Überlingen Viel Regen und wenig Wind bei Herbst-II-Regatta

Mehr als drei Wettfahrten waren bei der Herbst-II-Regatta wegen Flaute und Regen nicht drin. Trotzdem boten 40 Holzboote ein imposantes Bild. Immerhin: Zur Siegerehrung kam noch die Sonne raus.

Überlingen – Den einen war das Lachen schon lang vergangen, aber viele Segler nahmen es dennoch mit Humor, als der Überlinger Yacht-Club-Präsident Erich Frieling bei der Siegerehrung der Herbst-II-Regatta am Sonntagnachmittag ein heikles Thema ansprach: „Übers Wetter will ich gar nicht reden...“ Ernst Zollinger vom Lacustre-Verband sah das Thema allerdings etwas pragmatischer: Die Regatta bot die günstige Gelegenheit, „vor dem Einwintern noch die Segel zu duschen, die können heute noch in der Sonne trocknen“.

Nach der Regatta trocknen die Segel bei blauem Himmel.
Nach der Regatta trocknen die Segel bei blauem Himmel. | Bild: Dieter Leder

Dabei hatte die 66. Herbst-II-Regatta am Freitagmittag noch verheißungsvoll bei schönem Herbstwetter begonnen: Der Bodensee-Yacht-Club Überlingen als Veranstalter hatte für die erwarteten imposanten Holzboote die besten Plätze in ihrem Hafen geräumt: Sechs 8-Meter-Yachten, neun 75-qm und acht 45-qm Nationale Kreuzer sowie 17 elegante Lacustre-Segelboote waren für die Regatta gemeldet und kamen von allen größeren Segelclubs am See. Darunter befanden sich auch 13 Boote aus der Schweiz und Österreich.

Im Hafen in Überlingen herrschte dann auch emsiges Treiben und Rangieren. Nicht jedes der großen Holzboote passte in den dafür vorgesehen Liegeplatz. Trotz des schönen Wetters am Freitag drehte sich an diesem Tag schon viel um warme Pullover, Heizlüfter und Ölzeug, denn jeder kannte den Wetterbericht und wusste, was ihn die nächsten zwei Tage erwarten würde.

Das Wetter am Samstag war wie erwartet: Ein tief verhangener grauer Himmel, ein paar Regentropfen und kaum Wind sorgten für lange Gesichter. Kurz nach 12 Uhr wurde der erste Lauf gestartet und nach knapp einer Stunde abgebrochen. Die Boote standen regungslos vor Dingelsdorf an der Luv-Tonne. Als nach zwei Stunden Warten endlich Wind einsetzte, setzte auch ergiebiger Dauerregen ein. Dennoch: Bei Wind und Regen konnten noch zwei Wettfahrten stattfinden.

Herbst-II-Regatta im Überlinger See: Seglerromantik bei strömendem Regen.
Herbst-II-Regatta im Überlinger See: Seglerromantik bei strömendem Regen. | Bild: Dieter Leder

Am kalten Sonntagmorgen wurde die Langstrecke gestartet: „Verstehen sie Spaß?“, meinte einer der Teilnehmer rückblickend auf den Vorabend: Im Fernsehen lief die bekannte Sendung, die teilweise auf dem Clubschiff gefilmt wurde. Und der Segler meinte das auch ironischerweise vorausschauend, denn mit dem nachlassenden Regen ließ auch der Wind nach: Die Langstreckenregatta musste verkürzt werden.

Als alle Boote zur Siegerehrung wieder im Hafen lagen und die Segel trockneten, kam die Sonne raus. Und ein bisschen Wind gab es auch. Das Siegerboot bei den 45er hieß übrigens „Windspiel“ – ein passender Titel für die 2017er Herbst-II-Regatta.

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