Überlingen Junge Filmemacher präsentieren Kurzfilm

Alexander Bergmann wurde mit seinem Partner Phil Nylund nach Cannes eingeladen: Die beiden hatten sich mit ihrem Kurzfilm "Momentum" beworben und waren prompt ausgewählt worden.

Wenn Alexander Bergmann von seiner Teilnahme am Filmfestival in Cannes spricht, dann leuchten seine Augen und die Erlebnisse, die er dort hatte, sprudeln nur so aus ihm heraus. Eigentlich „mehr so zum Spaß“ hatte er sich bei dem Festival beworben. Er hatte sich nicht wirklich Chancen ausgerechnet, mit seinem Film „Momentum“, den er im Rahmen einer Projektarbeit an der Waldorfschule drehte, eingeladen zu werden. „Es gibt jährlich etwa 10 000 Kurzfilm-Bewerbungen für das Festival in Cannes und 1200 werden genommen.“

Dass sein Film es geschafft hat, war für Alexander Bergmann eine große Überraschung. „Wir wussten erst gar nicht, was wir machen sollen, als klar war, dass wir nach Cannes dürfen“, sagt Bergmann in charmanter Offenheit. Mit „wir“ meint er sich und seinen Partner Phil Nylund, der für die Musik in seinem Film zuständig war. „Wir haben uns dann an die Filmförderung Baden-Württemberg gewandt, die uns den Aufenthalt in Cannes tatsächlich gefördert hat“, freut sich Bergmann. „Und dann waren wir wirklich dort, vier Tage lang, und den ganzen ersten Tag haben wir gebraucht, um uns zu orientieren. Da ist eine Zeltstadt aufgebaut und jedes Land hat seinen eigenen Pavillon.“

Jüngste Filmemacher in Cannes


Alexander Bergmann und Phil Nylund waren, wie Bergmann sagt, die jüngsten Filmemacher in Cannes. „Wir sind dann ein bisschen dort rumgeirrt und dann sind wir einfach forsch auf die Leute zugegangen.

Und im Zelt der EU haben wir eine total nette Frau kennengelernt, die sagte, sie fände es klasse, dass wir so jung sind.“ Die Frau nahm die beiden Jungs aus Überlingen unter ihre Fittiche „und danach ging alles ziemlich schnell. Man drückte uns Einladungen für die Arte-Yacht in die Hand, wo am nächsten Tag das Treffen der deutschen Kurzfilmer stattfinden sollte“, sagt Alexander Bergmann. „Das war so witzig, denn am Tag vorher hatten wir noch vor der Yacht gestanden und uns gefragt, was wir machen müssen, wenn wir da hoch wollen.“

"Geld macht man mit Actionfilmen"

Die Jungs wussten ihre Chance zu nutzen und luden die dort anwesenden Filmemacher zu der Vorstellung ihres Kurzfilms ein. Viele positive Reaktionen hätten sie bekommen und seien aufgefordert worden, weitere Informationen über den Film zu schicken. „Am dritten Tag trafen wir zufällig vier deutsche Produzenten, die haben zehn Minuten später ein total wichtiges Treffen gehabt und gesagt: Jungs, ihr seid jetzt mal für eine halbe Stunde unsere Praktikanten.“ Dann, erinnert sich Alexander Bergmann, hätten sie vor einer Produzentin aus Hollywood gesessen. „Es war total skurril, da ging es um Filme für einen sehr bekannten Fernsehsender.“ Die Produzentin habe ihnen empfohlen: „Wenn ihr Geld verdienen wollt, dann macht Actionfilme.“ Wahnsinnig viel habe er in diesen Tagen erlebt, sagt Alexander Bergmann. Die Ereignisse haben ihm Lust auf mehr gemacht. Erstmal will er nun sein Abitur machen, dann möchte er studieren und das Filmen zum Beruf machen. Wo er studieren will, weiß er noch nicht. „Aber dadurch, dass ich sagen kann, ‚ich war in Cannes dabei‘, wird es sicherlich leichter, einen Studienplatz zu kriegen.“

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