Überlingen "foto-weise": Modernes Buch zur Emblematik

Robert Honstetter und Herbert Schnekenburger haben ein eigentlich ausgestorbenes Genre, die Emblematik, neu belebt. Sie stellten ihr Buch "foto-weise" erstmals in der Freien Kunstakademie in Überlingen vor.

Die barocke Emblematik, ein eigentlich ausgestorbenes Genre, haben Robert Honstetter und Herbert Schnekenburger in ihrem Buch "foto-weise" neu belebt – ironisch-amüsant und ohne den moralischen Zeigefinger der historischen Vorbilder. Ihr Gemeinschaftswerk stellen die zwei früheren Gymnasiallehrer in der Freien Kunstakademie vor. Der Titel hält, was der Untertitel schelmisch verspricht: Schnekenburgers Bilder und Honstetters Texte verbinden sich in 58 modernen Emblemen "zum also ergötzlichen wie nützlichen Gebrauch". Die meisten Fotos sind Vertreter der Gattung "street photography", sie zeigen ungestellte Straßen- und Alltagsszenen, die über das Augenscheinliche hinaus Geschichten erzählen. Dieses "emblematische Potenzial" fiel Honstetter beim Betrachten von Bildern seines Freundes auf, es war der Start ihres Projekts. Die beiden sind ein eingespieltes Team: Honstetter dekodierte bereits in zwei Büchern, die Schnekenburger lektorierte, die barocken Embleme auf dem Kachelofen im Salemer Schloss sowie in der Wallfahrtskirche von Mainwangen.

Das Barock war die Blütezeit der Emblematik, ein Rätselraten mit pädagogisch-moralischem Anspruch für die gesamteuropäische Bildungselite. Ein Emblem besteht aus einem Bild und einem meist lateinischen Motto. Den Zusammenhang erläutert ein Erklärtext, die Subscriptio, die oft nur in Emblembüchern zu finden ist. Das Interesse an der Emblematik schwindet mit der Aufklärung. Denn diese ermutigt die Menschen, selbst zu denken, statt sich auf Autoritäten wie antike Philosophen oder Kirchenväter zu berufen.

Ein Emblembuch braucht man für "foto-weise" nicht. Die Autoren liefern alles frei Haus – und lassen dem Leser dennoch Raum für weitere, eigene Gedanken. Als Motti wählte Honstetter "lateinische Sentenzen klassischer Provenienz", etwa von Cicero, der auch das Motto für ein knutschendes Paar vor einem veganen Restaurant liefert: "Keine Regel ohne Ausnahme". Honstetter, gebürtiger Konstanzer, hat dazu gleich zwei Erklärtexte verfasst, einen auf schwäbisch, einen auf alemannisch, den er exklusiv in Überlingen vorträgt, mit Blick auf den Weihnachtsmarkt: "En Veggie kasch's ganz Johr sei, heut isch e Wurscht oder au zwei."

Das Buch "foto-weise" hat 140 Seiten (Broschur) und kostet 15 Euro. Es ist noch nicht im Buchhandel, aber erhältlich bei: Robert Honstetter, Im Bühl 6, 88682 Salem. Anfragen per E-Mail an: foto-weise@email.de

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