Überlingen Neues Leben am Überlinger Burgberg: Rayma Market bietet orientalische Lebensmittel

Das Sortiment des Supermarktes umfasst zu rund 50 Prozent Halal-Produkte. Bei Deutschen und muslimischen gleichermaßen beliebt sind syrische Nudelchips.

In der Mühlenstraße und am Härlen werden zur Zeit eifrig neue Supermärkten gebaut, die voraussichtlich nächstes Jahr eröffnen werden. Doch das ist nicht die einzige Entwicklung auf dem Gebiet der Nahversorger. Schon Anfang September hat am Burgberg ein neuer Supermarkt eröffnet: Der Rayma Market mit orientalischen Lebensmitteln.

Der einstige Charme des Geschäftskomplexes am Rosenhag wirkt heute etwas verblasst. Aber er erwacht gerade aus dem Dornröschenschlaf. "Ich persönlich finde es toll, dass am Burgberg wieder Leben einkehrt, so wie es früher mal war." Fatma Oruclar betreibt neben dem Supermarkt die Shisha-Bar und hofft, dass nun mehr los sein wird in dem Gebäudekomplex.

Dort gab es früher mal einen REWE-Supermarkt, einen Bioladen, einen russischen Supermarkt, einen Bäcker und ein Café, wie Rachid Achbaa zu berichten weiß. "Aber die sind alle nicht mehr da", bedauert er. Zusammen mit Ayman El-Namla leitet Rachid Achbaa den neuen Supermarkt. Und aus ihrer beider Vornamen formten sie den Namen des Marktes: Rayma. "Das heißt nichts, das kam uns einfach so." Die Frage nach der Bedeutung des Namens stellt sich aber durchaus, denn Achbaa hat marokkanische Wurzeln, El-Namlas Eltern stammen aus Palästina.

Gebürtig sind beide Inhaber in Überlingen, sie sind hier zur Schule gegangen. Der eine hat Kfz-Mechaniker, der andere Industriemechaniker gelernt. Doch nun war die Zeit für eine Veränderung gekommen: "Wir wollten uns schon lange selbstständig machen, wir wollten etwas machen, was es hier nicht gibt", erklärt Ayman El-Namla. Zunächst hatten sie vor, ein Geschäft für Süßigkeiten und arabisches Gebäck wie Baklava und Brot zu eröffnen. "So etwas fehlt hier einfach", sagt Rachid Achbaa. Aus der Idee wurde mehr, nämlich der Supermarkt mit dem Schwerpunkt auf orientalischen Lebensmitteln: "Wir haben rund 50 Prozent Halal-Produkte im Sortiment", sagt Rachid Achbaa.

Nachbar Fatma Oruclar hat nun neue Einkaufsgewohnheiten: "Normalerweise fahren wir nach Singen in den türkischen Laden. Das brauchen wir nicht mehr, denn das Rayma hat alles, was wir brauchen, auch frisches Brot." Weitere orientalische Supermärkte gibt es in Friedrichshafen, Ravensburg und Konstanz. Dorthin mussten bisher auch Flüchtlinge fahren, wenn sie halal einkaufen wollten, sie kommen jetzt bequem zum Rayma Market. "Damit wir uns mit den Flüchtlingen besser verständigen können, haben wir extra einen Syrer angestellt", erzählt Ayman El-Namla stolz. "Wir wollen für alle da sein" erklären die beiden, "wir sind offen für alle." Auch für die Leute aus der Nachbarschaft und für nicht-muslimischen Kunden. Neben Obst und Gemüse gibt es montags und donnerstags frisches Fleisch wie Pute, Hähnchen, Lamm und Rind. Und täglich gibt es frisches Brot und Brötchen: "Die kommen von der Bäckerei Baader aus Salem. Aber unser Fladenbrot kommt vom türkischen Bäcker aus Stockach.

" Es gibt alles für den täglichen Bedarf in dem kleinen Laden, und noch viel mehr zu entdecken: So wie beispielsweise Sucuk, Simit, libanesisches Fladenbrot, Oliven, Gewürze und orientalische Minigurken. Und es gibt Derby Chips, das sind syrische Nudelchips. "Die kannte ich bisher nicht", sagt Rachid Achbaa, "die Flüchtlinge haben danach gefragt." Jetzt hat er sie im Sortiment – und verkauft sie kistenweise.

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