Überlingen Noltes Culture Lounge: „Hailix Nächtle“ stimmt mal anders auf Weihnachten ein

Birgit Nolte und ihre Band nehmen den Weihnachtsgedanken wörtlich. „Nun singet und seid froh!“ Bei der Premiere von „Hailix Nächtle“ mischten sie Amüsantes mit Nachdenklichem, Feierliches mit Bodenständigem. Und blickten dabei tief in die schwäbische Seele.

So ist Berta (Birgit Nolte) enttäuscht von ihrem Schorsch (Tobias Escher), dass er ihr zum Fest nichts – oder bestenfalls schon wieder eine Kaffeemaschine – schenken will. Immerhin kocht, putzt und wäscht sie das ganze Jahr für ihn. Und so kommt es schon Wochen vor Weihnachten zur ersten Verstimmung zwischen den beiden. Besinnliche Festtage! Ganz anders dagegen die kleine Erika, welche im Vorfeld eine nüchterne Rechnung bezüglich aller Weihnachtsgeschenke aufstellt. Diese beiden Anekdoten bilden nur eine Facette des herzerfrischenden Programms, das Nolte und ihre Männer auf die Beine stellen. Beim „Backen auf Schwäbisch“ windet sich Escher zungenverknotend durch Bredle, Gutsle und Gsälz. Zwischen den komischen Momenten versteht es Nolte, sich mit einfachen Geschichten („Brief einer Schafshirtin“, „Das Paket des lieben Gottes“) in die Herzen des Publikums zu lesen. Ihre warme, sonore Stimme kommt auch in Gryphius Gedicht „Über die Geburt Jesu“ zum Tragen. Dieses Gedicht vertonten Birgit Nolte und Michael Lauenstein, der den Abend am Klavier begleitete, gemeinsam zu einem neuen Weihnachtslied. Raumgreifend und bewegend sind die Lieder der Chanteuse, die für ihr neues Programm persönliche „Songperlen“ auswählte. Wenn die Nolte „In dulci jubilo“ in ihrer ganz eigenen Interpretation durch das Gewölbe der Culture Lounge röhrt, bleibt kein Besucher von der voluminösen, leicht rauchig klingenden und warm vibrierenden Stimme unberührt. In dieser Stimme liegt eine starke Präsenz und emotionale Kraft, die angestaubte Weihnachtslieder in schwungvolle, lebenszelebrierende Songs verwandelt. Angesteckt von so viel Lebensfreude sangen die Premierenbesucher beim spritzigen „Les anges dans nos campagnes (Gloria)“ gleich mit. Einige unserer liebsten Lieder zum Fest interpretiert die Nolte neu - und dies mit sehr viel Gefühl und dem Sinn fürs Prickelnde. Dem Zuhörer geht dieses Prickeln unter die Haut: die schönen, alten Weihnachtslieder bekommen dank Nolte und ihrer Band, in der neben Lauenstein auch Tobias Escher (Akkordeon, Marimba) und Tian Long Li alias „Jazz Boy“ (Mundharmonika) spielen, einen neuen lustvollen, jazzigen Touch. Der chinesische Mundharmonikaspieler schien bei diversen Soli förmlich mit seinem Instrument zu verschmelzen. Birgit Nolte und Band gelang an diesem Abend das Kunststück, Besinnliches mit Heiterem gekonnt zu verflechten. Auf dem Heimweg vernahm man hier und da noch ein leises Summen, das sich wie „Süßer die Glocken nie klingen“ oder „Alle Jahre wieder“ anhörte.


Weitere Vorstellungen

„Hailix Nächtle“ ist ein Abend mit deutschen und europäischen Weihnachtsliedern, Gedichten, kurzen Geschichten, schwäbischen Szenen und vielen kleinen Anekdoten. Weitere Vorstellungen: heute, 12. Dezember, und am morgigen Samstag, 13. Dezember, jeweils 20 Uhr. Die neu interpretierten Weihnachtslieder von Birgit Nolte und ihrer Band sind auch auf CD („Psst – Stille Nacht“) erhältlich.

Informationen im Internet:

Kontakt: www.noltes.biz

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