Überlingen Lake Brass spielt die Uraufführung eines musikalischen Bodensee-Gemäldes

Eine Spendenaktion soll zum Erstellen einer CD mit dem neuen Stück beitragen, komponiert wurde es von Kerry Turner. In der Franziskanerkirche war es als Ode an die Heimat schon zu hören und begeisterte das Publikum.

Das Hornensemble Lake Brass krönte sein Konzertprogramm mit einer Uraufführung – der Bodensee Fantasie. Es handelt sich um ein Auftragswerk des amerikanischen Komponisten für anspruchsvolle Blasmusik, Kerry Turner. Auf Anregung des Begründers von Lake Brass, Valentin Eschmann, komponierte der Hornist und Leiter des Ensembles American Horn Quartet, Kerry Turner, ein farbenprächtiges Tongemälde über den Bodensee und seine Stimmungen.

Turner kennt die Bodenseelandschaft recht gut. So präsentierten sich den Ohren der Zuhörer in der fast voll besetzten Franziskanerkirche die Hornisten mit hellen beweglichen jodel- und alpenländischen Passagen, mit samtig dunklen mythischen Klängen. Die vielfältigen Klänge und musikalischen Stimmungen ließen die Sonne über dem nebligen Wasser aufgehen, stellten Segel dar, die sich mit Wind füllten und das Schiff über die glitzernde Wasserfläche gleiten ließen, lyrische Hörnerklänge holten das majestätische Panorama der schneebedeckten Berge im Hintergrund vor Augen. Der Rhythmus glich dem Ruderschlag eines Fischerbootes und der Fische, die in der Tiefe ihre Bahnen zogen. Alphornrufe (von zwei Hornisten im hinteren Bereich der Kirche als Echo beantwortet) lenkten wieder den musikalischen Blick auf die Berge, immer wieder erklangen die Anfangsmelodien. Und dann bauschte sich ein Gewittersturm auf, dargestellt in lauten etwas dissonant klingenden Melodien, beruhigte sich wieder und es blieb das Spiel der Wellen. Ein beeindruckendes und nicht einfach zu spielendes Werk, das die Zuhörer zu überwältigendem Applaus begeisterte.

Unter den Konzertbesuchern fanden sich überdurchschnittlich viele junge Menschen. Sabrina und Sukanya hat das Programm sehr gut gefallen. Sie sind Fans von Lake Brass und Sukanyas Freund einer der Hornisten.Auf dem Foto: Sabrina Schlegel (links) und Sukanya Simmarsimsu.
Unter den Konzertbesuchern fanden sich überdurchschnittlich viele junge Menschen. Sabrina und Sukanya hat das Programm sehr gut gefallen. Sie sind Fans von Lake Brass und Sukanyas Freund einer der Hornisten.Auf dem Foto: Sabrina Schlegel (links) und Sukanya Simmarsimsu. | Bild: Cornelia Lenhardt

Lake Brass, das sind: 12 Hörner, 2 Tenorhörner, eine Tuba und drei Schlagzeuger unter der Leitung von Professor Norbert Stertz. Sie stellten für dieses Konzertprogramm ihre Lieblingsstücke aus den vergangenen acht Jahren zusammen. Hintergrund ist die Aufnahme einer CD. Zur Finanzierung dieser Aufnahme startet Lake Brass ein Crowdfunding zusammen mit der Volksbank Überlingen. Zu den Lieblingsstücken gehörte eine Sonate von Giovanni Gabrieli (1557 -1612). Acht Hörner, doppelchörig aufgestellt, spielten intonationssicher, sauber und differenziert unter dem ruhigen Dirigat von Professor Norbert Stertz. Das kurze Prelude von Dimitri Schostakowitsch (1906-1975) leiteten Basshörner und Tuba ein, elegisch, schwermütig und schön. "Zerberus" oder Höllenhund wurde speziell von Alexander Reuber (*1986), einem jungen Trompeter und Komponisten, für Lake Brass komponiert. Ein Filmmusik ähnliches rhythmisches und spannungsvolles Werk. Die Filmmusiken zu "Der letzte Mohikaner" und "Drachen zähmen" begeisterten das Publikum, in dem auffallend viele junge Zuhörer saßen. Als Zugabe erklang ein Werk des Lieblingskomponisten von Lake Brass: die geniale Filmmusik von Hans Zimmer (*1957), einem deutschen Filmmusikkomponisten und Oscarpreisträger in Los Angeles, zum weniger genialen Film "Pearl Harbour". Im Abendlied "Der Mond ist aufgegangen" waren die Zuhörer zum Mitsingen aufgefordert.

Lake Brass vor dem Hochaltar in der Franziskanerkirche in Überlingen.
Lake Brass vor dem Hochaltar in der Franziskanerkirche in Überlingen. | Bild: Cornelia Lenhardt

Zu den Lieblingsstücken gehörte eine Sonate von Giovanni Gabrieli (1557 -1612). Acht Hörner, doppelchörig aufgestellt, spielten intonationssicher, sauber und differenziert. Zu hören war auch das kurze Prelude von Dimitri Schostakowitsch (1906-1975). "Zerberus" oder Höllenhund wurde speziell von Alexander Reuber (*1986), einem jungen Trompeter und Komponisten, für Lake Brass komponiert. Die Filmmusiken zu "Der letzte Mohikaner" und "Drachen zähmen" begeisterten das Publikum, in dem viele junge Zuhörer saßen.

Valentin Eschmann ist Gründer von Lake Brass. Aufgewachsen in Ochsenbach im Kreis Sigmaringen, interessierte er sich früh für das Instrument Horn. Er studierte Horn in Lugano, Budapest und Basel. Derzeit ist er Student von Jörg Brückner und bereitet sich auf den Abschluss seines Konzertexamens vor. Seit der Spielzeit 2017/18 ist er neuer Solohornist an der badischen Staatskapelle in Karlsruhe und ständiger Gast im Armenischen Staatsorchester.

 

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