Owingen, Überlingen VdK-Kreisverband Überlingen feiert Geburtstag: 70 Jahre für soziale Gerechtigkeit

200 geladene Gäste haben mit dem VdK-Kreisverband Überlingen 70. Geburtstag gefeiert. Im Kultur/O in Owingen standen der Wandel der Aufgaben im Verlauf der Jahrzehnte und die großen Themen des VdK heute im Mittelpunkt.

Owingen/Überlingen – Was Sozialverbände alles leisten, wissen vor allem Menschen, die einmal dort Hilfe gesucht haben. Der VdK ist mit 1,8 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband in Deutschland. Die Abkürzung stand bei der Gründung 1950 für "Verband der Kriegsbeschädigten". Heute lautet der offizielle Name "Sozialverband VdK Deutschland" und im Mittelpunkt stehen die Themen soziale Gerechtigkeit sowie die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Der Verband fungiert als Experte und Berater in sozialrechtlichen Fragen und unterstützt Betroffene, Widersprüche gegen nachteilige Bescheide einzulegen oder den Klageweg zu beschreiten. Ferner nutzt der VdK seine Kompetenz und Größe, um als Lobbyist zu Themen wie Altersarmut, Pflege oder Teilhabe Stellung zu beziehen.

Ansprechpartner vor Ort sind die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Kreis- und Ortsverbänden. Sie beraten, helfen Anträge auszufüllen und organisieren Begegnungen oder Veranstaltungen für Menschen mit und ohne Handicap. Der VdK-Kreisverband Überlingen feierte am Wochenende seinen 70. Geburtstag. Kreisvorsitzender Peter Kammer begrüßte im Kultur/O in Owingen rund 200 geladene Gäste und freute sich über das Erscheinen zahlreicher Gratulanten des Verbands sowie politische Mandatsträger.

"Die Sozialverbände und besonders der VdK sind für mich wichtige Dolmetscher", sagte Landrat Lothar Wölfle. Dem Dienstherrn des Sozialamts ist bewusst, dass es nicht immer leicht ist, bei einer großen Behörde seine Ansprüche vorzubringen. Die komplexe Sozialgesetzgebung tut ihr Übriges. Hier ist die Hilfe des VdK sehr willkommen. Dazu wies er auf die wachsenden finanziellen Herausforderungen hin: "Wir haben 23 200 Menschen mit körperlichen Behinderungen im Bodenseekreis und die Zahl der Leistungsberechtigten steigt – auch durch das neue Teilhabegesetz. Wir brauchen mehr Geld im System und mindestens einen weiteren Pflegestützpunkt im Landkreis."

Das sieht Hans-Josef Hotz, Geschäftsführer des VdK-Landesverbands, genauso. In seiner engagierten Rede skizzierte er die Entwicklung des Verbands von der Nachkriegsinitiative zu einer modernen Institution, die sich der sozialen Gerechtigkeit widmet. "Einer unserer herausragendsten Erfolge ist die Reform der Pflegeversicherung. Dafür haben wir seit vielen Jahren gekämpft", führte Hotz aus. Seit Januar 2017 gilt ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, mit weitreichenden Änderungen vor allem für Demenzkranke und Menschen mit psychischen Erkrankungen. Im kommenden Bundestagswahlkampf wird sich der VdK vor allem bei den Themen Altersarmut und Rente einbringen. "Der Sozialverband VdK fordert eine Reform, mit der die Rente wieder armutsfest wird", sagte Hotz.

Moderator Karlheinz Fahlbusch bat zu einer Talkrunde auf die Bühne. Peter Kammer berichtete, dass der Kreisverband Überlingen 2064 Mitglieder zählt und sich die zwölf Ortsverbände über neue ehrenamtliche Helfer freuen würden. Hans-Josef Hotz musste einräumen, dass das Durchschnittsalter der Mitglieder in Baden-Württemberg bei 63 Jahren liegt – aber das Vorurteil, ein Rentnerverein zu sein, ließ er nicht gelten. Dagegen sprächen die vielen Neuzugänge. Als lebenden Beweis hatte Karlheinz Fahlbusch den 18-jährigen Felix Sieber auf die Bühne gebeten: "Ich kenne die Arbeit des VdK durch meinen Vater und finde es wichtig, sich für ältere Mitbürger zu engagieren."

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Überlingen
Überlingen
Überlingen
Überlingen
Überlingen, Sipplingen
Überlingen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren