Uhldingen-Mühlhofen Ein grundsätzliches „Ja“ zur „Echt Bodensee Card“

Der Gemeinderat Uhldingen-Mühlhofen hat die Vorstellung des Projekts „Echt Bodensee Card“ zur Kenntnis genommen und eine Grundsatzentscheidung über die Teilnahme der Gemeinde Uhldingen-Mühlhofen an der elektronischen Gästekarte ab voraussichtlich Januar 2017 getroffen. Die Gemeindeverwaltung soll jetzt die genauen Vertragsregelungen aushandeln und dem Gremium zur Entscheidung vorlegen. Gemeinde nimmt grundsätzlich teil

Der Gemeinderat Uhldingen-Mühlhofen hat sich in seiner jüngsten Sitzung grundsätzlich für die Teilnahme an der „Echt Bodensee Card“ (EBC) ausgesprochen. Die elektronische Gästekarte soll voraussichtlich ab Januar 2017 im Gebiet des Verkehrsverbunds Bodensee-Oberschwaben (Bodo) eingeführt werden. Das Ratsgremium beauftragte die Verwaltung, die genauen Vertragsregelungen auszuhandeln und wieder zur Entscheidung vorzulegen. „Es ist ein tolles Modell“, urteilte Bürgermeister Edgar Lamm, der nach dem Beschluss des Gremiums von einer „richtigen und guten Entscheidung“ sprach.

Eingangs gab Projektbetreuer Andreas Feustel aus Oberstaufen Erläuterungen zur EBC. Die neue Gästekarte sei von langer Hand auf verschiedenen Ebenen vorbereitet worden, sagte er. Das elektronische Gästekartensystem bestehe aus mehreren Komponenten: dem Hintergrundsystem, den Terminals bei den Gastgebern und touristischen Freizeiteinrichtungen sowie den Chipkarten. Ein elektronisches Meldewesen sei Grundvoraussetzung für die Einführung der EBC.

Edgar Lamm machte darauf aufmerksam, dass eine Gemeinde nur geschlossen an der EBC teilnehmen könne, also mit allen meldepflichtigen Übernachtungen. „Ein Gast in einer Gemeinde, die nicht der EBC beigetreten ist, kann die Gästekarte nicht kaufen.“ Wie es weiter hieß, erhalte der Gast seine EBC ab der ersten Übernachtung bei seiner Ankunft vom Gastgeber. Dafür melde der Gastgeber seine Gäste mit den erforderlichen Daten aus der Hotelsoftware über das elektronische Gästekartensystem an und stelle die Karten für seine Gäste aus. Jeder Gast bekomme so seine für ihn und seine Aufenthaltsdauer freigeschaltete Karte. Lamm lobte: „Das Landkreis übergreifende Angebot wird erheblich zur Attraktivitätssteigerung der Destination Bodensee-Oberschwaben beitragen und damit nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit steigern, sondern auch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Destinationen erreichen können.“ Feustel schloss sich dem an. „Es gibt Vergünstigungen für alle Gäste. Eine Attraktivitätssteigerung für Uhldingen-Mühlhofen und die gesamte Region.“ Eine Testphase sei ab Januar 2017 in Pilotgemeinden geplant, der offizielle Start sei für April 2017 vorgesehen, mit anschließender flächendeckender Einführung.

Gemeinderat Hans Joachim Jaeger (CDU) hielt es für „höchste Zeit, dass man hier was macht“, und verwies auf Vorarlberg. „Dort funktioniert es bereits hervorragend.“ Helga Boonekamp (FW) sagte, die EBC sei längst überfällig. Sie wünschte sich eine Beteiligung der Schifffahrt. Dies sei aber nicht ganz so einfach, antwortete Rupert Mayer vom Amt für Kreisentwicklung und Baurecht des Landratsamtes. Auch Helmut Halbhuber (FW) fand die Einführung „sehr gut“. Er mahnte aber an, dass bei vielen Gastgebern noch Überzeugungsarbeit erforderlich sei, da sie die EBC nicht wollten. Halbhuber erinnerte an eine notwendige Regelung beispielsweise für Messebesucher, die eine solche Karte nicht bräuchten. Während Jean-Christophe Thieke (CDU) vor Ausnahmen beim Solidarbeitrag warnte, befürchtete Volker Hochrein (FDP) Datenmissbrauch. Sehr kritisch stand Erwin Marquart (CDU) der EBC gegenüber. Die Qualität des Personennahverkehrs sei schon heute in Zügen „denkbar schlecht“, in Bussen sei es nicht viel besser. „Es wird eine absolute Herausforderung.“

 

„Echt Bodensee Card“

 

Die Karte: Seit vielen Jahren wird die Einführung einer elektronischen Gästekarte zur kostenlosen Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs und des touristischen Ermäßigungspakets gefordert. Sie soll ab Januar 2017 als „Echt Bodensee Card“ (EBC) zur Verfügung stehen und die bestehenden Gäste- und Kurkarten auf Papierbasis ablösen. Das Projekt wird seit 2013 von der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH (DBT), dem Verkehrsverbund Bodo sowie den Landkreisen Bodenseekreis, Ravensburg und Lindau vorangetrieben; die Federführung des Projekts liegt beim Bodenseekreis. Mit der Einführung soll die technische und organisatorische Grundlage für eine Weiterentwicklung von touristischen Produkten in der Region Bodensee-Oberschwaben geschaffen werden.

 

Vorteil für den Gast: Die EBC ist ein Freifahrtschein für Busse und Bahnen in der Region (außer Fernverkehr). Innerhalb des Bodo-Gebietes fahren die Gäste mit der EBC beliebig oft und gratis während ihres Aufenthaltes. Die EBC und die kostenlose Nutzung des Nahverkehrs im Bodo sollen über einen Solidarbeitrag von 1 Euro pro Nacht und Gast finanziert und über die Kurtaxe abgerechnet werden. Damit sollen die Gäste der teilnehmenden Gemeinden einen Mehrwert in der Region erhalten.

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