Überlingen Kulinarische Abendfahrt auf der MS Uhldingen

Unter dem Motto „Auf Fischers Pfaden“ bietet die Tourist-Information Uhldingen-Mühlhofen eine 90-minütige Schiffsfahrt an. Mit an Bord ist ein Bodenseefischer, der Interessantes und Wissenswertes über den Alltag des Berufsfischers zum Besten gibt. Dazu genießen die Gäste ein Gläschen Wein aus den Weingütern des Markgrafen von Baden und fangfrischen Bodenseefisch

Der Bodenseeaal schlüpft in der Nähe der Bahamas und sieht in seiner Jugend aus wie das Blatt einer Weide, und der Bodensee ist der zweitgrößte Binnensee Mitteleuropas, was das Wasservolumen anbelangt: Darüber und über noch mehr informierte Fischwirtschaftsmeister Andreas Geiger aus Unteruhldingen in humorvoller Art während einer eineinhalbstündigen kulinarischen Bootsfahrt unter dem Motto „Auf Fischers Pfaden“, die die Tourist-Information Uhldingen-Mühlhofen ausrichtete.

60 Gäste erfuhren während der Fahrt auf der MS Uhldingen viel Wissenswertes über die im Bodensee lebenden Fischarten und über den Tagesablauf eines Bodenseefischers. Zu Kostproben von fangfrischem Fisch – geräuchertes Felchen, geräucherter Aal und Felchenkaviar – reichte Katharina Kleiner von den Weingüter des Markgrafen von Baden einen 2014er Birnauer Müller Thurgau trocken und einen 2013er Bodensee Spätburgunder trocken und informierte ausführlich über den Wein. 180 Portionen Fisch hatten Andreas Geiger und sein Team für diese Fahrt vorbereitet.

Der Fischexperte begann seine Ausführungen mit Angaben zum Bodensee. Er erstrecke sich zwischen Bregenz und Bodman-Ludwigshafen über 63 Kilometer, sei zwischen Friedrichshafen und Romanshorn 14 Kilometer breit und an seiner tiefsten Stelle zwischen Fischbach und Uttwil 254 Meter tief. Die Größe mit 536 Quadratkilometer verdeutlichend, sagte er: Gingen alle Menschen der Erde mit einem Durchschnittsgewicht von 75 Kilogramm gleichzeitig in den See, steige dieser nur um acht Zentimeter an. An einem heißen Sommertag sinke der Pegel des Sees durch starke Verdunstung bis zu drei Zentimeter. Geiger erklärte: „Das ist die Hälfte von dem, was die Bodensee-Wasserversorgung im Jahr entnimmt.“

Von den rund 42 im Bodensee lebenden Fischarten sind Geiger zufolge nur wenige für die Fischer interessant. Wirtschaftlich am wichtigsten für die rund 120 Berufsfischer (Geiger: „Tendenz sinkend“) sei das Bodenseefelchen. Vom Bodenseeaal erzählte Geiger, dass dieser nach mehreren Jahren Aufenthalt im Süßwasser, wo sich der Aal „dick gefressen“ hat, seine mehrere 1000 Kilometer lange Wanderung zurück zu seinen Laichplätzen in den Sargassosee antritt. „Erst im Salzwasser werden sie geschlechtsreif“, sagte der Fischer.

Sein Arbeitsalltag beginne eine Stunde vor Sonnenaufgang. Geiger erklärte: „Das ist penibel geregelt. Wer dreimal zu früh anfängt, darf eine Woche nicht zum Fischen auf den See.“ Die mit einem Peilsender versehenen Netze dürften im Sommer frühestens um 17 Uhr ausgebracht werden, und das möglichst nur da, wo kein Schiffslinienverkehr herrscht. Die Netze könnten bis zu 13 Kilometer weit abtreiben. Wer ein Schweb- beziehungsweise Bodennetz mit zu enger Maschenweite verwende, dem drohe bis zu einem Monat Fangverbot. „Das ist auch richtig so“, sagte Geiger.

Außerdem ging er auf die Wasserqualität des Bodensees ein. So sei der Bodensee wieder zu einem nährstoffarmen Voralpensee geworden, was er ursprünglich gewesen sei. Das habe allerdings auch negative Auswirkungen auf die Fischerei. Die Fische würden nicht mehr so groß wie früher, was geringere Erträge bedeute. Geiger sagte: „Wir haben einfach zu wenig Nährstoffe.“ Die aufmerksamen Zuhörer bedankten sich am Ende mit herzlichem Applaus.

Die Fahrt unter dem Motto „Auf Fischers Pfaden“ wird am 21. August und 4. September, 18.30 Uhr, auf der MS Uhldingen wiederholt. Tickets gibt es in der Tourist-Information Uhldingen-Mühlhofen für 20 Euro, Kinder 10 Euro, Telefon 0 75 56/9 21 60.

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