Überlingen Umjubelte Premiere im Noltes

Oliver Nolte und Michael Lauenstein glänzen mit „Novecento – Die Legende des Ozeanpianisten“

Ein Ozeandampfer, ein nebliger Silberstreif am Horizont, dahinter liegt Amerika. „Es gibt immer einen, der es zuerst entdeckt.“ So beginnt der Trompeter Tim Tooney die phantasievolle Welt seines Freundes und Pianisten Danny Boodman T. D. Lemon Novecento zu erklären. Wobei Novecentos vollständiger Name alleine schon eine Kurzgeschichte darstellt, wie er zu dem Namen allerdings kam, ist eine noch viel längere Kurzgeschichte – eine unter vielen.

Tim Tooney erzählt so ziemlich alle Geschichten über Novecento. Es sind unglaubliche Geschichten über eine ganz besondere Freundschaft. Es sind aber auch magische Geschichten, fesselnd, faszinierend, phantasievoll und verrückt. Und wenn es mal ausweglos erscheint, dann nimmt die Geschichte einen neuen, unerwarteten Lauf. Oder, wie Tim Tooney es formuliert: „Du bist nicht wirklich aufgeschmissen, solange du noch eine gute Geschichte hast, und jemanden, dem du sie erzählen kannst.“

Tim Tooney wird gespielt von Oliver Nolte. Der beweist in seiner neuesten Rolle seine ganzen schauspielerischen Stärken. Denn eigentlich ist das Stück Novecento nur ein Monolog, aber Oliver Nolte spielt mal Tim Tooney, er spielt mal Novecento, er spielt den Kapitän, dann spielt er Trompete, Schlagzeug, Posaune, Banjo, und noch viel mehr. Er alleine spielt das alles einsam auf Deck, oder als Dialog im schlimmsten Sturm oder beim sentimentalen Finale. Ja, da ist nur einer auf der Bühne, und der kommt völlig ohne irgend welche Hilfe aus: Er wechselt mal die Jacke, ansonsten hält er sich an seiner Bierflasche und an seinem Koffer fest, mehr Requisiten braucht es nicht. Alles andere ist pures fesselndes und faszinierendes Theater der Extraklasse à la Oliver Nolte.

Doch halt, hinter dem Gazevorhang gibt es einen zweiten Mitspieler auf der Bühne: Michael Lauenstein begleitet Oliver Nolte am Klavier. Mal verschwindet er im Schatten, dann spielt er wieder im Lichtspot ein herrlich begleitendes Klavier, mal dominant als Jazzorchester, dann wieder als melancholische Hintergrundmusik. Doch das ist nicht sein einziger Einsatz an diesem Abend: Die so bekannt und harmonisch klingende Anfangs- und Schlussmelodie wurde von ihm selber komponiert.

Es ist eine unglaubliche Leistung, die Oliver Nolte und Michael Lauenstein mit „Novecento – Die Legende des Ozeanpianisten“ in Noltes Cultur Lounge vollbringen. Das Publikum bei der Premiere im ausverkauften Haus dankte den beiden mit langem und kräftigem Applaus, und vielen Bravos.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Historische Momente
Neu aus diesem Ressort
Überlingen
Überlingen
Überlingen
Überlingen
Überlingen
Überlingen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren