Überlingen Quote an Pflegebedürftigen liegt über dem Durchschnitt

Angetan von den Plänen des Überlinger Spital- und Spendfonds zum Bau eines neuen Pflege- und Gesundheitszentrums in Härlen zeigte sich jetzt Bezirksgeschäftsführer Roland Beierl von der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) im Rahmen eines Besuchs des baden-württembergischen Vorstandsvorsitzenden Christopher Hermann.

Stellvertretend für den ganzen Bezirk Bodensee-Oberschwaben mit den Landkreisen Bodensee, Ravensburg und Sigmaringen hatte Hermann in der neuen AOK-Geschäftsstelle in der Hägerstraße das Gespräch mit Mitarbeitern aus der gesamten Region gesucht und deren Fragen beantwortet. "Wir machen das jedes Jahr einmal", erklärte Beierl, der nach den gesundheitspolitischen Ausführungen des Landesvertreters insbesondere noch auf die Pflegesituation in der Stadt einging und aktuelle Zahlen mitbrachte.

Die überdurchschnittliche Quote an Pflegebedürftigen in Überlingen unterstreicht aus der Sicht Beierls die Dringlichkeit des geplanten Zentrums, das zum einen gut mit der Geriatrie des Helios-Spitals kooperieren könne und mit dem zusätzlichen Fokus auf junge Pflegebedürftige eine wichtige neue Facette anbiete. Während in den drei Landkreisen Bodensee-Oberschwabens der Anteil Pflegebedürftiger im Mittel bei 6,53 Prozent liege, spiegle die mit 7,54 Prozent signifikant höhere Quote in Überlingen den hohen Altersdurchschnitt der Gesamtbevölkerung wider. In absoluten Zahlen sind dies in der Stadt 863 Menschen nach den Statistiken der AOK, die mit dem Spital- und Spendfonds als Träger federführend für die gesetzlichen Kassen die Pflegesätze aushandelt – neben dem Sozialversicherungsträger. Seit im vergangenen Jahr die bisherigen drei Pflegestufen von fünf Pflegegraden abgelöst und differenziert wurden, ist der Eigenanteil der gesetzlich Versicherten in allen Pflegegraden gleich. Durch das Pflegeergänzungsgesetz sei die Zahl der Pflegebedürftigen insgesamt um rund 20 bis 30 Prozent gestiegen.

Durchaus vorstellen könnte sich AOK-Geschäftsführer Beierl im künftigen Pflegezentrum auch die Einrichtung von stationären Hospizbetten, wie sie seit einigen Jahren schon von der Überlinger Ernie-Schmitt-Stiftung gefordert wurden, aber bislang nicht realisiert werden konnten. "Für Überlingen und Umgebung ist hier sicher ein ausreichendes Potenzial da, um das voranzutreiben", erklärte Beierl, der hier Synergieeffekte erkennt. Am heutigen Freitag habe er erstmals ein Gespräch mit Oberbürgermeister Jan Zeitler über die Planung der neuen Einrichtung, deren Konzept der Stiftungsrat noch im Dezember 2017 beschlossen hatte.

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