Überlingen Erster Abschnitt der B-31-Umgehung bei Überlingen soll bald fertig sein

Ende Mai oder Anfang Juni soll der erste Teilabschnitt der B 31-neu bei Überlingen freigegeben werden. Alles hängt vom Wetter ab. Die komplette Umfahrung soll bis zur Landesgartenschau 2020 fertig sein.

Das Zeitfenster steht. Doch ein konkretes Datum für die Freigabe des ersten Teilabschnitts der B 31-neu zwischen Tierheimkreuzung und Abig-Knoten konnte auch Regierungspräsident Klaus Tappeser bei seinem Baustellenbesuch am Dienstag noch nicht nennen. Doch ob es noch Ende Mai reicht oder Anfang Juni wird, sagte Projektleiter Jens Kehrer, hänge ganz entscheidend vom Wetter ab. Dafür bekräftigte der Regierungspräsident noch einmal dezidiert die Einhaltung des Versprechens, das er bei der Amtseinführung von Oberbürgermeister Jan Zeitler gegegeben habe: "Ich habe versprochen, die Umfahrung Überlingens wird fertig bis zur Landesgartenschau im Jahr 2020."

Tappeser: "Wir machen uns also selber Mut."

Der gestrige Pressetermin habe vor allem eines zeigen sollen, "nämlich, dass wir dies schaffen". Tappeser: "Wir machen uns also selber Mut." Die Behörde wolle damit zugleich auch der Bevölkerung signalisieren, "dass das funktioniert, dass es gut funktioniert bis 2020". Es werde dann keine Baustelle mehr geben. Die Gesamtkosten für das rund 4,5 Kilometer lange Stück lägen nach wie vor bei rund 34,4 Millionen Euro. Davon entfielen lediglich rund 150 000 Euro auf Stadt und Landkreis für die Herstellung der Übergänge ans untergeordnete Straßennetz. 

Erstaunt über die Präzision beim Zusammenfügen der Puzzleteile: Regierungspräsident Klaus Tappeser.
Erstaunt über die Präzision beim Zusammenfügen der Puzzleteile: Regierungspräsident Klaus Tappeser. | Bild: Hanspeter Walter

Neben der gewünschten weiträumigeren Umfahrung der Stadt durch den Transitverkehr sei es auch erklärte Absicht, den Ziel- und Quellverkehr der Stadt sinnvoll anzubinden. "Wir reden gerade mit der Stadt Überlingen über Leitsysteme, die wir auch für die Gartenschau brauchen und an der Bundesstraße installieren, damit auch der Parksuchverkehr sinnvoll gelenkt werden kann", sagte der Regierungspräsident. 

Aufbringen der Deckschicht

Die Fertigstellung des ersten Abschnitts ist indessen greifbar. Wobei die Verkehrsführung in West-Ost-Richtung nach wie vor über Aufkirch und die aktuelle B 31 verlaufen soll, um Probleme bei der Überleitung auf den nächsten Bauabschnitt am Burgberg zu vermeiden. "Wir brauchen noch die kommende Woche zum Aufbringen der Deckschicht", erklärte Projektleiter Kehrer auf die Frage nach einem Freigabetermin für den ersten größeren Streckenabschnitt. Auch für die gesamten Markierungsarbeiten sei mindestens eine ganze Woche erforderlich. "Dafür muss es allerdings längere Zeit trocken sein", sagte Kehrer. Gegebenenfalls könne das noch Ende des Monats abgeschlossen werden, möglicherweise werde es Anfang Juni. 

Nur zwischen den Anschlüssen am Andelshofer Weiher und dem Abig-Knoten wird es einen Fahrbahnteiler und vier Fahrstreifen geben.
Nur zwischen den Anschlüssen am Andelshofer Weiher und dem Abig-Knoten wird es einen Fahrbahnteiler und vier Fahrstreifen geben. | Bild: Hanspeter Walter

Der Streckenabschnitt zwischen Tierheimkreuzung und Andelshofer Weiher wird einbahnig mit drei Fahrstreifen sein, lediglich das folgenden Stück bis zum Abig-Knoten wird mit einem Fahrbahnteiler getrennt und insgesamt vier Fahrstreifen haben, da hier auch die Einfädelspuren berücksichtigt werden müssen.

Neun Meter tiefer als bisher

Regierungspräsident Klaus Tappeser sprach auch das Thema Lärmschutz an. "Lärm, den man nicht sieht, hört man auch nicht", formulierte er einen Grundsatz, nachdem man bei der Geländemodellierung und der Aufschüttung von Lärmschutzwällen gehandelt habe. Neun Meter tiefer als bisher liege die Fahrbahn bei Andelshofen und Kogenbach. Obwohl damit alle gesetzlichen Richtwerte eingehalten würden, habe er bei seinem Besuch vor einem Jahr mit der zusätzlichen Plexisglaswand an der Brücke noch ein Zugeständnis gemacht, das für den Bund angesichts der Gesamtsumme kaum ins Gewicht falle. Aus immissionsrechtlichen Gründen wäre das gar nicht erforderlich gewesen, beteuerte Tappeser. Alles, was jedoch noch weiter darüber hinausgehe, müsse die Stadt als Freiwilligkeitsleistung finanzieren. 

Stark abgesenkt verläuft die Trasse bei Kogenbach. Über die Brücke wird der Radweg in die Stadt verlaufen.
Stark abgesenkt verläuft die Trasse bei Kogenbach. Über die Brücke wird der Radweg in die Stadt verlaufen. | Bild: Hanspeter Walter

Mit seiner Massenbilanz konnte Jens Kehrer zugleich einige "Gerüchte", wie er sagte, ausräumen, die immer wieder in Umlauf seien. "Wir haben sämtlichen Aushub, der angefallen ist, im Bereich der Baustelle wieder verwendet", betonte der Projektleiter: "Wir haben keinen einzigen Kubikmeter abtransportiert."

Auch bei den Prognosen der künftigen Verkehrsströme reagierte Kehrer auf Nachfrage auf einige aktuell kursierende Aussagen – insbesondere zu der Frequenz auf der Owinger Straße. "Wir werden Überlingen natürlich über den vierstreifigen Bereich zum Abig-Knoten und Richtung Lippertsreuter Straße ausweisen", erklärte der Projektleiter: "Doch es wird auch mehr Verkehr auf der Owinger Straße geben. Das steht ja schon im Planfeststellungsbeschluss." Es sei dann an der Stadt, hier den erforderlichen Ausbau Geh- und Radweg vorzunehmen. Bislang sei die Owinger Straße jedoch auch als Umstreckung dringend benötigt worden.

 

Wie geht's weiter?

Nach der Baustelle ist vor der Baustelle. Begonnen, aber nicht mehr vor der Landesgartenschau fertiggestellt werden wird der geplante neue Anschluss von der Rengoldshauser Straße an die B 31 bei Nußdorf. Bis Ende 2019, kündigte Regierungspräsident Klaus Tappeser an, werde seine Behörde ein überschaubares und vertretbares Bündel an Varianten für den Abschnitt Meersburg – Immenstaad beim Verkehrsministerium einreichen. "Die Bürgerbeteiligung hat auch Grenzen", nahm er auf die Kontroverse zwischen Hagnau und Meersburg Bezug. Eine "Null-Lösung" komme nicht in Frage angesichts des enormen Verkehrsaufkommens. "Es ist unzumutbar, diese Belastung für Mensch und Natur fortbestehen zu lassen." Allerdings dürfe man sich keine Illusionen machen. Der Planfeststellungsbeschluss für den aktuellen Bauabschnitt sei 2010 rechtskräftig geworden und 2020 sei die Strecke befahrbar. Vor 2030 könne man daher auch im Mittelteil auf keinen Fall mit einer Inbetriebnahme rechnen.

Handlungsbedarf sieht Klaus Tappeser auch im Osten des Bodenseekreises. Wenn Bayern die B 31 bis zur Landesgrenze vierspurig ausbaue, "müssen wir den Verkehr dort abholen". Über das "wie" will der Regierungspräsident allerdings nichts sagen. Da die Strecke nicht im vordringlichen Bedarf des Bunds ausgewiesen sei, müsse man sie wohl "mit Bordmitteln" finanzieren. (hpw)

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