Überlingen Erster Abschnitt der Überlinger Promenade eröffnet: Es darf wieder flaniert werden

Nach der Erneuerung des Pflasterbelags hat die Stadt am Mittwoch den ersten Teilabschnitt der Uferpromenade zwischen "Faulen Pelz" und der Schulstraße wieder für die Öffentlichkeit freigegeben. Bis Mai sollen die restlichen Arbeiten von der Schulstraße bis zum Mantelhafen fertig sein. WLAN kommt jedoch erst im Frühjahr 2019.

Bis zur offiziellen Eröffnung wollte kaum jemand warten: Eigentlich war die Freigabe des ersten Bauabschnitts der Uferpromenade erst für 16 Uhr am gestrigen Mittwochnachmittag vorgesehen. Doch schon zwei Stunden früher schlenderten die ersten Fußgänger über das neue Pflaster. "Wir mussten schon früher aufmachen, die Massen standen regelrecht an", sagt Baubürgermeister Matthias Längin.

Der Andrang zeigt, wie sehr die Überlinger an ihrer Uferpromenade hängen und die Wiedereröffnung herbeigesehnt haben. Noch ist ein Spaziergang direkt am See allerdings nur teilweise möglich, schließlich hat die Stadt vorerst nur den ersten Bauabschnitt zwischen der städtischen Galerie "Fauler Pelz" und der Schulstraße beim Eiscafé Veneto freigeben – und das ausschließlich für Fußgänger und Rollstuhlfahrer. Autos und Transporter bleibt die Einfahrt durch Absperrbaken verwehrt, "und das soll auch so bleiben", sagt Längin. Künftig sollen bewegliche Poller am Landungsplatz und Mantelhafen installiert werden, die nur Personen mit Berechtigung die Einfahrt erlauben.

Derweil gehen die Arbeiten im hinteren Bereich der Promenade weiter. Die Fläche zwischen der Schulstraße und den Seeschulen soll Ende Februar freigegeben werden, der hintere Mantelhafen bis Ende April, "immer vorausgesetzt, dass die Witterung mitspielt", wie Bauleiterin Christin Grob sagt. Sollte es weiterhin Frost geben, könnte es zu Verzögerungen kommen, da die Fugen nicht verdichtet werden können. Auch der jetzt freigegeben Abschnitt konnte wegen der Minustemperaturen in den vergangenen Tagen noch nicht ganz fertiggestellt werden.

Wenn die Temperaturen ansteigen, wird die Promenade nochmals für vermutlich einen halben Tag gesperrt, um das Pflaster festzurütteln. "Der Frost war zwar einkalkuliert, wir hätten aber gerne darauf verzichtet", sagt Matthias Längin, der dennoch davon überzeugt ist, den Zeitrahmen ebenso einhalten zu können wie die Kosten, die mit 1,3 Millionen Euro kalkuliert worden waren.

Auch ansonsten zeigt sich der Baubürgermeister zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Sanierung. Dies sei nicht unbedingt so zu erwarten gewesen, da die Planung und die Ausschreibung für die Arbeiten auf dem Ufersammler, also der Kanalisation unterhalb der Promenade, nicht gerade einfach gewesen seien. "Wir hatten nur uralte Pläne vom Bau des Ufersammlers." Deshalb habe es auch die ein oder andere Überraschung gegeben, auf die die Planer reagieren mussten. So wurden zum Beispiel im Bereich der ehemaligen Löwenbrücke vor dem Restaurant Paganini zusätzliche Verbindungselemente aus Beton angebracht, um die Stabilität zu verbessern.

Besonders stolz sind die Planer der Stadt und der LGS GmbH, die die Uferpromenadensanierung als Korrespondenzprojekt zur Landesgartenschau verantwortet, darauf, dass die Promenade künftig vollkommen barrierefrei sein wird. Hierzu wurde ein 1,20 Meter breites Band aus Granitsteinplatten angelegt, das von Pflastersteinen aus grauem Granit und rotem Rhyolith gesäumt wird und bereits am ersten Tag von zahlreichen Rollstuhlfahrern genutzt wurde. Allein auf dem ersten, etwa 1000 Quadratmeter großen Teilstück wurden rund 300 Tonnen Steine verbaut.

Für die Barierfreiheit sorgt ein 1,20 Meter breites Band aus Granitsteinplatten.
Für die Barierfreiheit sorgt ein 1,20 Meter breites Band aus Granitsteinplatten.

Was noch fehlt, sind die Sitzbänke, über deren Form und Farbe der Gemeinderat voraussichtlich im Frühjahr entscheiden wird. Ob es das ursprünglich geplante Holzdeck am Mantelhafen geben wird, ist noch unklar. Dies müsse noch einmal überplant werden, sagt Längin, "aber es wäre toll, wenn wir das hinbekommen". Noch fehlt auch die Bepflanzung in den Blumentrögen direkt am See. Diese soll im April oder Mai folgen, sagt Grünflächenamtsleiter Rolf Geiger. Ein Konzept zu einer moderneren Bepflanzung habe die Stadtgärtnerei bereits erstellt. Schon früher werden drei rotblühende Kastanien gepflanzt. Ursprünglich waren vier geplant, aber wegen Sicherheitsbedenken der Feuerwehr habe man sich entschieden, die Zahl zu reduzieren, sagt Geiger. Dafür ist er zuversichtlich, dass sich die Bäume gut entwickeln werden. Im Vergleich zu den für die Umbauarbeiten gefällten Bäumen, werden die Kastanien mehr Platz für ihr Wurzelwerk haben. Dadurch dass der Standort weiter in Richtung der Häuser verlegt wurde, sei der Platz nach unten hin nicht durch den Ufersammler begrenzt.

Zur neuen Gestaltung gehören ebenfalls modernisierte Abfalleimer, die in den nächsten Wochen eingebaut werden sollen sowie neue Leuchten, die die zurzeit noch provisorische Beleuchtung dann ablösen werden. Sie sollen die Promenade gut ausleuchten, zum Wasser hin aber deutlich weniger Strahlkraft haben, als die jetzigen Laternen, um die Spiegelung von der Wasseroberfläche zu reduzieren. Die Besonderheit: Integriert in die Leuchten sind Module, die künftig ein WLAN-Netz auf der Promenade bereitstellen. Bis dieses allerdings in Betrieb geht, ist noch Geduld gefragt: Erst nach Fertigstellung des Landungsplatzes, die für das Frühjahr 2019 geplant ist, wird auch das mobile Internet freigeschaltet. Doch auch schon ohne diesen Service, zieht die Promenade schon jetzt wieder die Massen an.

Nur kurz Ärger mit Wirten

Als die Baustelle Mitte Oktober eingerichtet wurde, gab es mehrere Beschwerden der Wirte an der Uferpromenade. „Noch vor den Herbstferien und bei diesem guten Wetter wird dem Restaurant Paganini sowie den übrigen Gaststättenbetreibern die Geschäftsgrundlage entzogen“, schrieb Thomas Bieler, Rechtsberater des Restaurants "Paganini", damals an die Redaktion und kündigt eine Klage die Stadt an. Ein Verfahren habe es anschließend tatsächlich gegeben, wie Baubürgermeister Längin einräumt. Ansonsten hätten zahlreiche Gespräche von ihm und Oberbürgermeister Jan Zeitler mit den Gastronomen dafür gesorgt, dass sich der Ärger auf den November begrenzte, und sich das Problem "relativ schnell in eine normale Thematik umformen lassen" habe. "Uns war es von Anfang an wichtig, den Wirten so viel Saison wie möglich zu geben." (mde)

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