Schüler sind Lehrer: Bei der Vorstellung der Instrumente für die siebte Bläserklasse, die im Oktober startet, haben die bereits Aktiven den potenziellen Neulingen gezeigt, wie sie Querflöte, Trompete oder Saxofon halten, auf welche Art sie die Lippen formen müssen, damit ein Ton herauskommt, und wie es als Orchester klingt.

Ältere Schüler stellen ihre Instrumente vor

Lehrer der Musikschule und Jens Hacker, musikalischer Leiter der Bläserklasse, griffen hie und da ein, korrigierten den Ansatz oder riefen zum Wechsel der Instrumente auf; manche hatten sich schon schnell auf ein bestimmtes festgelegt und wollten davon gar nicht mehr ablassen.

Andrea Roth, Musikverein Bermatingen: „Das ist eine gelungene Kooperation mit der Musikschule Markdorf, der Grundschule und dem Musikverein Bermatingen.“
Andrea Roth, Musikverein Bermatingen: „Das ist eine gelungene Kooperation mit der Musikschule Markdorf, der Grundschule und dem Musikverein Bermatingen.“ | Bild: Christiane Keutner

Projekt läuft seit 2010

Die jährliche Vorstellung und die Bläserklasse begleitet Andrea Roth vom Musikverein Bermatingen. Sie verwies auf eine Neuerung des 2010 begonnenen musikalischen Projekts: „Früher spielten die Schüler zwei Jahre lang ein Instrument. Jetzt haben wir das auf ein Jahr verkürzt.“ Wenn die Kinder merken, dass ihnen das Instrument nicht liege, könnten sie im zweiten Jahr ein anderes erlernen.

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Ziel ist es, Nachwuchs für den Verein zu gewinnen

Die Dritt- und Viertklässler mit ihren Vorkenntnissen sorgen für Qualität und harmonischen Klang im Gesamtorchester der Bläserklasse. Später bereichern sie das Vororchester des Musikvereins, danach die Jugendkapelle, schließlich das große Orchester. Sicher ist, dass drei der 16 Kinder der aktuellen Bläserklasse ins Vororchester eintreten werden, eventuell auch mehr.

So ist die Haltung richtig: Lehrer Diego Sanz Lopez und Tobias Schauer mit der Posaune.
So ist die Haltung richtig: Lehrer Diego Sanz Lopez und Tobias Schauer mit der Posaune. | Bild: Christiane Keutner

Posaune kommt bei den Jungs gut an

Nach dem Ausprobieren notierten die künftigen Jungmusiker, welches Instrument sie bevorzugen und welches sie alternativ gern lernen würden. Denn zum einen sollte das Orchester aus allen Registern bestehen, zum anderen passt das auserkorene Instrument nicht unbedingt zum Spieler. Sven aber will nur eins: An erster, zweiter und dritter Stelle hat er „Posaune!“ notiert.

Jeder hat eine zweite und dritte Wahl

Die Posaune gefällt auch Felix, „weil ich es cool finde, dass man die nach vorn schieben und zurückziehen muss“. Leicht war es für ihn, einen Ton herauszubekommen. Sein Instrument der zweiten Wahl ist die Querflöte, die dritte das Waldhorn.

Sina möchte gern Querflöte lernen

Das Argument für Sina, sich für die Querflöte zu entscheiden? „Sie ist leicht zum Spielen und zum Tragen und sie hat einen schönen Ton.“ Am Anfang sei es schon ein bisschen schwierig gewesen, einen Ton herauszubekommen, „aber dann ging es eigentlich.“

Jens Hacker, Leiter der Bläserklasse: „Die ersten Blässerklassenschüler spielen schon in der großen Musik und übernehmen Verantwortung.“
Jens Hacker, Leiter der Bläserklasse: „Die ersten Blässerklassenschüler spielen schon in der großen Musik und übernehmen Verantwortung.“ | Bild: Christiane Keutner

Sebastian liebt die Trompete

Sebastian liebt die Trompete. Mit ihr hat er begonnen und mit ihr will er nach einer Pause weitermachen: „Es ist am leichtesten, die zu bedienen: Man hat nur drei Knöpfe, aber man kann drei Töne auf einmal machen und das ergibt wieder einen neuen Ton.“

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Musizieren fördert Teambildung und soziale Verantwortung

Gleichgültig, welches Instrument gewählt wird: Alle wirken auf dieselbe Weise. „Es ist bewiesen, dass durch Musizieren neue Verknüpfungen im Gehirn entstehen. Das Spielen im Orchester fördert die Teambildung, stärkt soziale Verantwortung und das Miteinander“, sagt Jens Hacker.

Ehemalige Bläserklassen-Schüler übernehmen Verantwortung im Verein

Bester Beweis sind die ersten Bläserklassen-Teilnehmer: Bereits Mitglieder der „großen Musik“, tragen sie entsprechend Verantwortung, sind Jugendleiter und Leiter des Vororchesters. „Da sieht man, dass die Bläserklasse Früchte trägt und das macht einen auch ein Stück weit stolz“, sagt Jens Hacker. Nach fast zehn Jahren Bläserklasse sei das Interesse ungebrochen, ebenso der Spaß auf beiden Seiten.