Die Herbstübung der Freiwilligen Feuerwehr Bermatingen im Mothariweg in Ahausen hatte einiges zu bieten und verlangte von den Einsatzkräften einiges ab. Neben reichlich Rauch, sah die Ausgangslage einen Brand in einer Garage vor, der auf das Wohnhaus überzugreifen drohte.

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Darüber hinaus wurden vom Besitzer des Anwesens drei Kinder vermisst gemeldet, bei denen unklar war, ob sie körperlich unverletzt waren oder nicht.

Die Abteilung Ahausen der Freiwilligen Feuerwehr Bermatingen ist als erste am Einsatzort eingetroffen und macht sich bereit.
Die Abteilung Ahausen der Freiwilligen Feuerwehr Bermatingen ist als erste am Einsatzort eingetroffen und macht sich bereit. | Bild: Jan Manuel Heß

Für die Feuerwehrfrauen und -männer kam noch erschwerend hinzu, dass sie erst beim Eintreffen über die Einsatzlage ins Bild gesetzt wurden. „Das ist der Unterschied zur unserer Hauptübung im Mai, wo das Szenario im Vorfeld geübt wird. Heute ist das alles realistischer“, erklärt Gesamtkommandant Jürgen Gutemann.

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16.15 Uhr: Als erstes trifft das Löschfahrzeug (LF) 10 der Abteilung Ahausen ein und Einsatzleiter Harald Geißelhardt erkundet die Lage und weißt dem LF seinen Standort zu. Dieses Verfahren heißt im Feuerwehrjargon „Ordnung des Raumes“ und soll verhindern, dass beim Eintreffen der Fahrzeuge Chaos entsteht. Dabei geht es speziell darum, Aufstellflächen für nachrückende Einheiten zu beachten, wie etwa bei der nachalamierten Drehleiter aus Markdorf.

Video: Jan Manuel Heß

Die Leiter wäre ohne eine geeignete Aufstellfläche an der Einsatzstelle nicht einsetzbar. Außerdem müssen Rettungsfahrzeuge die Einsatzstelle auch wieder ungehindert verlassen können. Die Einrichtung einer Patientenablage und die Festlegung von Zu- und Abfahrtswegen in Absprache mit dem Rettungsdienst dienen ebenfalls der Raumordnung am Einsatzort.

Gut ausgebildet und gut ausgerüstet können sie sich aufeinander verlassen: Florian Ruoff (von links), Chris Maier, Stefan Woltmann und Philipp Merkel.
Gut ausgebildet und gut ausgerüstet können sie sich aufeinander verlassen: Florian Ruoff (von links), Chris Maier, Stefan Woltmann und Philipp Merkel. | Bild: Jan Manuel Heß

Schnell ist die verrauchte Garage ausfindig gemacht und ein erster Angriffstrupp macht sich bereit hinein zu gehen, ohne genau zu wissen, was sie dort erwartet. Für Gruppenführer Vito Alvino ein gelungenes Szenario: „Wirklich sehr realistisch, wir wissen zum Beispiel zum jetzigen Zeitpunkt nicht, ob zwei oder drei Kinder vermisst werden.“

Bernd Heinle (vorne) und Alessio Rullo bringen weitere Schläuche zum Einsatzort, damit immer genügend Material bereit liegt und Ersatz vorhanden ist, falls ein Schlauch defekt sein sollte.
Bernd Heinle (vorne) und Alessio Rullo bringen weitere Schläuche zum Einsatzort, damit immer genügend Material bereit liegt und Ersatz vorhanden ist, falls ein Schlauch defekt sein sollte. | Bild: Jan Manuel Heß

16.18 Uhr: Das erste Kind wird bewusstlos in der Garage gefunden und zum Sammelplatz der Schnelleneingreifgruppe (SEG) des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gebracht.

Am Sammelplatz werden die Verletzten von Ärzten und Sanitätern der Schnelleingreiftruppe (SEG) des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Markdorf versorgt.
Am Sammelplatz werden die Verletzten von Ärzten und Sanitätern der Schnelleingreiftruppe (SEG) des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Markdorf versorgt. | Bild: Jan Manuel Heß

Gleichzeitig machen sich weitere Angriffstrupps bereit, die angrenzenden Gebäude zu durchsuchen. Mit der nachalarmierten Drehleiter aus Markdorf wird eine Riegelstellung errichtet, um das benachbarte Wohngebäude zu schützen.

Jürgen Pflug (knieend links) und Philipp Rominger kümmern sich um ein verletztes Kind, das bewusstlos in der Garage gefunden wurde.
Jürgen Pflug (knieend links) und Philipp Rominger kümmern sich um ein verletztes Kind, das bewusstlos in der Garage gefunden wurde. | Bild: Jan Manuel Heß

16.30 Uhr: Das zweite Kind ist gefunden worden und neun Minuten später schließlich auch das dritte Kind. Florian Sattler von der SEG informiert die Einsatzleitung: „Zwei Kinder haben schwere Verletzungen erlitten und das dritte mittelschwere.“

17.52 Uhr: Über die Funkgeräte wird „Feuer aus“ gemeldet und die Einsatzkräfte beginnen mit dem Verstauen der Ausrüstung. Gesamtkommandant Jürgen Gutemann zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden.

Video: Jan Manuel Heß

„Die Abläufe haben sehr gut funktioniert, ebenso die Zusammenarbeit mit den Kameraden der Drehleiter aus Markdorf und dem DRK. Danke an alle Beteiligten.“

Feuerwehr

Die Feuerwehr Bermatingen besteht aus vier Abteilungen in Bermatingen und Ahausen: Zwei Einsatzabteilungen, eine Jugendabteilung und eine Alterskameradschaft. Gesamtkommandant der Wehr ist Jürgen Gutemann, die Abteilungskommandanten sind Alexander Fink (Bermatingen) und Jens Bühler (Ahausen). Die Feuerwehr hat aktuell 65 Aktive, davon fünf Frauen. 31 Mitglieder sind in der Jugendfeuerwehr aktiv, 33 Mitglieder umfasst die Altersabteilung. Die Homepage der Feuerwehr wird derzeit überarbeitet.