Sie sind die Neuen im Bermatinger Gemeinderat. Mit Angelika Bernhardt Welte, Hubert Ziegler, Christian Wegis, Jonas Bechinger sowie Wolfgang Zeidler haben die Bermatinger und Ahauser Wähler fünf politischen Neulinge das Vertrauen geschenkt, denn alle haben gemein, dass sie zum ersten Mal in dieses Gremium gewählt worden sind. Dabei decken sie ein Altersspektrum von 22 bis 64 Jahren ab.

Die Entwicklung eines Konzepts für das Projekt „Wohnen im Alter“ auf dem Gelände des Kellhofs in Bermatingen wird in den kommenden Jahren eine große Herausforderung für die Gemeinde und ihre Räte darstellen.
Die Entwicklung eines Konzepts für das Projekt „Wohnen im Alter“ auf dem Gelände des Kellhofs in Bermatingen wird in den kommenden Jahren eine große Herausforderung für die Gemeinde und ihre Räte darstellen. | Bild: Jan Manuel Heß

Obwohl sie politisch verschiedenen Lagern angehören, eint sie der Wille, sich aktiv für die Belange und das Fortkommen der Gemeinde einsetzen zu wollen. In den kommenden fünf Jahren werden sie sich intensiv mit der Strukturentwicklung in beiden Ortsteilen beschäftigen und mit ihren Stimmen – oder Gegenstimmen – Einfluss darauf nehmen.

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Die bestimmenden Themen werden sein: der Breitbandausbau für ein schnelles Internet, die laufende Umsetzung der Sportstättenkonzeption mit dem Neubau des Vereinsheims sowie der Tribünenerweiterung, die Zukunft des Gasthauses Adler sowie des alten Rathauses in Ahausen und die Konzeption für das Projekt „Wohnen im Alter“ auf dem Gelände des Kellhofs.

Eine weitere große Ausgabe stellt die nachhaltige Renaturierung des Ahauser Mühlbachs dar. Seit Jahren führt er immer weniger Wasser, was auch Folgen für die Tierwelt hat. Viele Insekten und Kleintiere brauchen als Lebensraum ein intaktes Bachklima.
Eine weitere große Ausgabe stellt die nachhaltige Renaturierung des Ahauser Mühlbachs dar. Seit Jahren führt er immer weniger Wasser, was auch Folgen für die Tierwelt hat. Viele Insekten und Kleintiere brauchen als Lebensraum ein intaktes Bachklima. | Bild: Jan Manuel Heß

Jeder hat dabei seinen eigenen Blickwinkel, mit dem er an die anfallenden Aufgaben herangehen wird. Unternehmerisch, sozial, ökologisch und jugendlich. Der SÜDKURIER hat sich mit den fünf neuen Gemeinderäten unterhalten, um den Menschen hinter dem Mandat etwas näher kennenzulernen und vorzustellen.

  • Christian Wegis, Freie Wähler (FW): Im Ortsteil Ahausen kennt er sich bestens aus, ist doch seine Familie seit mehr als 60 Jahren durch das ortsansässige Reise- und Busunternehmen mit diesem Ortsteil fest verbunden. Beruflich führt er das Familienunternehmen in der dritten Generation, zusammen mit seinem Bruder Matthias und seinem Vater Karl-Heinz Wegis. Von klein auf engagiert er sich im Musikverein Ahausen im Trompetenregister und war zudem einige Jahre Vorsitzender. Seit diesem Frühjahr ist er Vorsitzender des Fördervereins des Musikverein Ahausen. In seiner Freizeit ist er zudem leidenschaftlicher Angler. Christian Wegis ist verheiratet und hat drei Söhne. Politisch liegen ihm besonders die Entwicklung von Kindergarten und Schule und vor allem das Vorantreiben des Internetausbaus in der ganzen Gemeinde am Herzen. „Als politischer Neuling möchte ich auf kommunaler Ebene mitwirken, um unbürokratische Entscheidungen zum Wohl der Bürger voranzutreiben.“
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  • Jonas Bechinger, Liste für Bürger und Umwelt (LBU): Er ist mit seinen 22 Jahren mit Abstand der Jüngste im Gemeinderat, aber auch im Ortschaftsrat. Eingeschüchtert ist er dadurch allerdings nicht. Er weiß genau, dass erst einmal zuhören und lernen angesagt ist, was aber nicht bedeuten soll, dass er mit seiner Meinung hinter dem Berg halten wird. Bechinger möchte ein offenes Ohr für Wünsche und Anliegen der Bürger haben, sich dafür stark machen und diesen Anliegen eine Stimme geben. „Zum Beispiel finde ich, dass es mehr Freizeitangebote für Jugendliche geben sollte.“ In der LBU, die nach eigener Auffassung für eine zukunftsbewusste und nachhaltige Kommunalpolitik stehe, glaubt er, seine Ziele besonders gut einbringen zu können. Bechinger engagiert sich in der Freiwilligen Feuerwehr, möchte nicht unbedingt im Rampenlicht stehen, doch versteht er sein Engagement als eine Art Botschaft: „Ich bin hier aufgewachsen und finde es wichtig, dass auch wir jungen Leute uns engagieren.“
  • Wolfgang Zeidler (FDP): Der 64-jährige Geschäftsinhaber einer Firma für Fotovoltaikanlagen in Ahausen ist nicht nur einer, der es geschafft hat, dass die FDP erstmals in den Bermatinger Gemeinderat einzieht, sondern er ist auch einer, der nicht viel davon hält, heiße Themen zu umschiffen. Zudem erwarte er, dass im Gemeinderat Entscheidungen so weit wie möglich im Sinne der Bevölkerung getroffen werden, gleichzeitig fordert er ein stärkeres Engagement der Bevölkerung in der Gemeindepolitik. Bei gewichtigen Themen könne er sich gut vorstellen, die Bürger beispielsweise durch Bürgerentscheide aktiv an der Gemeindeentwicklung zu beteiligen. Eine sachliche Diskussionskultur mit fruchtbaren Ergebnissen ist ihm wichtig. Von den Mitgliedern im Gemeinderat erwartet er sich ein entsprechendes Engagement und die Bereitschaft, sich vor Ort fundiert zu informieren und sich nicht allein auf Akten und die Aussagen der Verwaltung zu verlassen. Im Umgang mit den Bürgern setzt er auf Transparenz und Offenheit. „Ich möchte die Interessen der Gemeindemitglieder aufnehmen, vortragen und – soweit möglich – umsetzen.“ Zeidler ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Um den Kopf freizubekommen, schwingt er sich gerne auf das Fahrrad und erkundet die Natur. Außerdem ist ihm lesen sehr wichtig, wenn ihn ein Thema interessiert – wie aktuell die CO2-Thematik – nimmt er sich viel Zeit, um sich in das Thema zu vertiefen.
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  • Angelika BernhardtWelte (CDU): Dass sie in den Gemeinde- und den Ortschaftsrat einzieht, war für sie selbst eine große Überraschung. Mit diesem Ausgang der Kommunalwahl hätte sie nie gerechnet. Die Themen Familie, Soziales, Tier- und Umweltschutz liegen der studierten Tierärztin schon immer sehr am Herzen. Und dass dies bei ihr keine bloßen Lippenbekenntnisse sind, stellt die vierfache Mutter jeden Tag unter Beweis. Neben ihrer Arbeit als Tierärztin kümmert sie sich um die Familie, die eigene Landwirtschaft, sie bewirtschaftet den Nutzgarten und versorgt die zahlreichen Tiere. Politisch will sie sich für eine bessere Ökobilanz innerhalb der Gemeinde stark machen, etwa durch das intensive Anlegen von Blühstreifen und beim Thema Bauen durch einen nachhaltigen Flächenausgleich. Privat dreht sich bei ihr alles um die Tiere, genauer ihre Esel und Pferde. „Entweder reite ich oder ich führe sie einfach nur. Oder ich spanne sie in die Kutsche ein, das ist gleich, ich genieße es dann einfach, mit ihnen zusammen unterwegs zu sein.“
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  • Hubert Ziegler, Liste für Bürger und Umwelt (LBU): Der gelernte Werkzeugmacher-Meister gehört mit seinen 62 Jahren zu den lebenserfahrenen Neulingen im Gemeinderat. Für ihn persönlich spielt eine umweltfreundliche Entwicklung des gemeindlichen Lebensraums eine starke Rolle in den kommenden Jahren. Und auch bei der Jugendarbeit sieht er wichtige Ansatzmöglichkeiten, etwa für eine naturnahe Ausgestaltung der Gruppenarbeit. Hubert Ziegler ist verheiratet und hat zwei Kinder. In seiner Freizeit ist er im Schützenverein aktiv und zur Entspannung geht er leidenschaftlich gerne fischen.

Die nächste öffentliche Sitzung des Gemeinderats findet am Dienstag, 23. September, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Bermatingen statt.