Die 56 Tapferen, die der Einladung der Gemeinde gefolgt waren und sich trotz hoher Temperaturen mit Bürgermeister Martin Rupp auf die mehrstündige Weinwanderung auf den Premiumweg begeben hatten, hatten noch genug Puste, um bei den Weinstationen ein fröhliches Anstoßlied zu singen. Alle errreichten gut gelaunt und trotz Hitze sehr beschwingt das Torkelfest.

Neugierig waren die Einheimischen, aber auch Biberacher, Binzwanger und Freiburger Gäste auf die Rebsorten-Schilder, die die Gemeinde auf Anregung von Winzermeister Mathias Dilger entlang des Premiumwegs angebracht hat. "Mich hatten immer wieder Leute gefragt, was wächst hier, was ist das, und so hatte ich Sarah Berenbold und Barbara Raeder vom Touristischen Arbeitskreis (TAK) gefragt, ob man nicht ein paar Schilder aufstellen könnte. Bermatingen ist ja ein Weindorf." Das stellte Barbara Raeder während der Wanderung vor und sie erläuterte die Schilder mit den Schmunzelsprüchen und den Ausführungen zu den unterschiedlichen Rebsorten.

Die konnten die Wanderer gleich kosten. Zwischen Spätburgunder- und Ruländer-Reben gab es jede Menge interessanter Informationen rund um den Anbau, um die Mühe, die wie 2009 von einem Hagelsturm innerhalb 20 Minuten zerstört werden kann, aber auch die Freude, die ein guter Jahrgang bringt. "Wir schaffen hier zusammen, der eine hilft dem anderen", stellte Dilger die Winzer vor, erläuterte die Arbeitsweisen und was es bedeutet, wenn die Sonne unbarmherzig brennt: Da die Trauben derzeit kaum Wasser beinhalten, sei die Gefahr von Sonnenbrand relativ gering. Mit einem Frischling und Bärsecco rosé hatte der sonst auf Rotwein ausgerichtete Winzer den Wanderern, dem Wetter angepasst, zwei spritzige Tropfen spendiert, die von ihm und vom elfjährigen Sohn Benjamin ausgeschenkt wurden.

Einen leichten Rosé offerierte auch Volker Faust vom Weingut Markgraf von Baden, für das Bermatingen eigentlich der Spätburgunder-Standort ist, wo aber auch die für Baden eher untypische Sorte Schwarzriesling angebaut wird. Er beantwortete ebenso viele Fragen und ganz Mutige probierten zum Schluss noch den Roten.