Überlingen Frauenkaffee 2018 mit Wolf, Waldrapp und viel Durrenand

Der Frauenkaffee nimmt das Stadtgeschehen aufs Korn. Karten sind am 20. Januar erhältlich. Das Anstehen für die begehrten Karten ist längst ein eigenes Ereignis geworden.

"Obacht!" heißt das Motto des Frauenkaffees 2018 und tatsächlich haben die Akteurinnen wieder viele Themen in und ums Städtle herum aufgespießt, die volle Aufmerksamkeit verdienen. Dazu zählt etwa das geplante Verkehrskonzept, das, unter anderem dank verschiedener Gutachten, für "Durrenand" sorgt, verrät Frauenkaffee-Leiterin Anne Mandausch vorab. Doch auch der Waldrapp hält auf Trab. Das Gleiche gilt für den Wolf. Aber nicht nur Isegrim nehmen die Damen aufs Korn, sondern natürlich auch die Stadtpolitik und den neuen OB. Der Jahrgang 1958 macht sich Gedanken über den 60er und bilanziert zum Glück: "Alle no do". Und was gibt's Neues von den Holoch-Wiebern? Steigen die etwa im "Duty-Free-Schopf" auf Englisch um? Egal, in welcher Sprache sie schwätzen, so schnell wie Frau Maier-Bödefeld (Elke Wigger), die unter dem Titel "Abgefahr'n" wieder Gas geben wird, können sie's auf gar keinen Fall.

Und dann ist da ja auch noch dieses weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannte Ehepaar: Die Kibeles (Anne Mandausch und Edeltraud Moser) grämen sich über den Straßenausbau. "Goodbye Kogenbach" heißt das Stückle. Hoppla, wollen sich die Kibeles etwa verabschieden? Was sagt dazu ihre Schöpferin Anne Mandausch? Seit 38 Jahren macht sie beim Frauenkaffee mit, den sie seit 24 Jahren leitet. Nächstes Jahr hätte sie also Silberjubiläum. Darauf angesprochen, sagt sie, zumindest öffentlich, nur: "Lassen Sie sich überraschen. Ich werde bald eine Nachfolgerin präsentieren."

Aber Mandausch blickt bereits mal gerne zurück auf die vergangenen Jahre und ihre Paraderolle Maria Kibele. "Das beste Kibelestück" sei ihr 2010 gelungen, findet Mandausch. Damals hoben Maria, Josef & Co. total ab: Im Heißluftballon schwebten sie über Überlingen und kommentierten das Geschehen. "Ich war so in der Rolle, ich dachte, ich sehe die Stadt wirklich unter mir und erzähle von ihr", beschreibt Mandausch. Sie betont: "Wenn ich Maria Kibele spiele, dann bin ich nicht ich." Bis ein Stück jedoch stehe, habe sie schlaflose Nächte. Das gehe allerdings auch allen anderen Schreiberinnen so. Wann merken sie, dass es was taugt? "Wenn's auf dem Papier steht." Die acht Stückle-Schreiberinnen setzten sich bereits im Frühherbst zusammen, diskutierten Themen und teilten sie auf, "damit es keine Überschneidungen gibt." Jede schreibe ihren Text, den sie dann den anderen vorstelle. So entstehe schließlich "ein gemeinsames Werk, wo am Schluss alles abgestimmt ist."

Die Zuschauerinnen dürfen gespannt sein und sich auch wieder auf neue Kulissen von Fridolin Mandausch sowie auf viele kreative Kostüme freuen, die die Akteurinnen alle selbst herstellen. Vergangenes Jahr besuchten rund 2000 Frauen die fünf Aufführungen, damit ist der Frauenkaffee eine Hauptattraktion im Veranstaltungsjahr. Für Karten stellen sich viele Damen bereits in der Nacht vor dem Kartenvorverkauf an. Als Erste tauchte vergangenes Jahr Monika Beirer bereits um 23.10 Uhr auf. Um ein Uhr waren dann zehn Wartende versammelt, um sechs Uhr, vier Stunden bevor der Verkauf startete, rund 100 Hardcore-Fans.

Das Anstehen ist aber längst ein eigenes Ereignis geworden. "Wegen der Gaudi warte ich gerne so lange", sagte Beirer 2017. Die Verkäuferinnen versüßen den treuen Anhängerinnen ab dem Morgen auch die Anstehzeit, mit Getränken und witzigen Einlagen. Und es gibt außer Karten auch noch Devotionalien zu erwerben: Fridolin Mandausch, der "Hauskünstler" des Frauenkaffees, hat einen neuen Ansteck-Button entworfen. Auch die Frauenkaffee-Fahne, deren erste Produktion laut Anne Mandausch komplett ausverkauft war, wurde neu aufgelegt und ist wieder erhältlich.

 

Frauenkaffee 2018

Der Kartenvorverkauf ist am Samstag, 20. Januar, von 10 bis 12 Uhr im Pfarrzentrum am Münsterplatz. Billets gibt es für 15 und 16 Euro. Im Preis sind eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen enthalten. Pro Person werden maximal acht Karten abgegeben. Sollten Restkarten übrig bleiben, können diese ab Dienstag, 23. Januar, bei der Überlinger Tourist-Information erworben werden. Den Reinerlös des Frauenkaffees spenden die Akteurinnen immer für wohltätige Zwecke.

Die Aufführungen finden von Donnerstag, 1. Februar, bis Montag, 5. Februar, täglich ab 14.30 Uhr im Kursaal Überlingen statt. (flo)

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