Überlingen Sommertheater: Förderverein wartet noch auf Verträge

Noch sind die Verträge für das Sommertheater von der Stadt Überlingen nicht unterschrieben, die auch künftig als Veranstalter auftreten soll. In Wangen im Allgäu machten indessen Veranstalter, Stadt und Künstler schon Appetit auf die vergnügliche Kost und ein Programm mit hoher Unterhaltungsqualität, das der künstlerische Peter Raffart dennoch unter den provozierenden Tenor „Geld, Gier und Gewissen“ stellt. Erst als Spätsommertheater soll dieses Repertoire ab 30. August auch hinter der Kapuzinerkirche zu sehen sein.

Noch sind die Verträge für das Sommertheater von der Stadt Überlingen nicht unterschrieben, die auch künftig als Veranstalter auftreten soll. In Wangen im Allgäu machten indessen Veranstalter, Stadt und Künstler schon Appetit auf die vergnügliche Kost und ein Programm mit hoher Unterhaltungsqualität, das der künstlerische Leiter Peter Raffalt dennoch unter den provozierenden Tenor „Geld, Gier und Gewissen“ stellt. Erst als Spätsommertheater soll dieses Repertoire ab 30. August auch hinter der Kapuzinerkirche zu sehen sein.

Apropos Geld: Mit rund 250 000 Euro bezifferte Manfred Wolfrum, Vorsitzender des Vereins Festspiele Wangen, das Budget des letzten Jahres. Dabei kann der Verein auf rund 50 000 Euro Sponsorengelder setzen und bekommt einer Zuschuss des Landes in Höhe von 45 000 Euro. Der Rest konnte über die Eintrittsgelder von mehr als 7000 Zuschauern erwirtschaftet werden. „Wir haben bisher immer schwarze Zahlen geschrieben“, erklärt Wolfrum. Gut zurücklehnen konnte sich bei der Pressekonferenz zu den Festspielen Wangens Bürgermeister Michael Lang angesichts dieser Bilanz und zufrieden feststellen: „Die Festspiele Wangen sind das Kulturprogramm im Sommer und inzwischen ein Wirtschaftsfaktor in der Stadt.“ Ganz so scheint dies in Überlingen noch nicht gesehen zu werden.

Nach der Decke strecken müssen sich da die Veranstalter und Förderer in Überlingen. 120 000 Euro an Kosten hat Kämmerer Stefan Krause im Haushalt eingestellt, dem stehen 90 000 Euro an Einnahmen gegenüber. Auf 30 000 Euro hat der Gemeinderat schließlich den städtischen Zuschuss gedeckelt. Doch noch liegt der Vertrag von Simeon Blaesi bei der Verwaltung, während sich der Kulturmanager in Wangen im Anschluss an die offizielle Programmvorstellung mit dem Partner und der künstlerischen Leitung über Details der Umsetzung austauschte – unterstützt von Thomas-Michael Becker vom Förderverein, der allmählich ungeduldig wird. „Wir warten schon seit einigen Wochen auf den Vertrag und haben noch keine Rückmeldung bekommen“, sagt Becker.

Den Verantwortlichen brennt es allmählich unter den Nägeln. „Peter Raffalt hat schließlich die Verträge mit den Schauspielern schon abgeschlossen“, erklärt der Thomas Becker. Allein dies belaufe sich für die Überlinger Aufführungen auf rund 40 000 Euro. Hinzu käme eine Beteiligung an den Produktionskosten, sodass der Überlinger Part am wohl zwischen 70 000 und 80 000 Euro liegen werde. In diesen Dimensionen lag im Vorjahr auch der Kostenanteil, der an das Stadttheater Gera ging. Nicht so skeptisch ist Organisationschef Simeon Blaesi. „Es fehlen zwar noch einige Unterschriften“, sagt Blaesi: „Doch ich gehe nicht davon aus, dass das noch scheitern kann.“ Zwar sei die Infrastruktur noch in Planung, doch erst vor wenigen Tagen habe er bei einer gemeinsamen Besichtigung des Geländes mit Fachbereichsleiter Raphael Wiedemer-Steidinger, Kulturreferent Michael Brunner und Grünflächenchef Rolf Geiger den Standort noch einmal inspiziert. Vorgesehen als Spielort mit Zelt ist der Bereich zwischen Kapuzinerkirche und Felderhausparkplatz nördlich des Fußweges. Diese Areal habe schon Thomas Vogler, der Vorgänger Geigers, als „Eventbereich“ apostrophiert. Dort sei der Untergrund des Rasens schon befestigt und so geeignet für eine intensivere Nutzung.

Das „Dreiecksverhältnis“ zwischen der Stadt als Veranstalter, dem gemeinnützigen Verein „Bühne“ von Simeon Blaesi als Organisator und dem Förderverein Sommertheater hatte Kulturamtsleiter unlängst in einem kurzen Bericht vor dem Ausschuss noch einmal erläutert. „Das war ja ein Experiment und klang etwas gewagt“, blickte Brunner auf die schwierige letzte Saison zurück. „Doch ich muss Herrn Blaesi danken für die exzellente Zusammenarbeit unter schwierigen Bedingungen. Das Konstrukt hat sich bewährt und bei ihm ist die Organisation in besten Händen.“ Er sei sehr optimistisch, bekräftigte Brunner im Ausschuss, „dass wir das gut hinbekommen“.

Die künstlerische Leitung hat wie in Wangen der Kärntner Regisseur und Schauspieler Peter Raffalt, der sich für die Stücke „Volpone, der Fuchs“ und „Aladin und die Wunderlampe“ ein Ensemble zusammengestellt hat. Raffalt zur Seite steht mit Selina Ströbele eine gebürtige Häflerin, die seit einigen Jahren in Wien tägig ist und sich freut, mit einer Inszenierung von Georg Kreislers „Heute Abend: Lola blau“ auch wieder an den Bodensee zu kommen. Premiere der Festspiele Wangen ist am 26. Juli, in Überlingen beginnt das Sommertheater erst anschließend am 30. August und wird bis 16. September dauern.

Partner aus dem Allgäu

Freundschaftliche Beziehungen und einen regelmäßigen Gedankenaustausch gibt es zwischen den Gemeinderäten aus Wangen und Überlingen schon seit vielen Jahren. Schon im April wird wieder eine Delegation aus dem Allgäu an den Bodensee kommen, wie Wangens Oberbürgermeister Michael Lang erklärte. „Das hat eine lange Tradition“, sagt Lang und es gebe „viele Parallelen zwischen den beiden Städten“. Immerhin habe Wangen seine Stadtrechte der ehemals freien Reichsstadt Überlingen zu verdanken. Vor diesem Hintergrund nannte es Michael Lang einen „schönen Zufall“, dass sich diese Partnerschaft beim Theater nun fortsetze. „Auch zwischen den Vereinen stimmt die Chemie“, freut sich dessen Vorsitzender Manfred Wolfrum, der sich in seinem Anliegen auf einer Wellenlänge mit den Überlingern sieht. (hpw)

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