Überlingen Goldbacher warnen vor einer Vertreibung aus dem Paradies: "Strändle" nicht dem Billigtourismus opfern

Die Diskussion um die Öffnung des Seezugangs vor Goldbach geht weiter. Wie Gassenpfleger Hubert Regenscheit sagt, waren zuletzt 365 Schlüssel im Umlauf, die im Grunde genommen jeder Überlinger erhalten habe.

Die Stadt plant die Öffnung des "Goldbacher Strändles", einem Uferabschnitt, der westlich an das Landesgartenschaugelände angrenzt. Wie berichtet, legt die Stadt unterhalb der Silvesterkapelle einen öffentlichen Weg an, kaufte dort ein Grundstück und öffnet jenen Strandabschnitt, der bisher den Goldbachern vorbehalten war. Das heißt: Für diesen Strandabschnitt waren zuletzt 365 Schlüssel im Umlauf. Die Ausgabe wurde von der Goldbacher "Nachbarschaft" organisiert, deren Chef Hubert Regenscheit heißt. Als "Gassenpfleger" ist er eine Art Ortsreferent, beziehungsweise gewählter Sprecher der Goldbacher. Er teilte mit, dass die Schlüssel nicht nur an die Goldbacher ausgegeben wurden, sondern, nachdem sich ein Bürger aus Hödingen beschwerte, seien die Schlüssel auf Nachfrage und gegen Bezahlung (mit den Einnahmen wurde das Gelände gepflegt) an alle Überlinger ausgegeben. Wobei das öffentlich nicht kommuniziert wurde.

Bisher liegt der Strand also hinter einem Tor. Hubert Regenscheit erklärte den Hintergrund: Die Teilsperrung sei 1994 vom damaligen Oberbürgermeister Klaus Patzel angeordnet worden. Er habe Bedenken angesichts der vielen Badegäste bei nicht vorhandener Badeaufsicht gehabt. 1994 seien Zaun und Tor errichtet worden, erinnert sich Regenscheit, in dem Jahr, in dem er erstmals zum Gassenpfleger gewählt wurde. Eine schriftliche Vereinbarung kenne er nicht, so Regenscheit, ihm sei jedoch in Erinnerung, dass der verstorbene OB sinngemäß sagte: "Entweder Zaun und Türe, oder das Grundstück wir dem Campingplatz zugeteilt."

Die Goldbacher, sagt Regenscheit, freuen sich über einen größeren und schöneren Seezugang, fordern aber Regeln. Zustände wie in Sipplingen, wo man seit Öffnung der Strände den Falschparkern kaum Herr werde, wolle man nicht haben. Feriengäste, die bei ihm und anderen Vermietern logieren, dürften "nicht durch Billigtagestourismus" vertrieben werden.

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