Überlingen Sturmtief "Burglind" wütet auch in Überlingen

Mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde sorgte der Sturm in Überlingen für chaotische Verhältnisse, umgestürzte Bäume und Verkehrsbehinderungen

Orkanartige Böen sind am Mittwochmorgen über den Westen Deutschlands hinweggefegt. Sturmtief "Burglind" bewegte sich in den Morgenstunden auf die Bodenseeregion zu, ehe es Überlingen mit voller Härte traf. Windböen mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde fegten über die Straßen und Gärten hinweg und sorgten örtlich nicht nur für umgestoßene Baustellen-Barrikaden, Tische und Stühle, sondern auch für erhebliche Verkehrsbehinderungen bei der Bahn und auf den Straßen.

Die Polizei appellierte an Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor umherfliegenden Gegenständen und umstürzenden Bäumen. Der Fährbetrieb zwischen Überlingen und Wallhausen musste zwischen 12 und 15 Uhr eingestellt werden, wie Michael Giess von der Personenschifffahrt Giess und Giess dem SÜDKURIER mitteilte. "So etwas habe ich auf dem Bodensee noch nie erlebt", sagte er. Der Wind sei so enorm gewesen, dass das Wasser der hohen Wellen die Scheiben am Führerhäuschen bespritzt hätte. Die Überfahrt ist laut Michael Giess zwar sehr wackelig, aber auch bei Sturm zu bewältigen. "Das Problem ist das Anlegen. Wir haben an der Anlegestelle in Überlingen über eine halbe Stunde gebraucht. Dass wir das überhaupt geschafft haben, war eine Meisterleistung", erklärte Giess.

Auch der Fährbetrieb zwischen Konstanz und Meersburg musste mehrmals eingestellt werden. Während die Schiffe sonst bei jedem Wetter im Pendelverkehr die Bodenseeufer verbinden, mussten sie vor „Burglind“ kapitulieren. Regelmäßige Nutzer der Schiffsverbindung erinnern sich an keinen vergleichbaren Fall in den vergangenen Jahren. Mit einer Ausnahme: Im März 2017 musste der Verkehr aufgrund eines Föhnsturms für eine Stunde pausieren.

Die Freiwillige Feuerwehr Überlingen war mit mehreren Fahrzeugen und 25 Personen im Einsatz, wie Pressesprecher Hans-Jörg Dieringer in einer Pressemitteilung erklärte. Auf der Landesstraße zwischen Deisendorf und Tüfingen stürzten gleich zwei Bäume hintereinander auf die Straße. In Überlingen wurde der Verkehr auf der B31 ebenfalls durch umstürzende Bäume behindert. Am Strandweg zerquetschte ein Baum ein geparktes Auto. Personen kamen dabei nicht zu schaden.

Im Stadtpark wurde es für Fußgänger und Jogger besonders gefährlich: Große Äste brachen ab und fielen auf den Fußgängerweg. Die Baustellen-Barrikade wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Bild: Sebastian Küster
Im Stadtpark wurde es für Fußgänger und Jogger besonders gefährlich: Große Äste brachen ab und fielen auf den Fußgängerweg. Die Baustellen-Barrikade wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Bild: Sebastian Küster | Bild: Sebastian Küster

Wer am gestrigen Mittwoch mit dem Zug unterwegs war, musste sich gedulden, denn zwischen Überlingen und Uhldingen-Mühlhofen waren auch umgestürzte Bäume für eine komplette Sperrung verantwortlich. Wie die Bundespolizeiinspektion Konstanz mitteilte, konnte der Bahnverkehr nach 90 Minuten wieder aufgenommen werden.

Am Nachmittag beruhigte sich die Lage in Überlingen. Der Schiffs- und Fährverkehr konnte wieder aufgenommen werden, die Züge fuhren regelmäßig und die Straßen waren von umstürzenden Bäumen befreit.

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