die meisten Schüler ausreichen. Und jede Klasse steht mit ihrem Klassenlehrer über E-Mail in Verbindung.“ | Bild: Jan Manuel Heß

Lehrkräfte packen Lernpäckchen für die Grundschüler

Das Lehrerkollegium stellte dann am Wochenende Lernpäckchen für jede Klasse zusammen. „Da sind Aufgaben, Übungen und weiteres Material für gut drei Wochen drin, das sollte für die meisten Schüler ausreichen. Und jede Klasse steht mit ihrem Klassenlehrer über E-Mail in Verbindung.“

Rektorin und Sekretärin weiterhin in der Schule

Auch wenn in den kommenden drei Wochen die Klassenräume der Grundschule verwaist sein werden, wird trotzdem immer jemand vor Ort anzutreffen sein. Anja Weber erzählt: „Unsere Sekretärin Britta Böschen und ich sind auf jeden Fall hier.“

Kulturkessel und Mesnerhaus stellen Betrieb ein

Der Kulturkessel und das Mesnerhaus haben ebenfalls den Betrieb eingestellt. Der Auftritt des Kabarettisten Sebastian Schnoy am kommenden Samstag, 21. März ist abgesagt. Auch das am Mittwoch geplante Reparaturcafé im Mesnerhaus ist abgesagt, wie Herbert Grau informiert: „Wegen der aktuellen Coronavirus-Entwicklung findet es nicht statt, das machen wir zum Schutz der Besucher, der Helfer und der mitwirkenden Ministranten.“ Als Ersatztermin ist vorerst der 22. April angesetzt. Ob dieser stattfinden wird, werde sich in den nächsten Wochen zeigen.