Überlingen "Leer-Räume – Vom Verschwinden unwichtiger Dinge": Performance in leeren Geschäften

Die Musiker Isabell Marquardt und Roland Kohl planen Aktionen in acht leer stehenden Läden in Überlingen. Sie sollen mit Performances je eine Dreiviertelstunde wieder zum Leben erweckt werden. Die Eigentümer fanden die Idee klasse und gaben grünes Licht. Die erste Aktion startet am 9. Dezember.

"Das wird eine richtige Performance!" Der Musiker Roland Kohle kommt ins Schwärmen, wenn er vom Projekt erzählt, das er mit der Sängerin Isabell Marquardt startet: "Leer-Räume – Vom Verschwinden unwichtiger Dinge" nennt sich das und wird Musik mit bildender Kunst verbinden. Stattfinden werden die Performances in den leer stehenden Läden in der Überlinger Altstadt. Davon gebe es gerade einige in der Stadt, sagt Marquardt: "Acht Läden stehen leer, wir können also acht Auftritte einplanen." Sie hätten sich bei den Eigentümern der Immobilien gemeldet und ihre Idee präsentiert. "Die waren ganz begeistert", sagt Kohle und freut sich über die Zustimmung und Kooperation der Eigentümer. "Wir sollen nur auf den Teppich aufpassen", das sei die einzige Auflage.

"Ich bin froh, dass es die Stadt gibt", sagt Isabell Marquardt etwas melancholisch, "ich träum' von den Läden." Für sie stecken viele schöne Erinnerungen in den geschlossenen Läden, an Begegnungen, an Menschen, an schöne Dinge, die es dort zu kaufen gab. "Für mich ist es ein wahnsinnig trauriges Bild", fährt sie fort, "wenn ich jetzt durch die Stadt gehe und merke, was alles leer steht. Ich nenne es Geister-Stadt." Sie will ein Zeichen setzen, aber keinen moralischen Fingerzeig daraus machen.

"Es ist eine nette Art, etwas auszudrücken, was einen stört", ergänz Roland Kohle. Er sei ganz begeistert gewesen von der Idee, daraus eine Performance zu machen: In einem leeren Geschäft wird Isabell Marquardt singen, Roland Kohle wird sie an der Gitarre begleiten. Neben der Musik wird Federico García Lorca rezitiert, davon wird sich der Künstler Antonio Zecca inspirieren lassen und die Stimmung malerisch zu Papier bringen. Eine richtige Performance eben.

 

Die erste Veranstaltung der Reihe "Leer-Räume – Vom Verschwinden unwichtiger Dinge" startet am Samstag, 9. Dezember um 11 Uhr in der Münsterstraße 29. "Zu vermieten": Ein Schriftzug in großen Buchstaben weist den Weg zu dem Laden. Die Performance dauert etwa eine Dreiviertelstunde. Die Künstler wünschen sich, dass der Laden zumindest für die Zeit kein Geister-Laden mehr ist.

 

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