Überlingen Grünes Licht für vierstöckiges Parkhaus Therme

Nachdem die Planung für das Parkhaus Therme mit drei Unter- und drei Obergeschossen gekippt worden war, hat der Gemeinderat nun für einen geänderten Bebauungsplan mit vier Obergeschossen gestimmt – allerdings mit Bauchweh.

Ein wichtiger Schritt in Richtung Parkhaus Therme ist gemacht. Nachdem Oberbürgermeister Jan Zeitler wegen zu hoher Kosten die Reißleine für das Parkhaus Therme mit drei Unter- und drei Obergeschossen gezogen hatte, stimmte der Gemeinderat am Montagabend für die geänderte Planung mit vier Obergeschossen. Aber: Es war eine Zustimmung "mit Bauchgrimmen", wie es Robert Dreher (FW/ÜfA) ausdrückte. Denn – das wurde sowohl im Vortrag von Stadtplaner Andreas Gorgol, als auch in den Stellungnahmen der Fraktionen deutlich – es gibt nach wie vor zahlreiche Bedenken.

"Fraglich bleibt, ob die formulierte Zielsetzung und damit die Begründung des Bebauungsplans, ausreichend Parkraumkapazität im westlichen Stadteingangsbereich zu schaffen, um die Besucher der Therme, des Freibades West, des Pflanzenhauses, der anstehenden Landesgartenschau und zur verkehrlichen Entlastung des Innenstadtbereichs überhaupt noch erfüllt werden kann", heißt es etwa in einer Stellungnahme der Polizei zum Bebauungsplan. Das Landesdenkmalamt verwies noch einmal auf seine Einwände, dass durch das Parkhaus die Umgebung des denkmalgeschützten Eisenbahntunnelportals gestört werde. Auch von mehreren Bürgern gab es Kritik, unter anderem an der Höhe, der zu erwarteten Verkehrs- und Lärmbelastung sowie erhöhte Emissionswerte.

"Wir bekommen ein Parkhaus, das viele Gebrechen hat", sagte etwa Ulf Janicke (LBU/Grüne) und zählte auf: zu wenig Plätze, zu hoch, zu teuer. Dennoch sehe er keine Alternative zur jetzigen Planung. Deshalb sei sein Ja zum Bebauungsplan eine "Zustimmung aus Not und nicht aus Überzeugung". Ähnlich argumentierte auch Oswald Burger (SPD). Es gebe zwar Bedenken, das sei vor allem bei den Anwohnern verständlich, aber "wir brauchen das Parkhaus an dieser Stelle", die Therme sei auf die Parkplätze angewiesen.

Günter Hornstein, der im Sommer noch gemeinsam mit seinen Fraktionskollegen von der CDU ein Parkdeck unter dem Hügel des Uferparks gefordert hatte, erinnerte noch einmal daran, dass die 190 Parkplätze im Parkhaus deutlich zu wenig seien, da ursprünglich mit knapp 400 Stellplätzen geplant worden sei. "Der Bau des Parkhauses entbindet uns nicht von der Aufgabe, uns weiter auf die Suche nach weiteren Parkmöglichkeiten zu machen – und zwar mit Volldampf."

Als einziger stimmte Roland Biniossek (Linke) gegen den Bebauungsplan für diesen "Riesenbrummer", wie er das Parkhaus bezeichnete. "Die Schönheit Überlingens wird durch dieses Gebäude enorm beschädigt."

Oberbürgermeister Jan Zeitler zeigte sich zufrieden mit dem klaren Votum. Gerichtet an Norbert Schültke, Vorsitzender der Stadtwerke Überlingen, die die Verantwortung für das Parkhaus tragen, sagte er: "Immer nach vorne."

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