Überlingen Lehrer missbraucht Schülerin in Überlingen und bekommt Bewährungsstrafe

Weil der Beschuldigte nach sexuellen Missbräuchen an einer Schülerin in Überlingen wieder als Lehrer arbeiten wollte, legte er gegen den Strafbefehl Einspruch ein. Diesen zog er vor Gericht wieder zurück.

Ein Lehrer aus Überlingen stand wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht. In 23 Fällen soll er sich an einer Schülerin vergangen haben. Er hatte gegen einen Strafbefehl vom 31. August Einspruch eingelegt. Vor Gericht zog er diesen Einspruch jetzt allerdings wieder zurück und akzeptierte das im Strafbefehl ausgeworfene Strafmaß.

Bei Amtsrichter von Kennel war der Einspruch des Beschuldigten auf Unverständnis gestoßen: "Ich kann das beim besten Willen nicht verstehen. Im Endeffekt war das ein eindeutiges Friedensangebot", mahnte er den Lehrer, seinen Einspruch zurückzuziehen. Der Strafbefehl sei von der Staatsanwaltschaft wahrscheinlich aus Opferschutzgründen auf zwölf Monate festgelegt worden, mutmaßte der Amtsrichter auf Nachfrage des SÜDKURIER. Dadurch habe es nicht zu einem Gerichtsverfahren kommen sollen, in dem sich die Schülerin vor Gericht zu den Missbräuchen hätte äußern müssen.

Er wollte in Zukunft seinem Beruf wieder nachgehen

Zwölf Monate auf Bewährung waren laut Verteidiger "zu viel", weil der ehemalige Lehrer die Hoffnung nicht aufgegeben habe, in Zukunft wieder seinem Beruf nachzugehen. "Wenn die Freiheitsstrafe geringer ausfällt, dann ist vielleicht noch etwas möglich", sagte der Verteidiger. Der Staatsanwalt bereitete den Hoffnungen gleich zu Beginn ein schnelles Ende: "Sie können sicher sein, dass Sie niemals wieder unterrichten werden", sagte er an die Adresse des Beschuldigten gerichtet. Nach kurzer Unterbrechung, entschied sich der Angeklagte schließlich, den Einspruch zurückzuziehen und den Strafbefehl vom 31. August zu akzeptieren.

Laut Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte die schulischen Probleme der Schülerin ausgenutzt und während der Nachhilfestunden ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Kurz nach Vollendung des 14. Lebensjahres der Schülerin sei es in einem Zeitraum von acht Wochen zu mehreren sexuellen Handlungen im Klassenzimmer und auf einem Hochsitz gekommen. Die Schülerin habe sich den sexuellen Handlungen deshalb hingegeben, weil sie sich vom Angeklagten verstanden gefühlt und dieser ihr auch von konkreten Suizidabsichten berichtet habe.

Stefan Meisner, Pressesprecher der Schulbehörde am Regierungspräsidium in Tübingen, erklärte auf Nachfrage des SÜDKURIER, dass die künftigen beruflichen Tätigkeiten maßgeblich vom Strafmaß abhängen: "Bei Freiheitsstrafen ab einem Jahr ist das Dienstverhältnis grundsätzlich beendet. Bei geringerer Strafe wird ein Disziplinarverfahren eingeleitet, das im Einzelfall prüft, welche Auswirkungen die Tat auf das Beamtenverhältnis hat." Die Pensionsansprüche verliere er jedoch nicht. Der Gesetzgeber mache keinen Unterschied, ob der Beamte etwa wegen Krankheit oder einer Straftat aus dem Dienst ausscheide, erklärte Erwin Erl vom Landesamt für Besoldung und Versorgung.


Gesetzlicher Hintergrund

Verlust der Beamtenrechte

Paragraph 24 Beamtenstatusgesetz

Absatz 1: Wenn eine Beamtin oder ein Beamter im ordentlichen Strafverfahren durch das Urteil eines deutschen Gerichts 1. wegen einer vorsätzlichen Tat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr oder 2. wegen einer vorsätzlichen Tat, die nach den Vorschriften über Friedensverrat, Hochverrat und Gefährdung des demokratischen Rechtsstaates, Landesverrat und Gefährdung der äußeren Sicherheit strafbar ist, zu einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten verurteilt wird, endet das Beamtenverhältnis mit der Rechtskraft des Urteils.

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