Überlingen Stadt will mehr Kontrolle über Veranstaltungen

Ein neues Vergabekonzept soll die Quantität und Qualität von Festen und Märkten in der Innenstadt regulieren. Der Kulturausschuss soll nächste Woche über das Konzept beraten, der Gemeinderat es im März beschließen.

Mit einem neuen Veranstaltungskonzept will die Stadtverwaltung künftig besser kontrollieren können, welche Veranstaltungen an welchen öffentlichen Plätzen stattfinden. "Die Stadt Überlingen sieht es als wichtige Aufgabe an, öffentliche Flächen und hierbei namentlich die zentralen Plätze der Überlinger Altstadt qualitätsvoll zu gestalten", heißt es in der Präambel des Vergabekonzepts, das die Abteilung Öffentliche Ordnung entwickelt hat und das am kommenden Mittwoch dem Gemeinderatausschuss für Bildung und Kultur zur Beratung vorgelegt wird.

Vorausgegangen ist diesem Schritt eine Diskussion im Gemeinderat über Geschmack und Geschäftstätigkeit auf dem Landungsplatz und der Uferpromenade vor knapp einem halben Jahr, die Stadtrat Reinhard Weigelt (FDP) angestoßen hatte. Der Eisbahnbetreiber, der den Landungsplatz bislang selbst nutzte, übte nach dem Foodtruck-Festival im September Kritik an "externen Veranstaltungen". Weigelt am 27. September im Gemeinderat: "Wir hatten in diesem Jahr auf dem Landungsplatz einen italienischen Markt, zwei französische Märkte und am letzten Wochenende ein Foodtruck-Festival." Dies seien Veranstaltungen, die "unseren Überlinger Geschäften, unseren Gastronomiebetrieben und unserem Wochenmarkt eindeutig Konkurrenz machen".

Auch Oberbürgermeister Jan Zeitler sah Handlungsbedarf: "Wir müssen uns ernsthaft Gedanken machen, welche Qualität wir insbesondere auf dem Landungsplatz wollen." Das Problem: Bislang werden Veranstaltungen allein auf Grundlage des Straßenrechts genehmigt. Dies hat zur Folge, dass die Stadtverwaltung keine Auswahl der Veranstaltungen treffen kann. Um das zu ändern, soll der Gemeinderat das neue Vergabekonzept beschließen.

In dem Papier ist klar definiert, welche Art und wieviele Veranstaltungen nach Willen der Stadt auf welchen Platz stattfinden dürfen. Aufgelistet sind Landungsplatz, Uferpromenade, Mantelhafen, Hofstatt, Münsterstraße, Münsterplatz, Schlachthofplatz, Badgarten, Fischerwiese, Kurgarten am See und Altbirnau. Grob zusammengefasst sollen im Innenstadtbereich nur noch etablierte Veranstaltungen wie das Promenadenfest, der Töpfermarkt, "ÜB on Ice" oder die "Beach-Days" erlaubt werden. Trödel- und Jahrmärkte sowie Informationsveranstaltungen sollen hingegen künftig nur noch an der Zimmerwiese oder in Altbirnau stattfinden.

Nicht als Veranstaltungsort aufgelistet ist der derzeit heftig diskutierte Chantilly-Platz, der jedoch unter die Kategorie "Plätze und Flächen, die im Rahmen der Landesgartenschau 2020 entstehen" fallen könnte und in diesem Fall nachträglich in das Konzept aufgenommen werden soll. Auch für den Seesportplatz soll erst nach dessen Umgestaltung festgelegt werden, welche Veranstaltungen dort künftig erlaubt sein werden. Der Gemeinderat wird im März über das Konzept entscheiden.

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