Überlingen Entscheidung für Kletterzentrum des Alpenvereins vertagt

Der Überlinger DAV-Vorstand sagt die für Freitag anberaumte Mitgliederversammlung ab. Planung und Kosten für das neue Kletterzentrum des Alpenvereins sind noch nicht verlässlich genug. Die Stadt erwartet eine Zusage bis zur Gemeinderatssitzung am 27. September.

Die Überlinger Sektion des Deutschen Alpenvereins gibt gerne Gas. Doch das Tempo, in dem der größte Sportverein der Stadt eine Alternative zum bisherigen Konzept für ein "Vereins- und Kletterzentrum" entwickeln , die Kosten und Finanzierung sicherstellen sowie das Plazet der 2.750 Mitglieder einholen wollte, überstieg doch die Kräfte und das Machbare. Da zu der für Freitag, 15. September, vorgesehenen außerordentlichen Mitgliederversammlung weder alle Planungsalternativen noch eine gesicherte Finanzierung vorgelegt werden konnten, sagte der DAV-Vorstand die Versammlung ab und bittet seine Basis um Verständnis.

"Wir möchten nicht unvorbereitet und ohne aussagekräftige Zahlen vor Sie treten", begründet der Vorsitzende Klaus Haberstroh die Absage im Schreiben an die Mitglieder. "Schließlich handelt es sich um eine weitreichende Entscheidung über die Zukunft unseres Vereins." Mit dieser Begründung werde der Verein nun auch der Stadt entgegentreten. "Wir möchten um mehr Zeit bitten, aber auch klar kommunizieren, dass der Verein höchstwahrscheinlich nicht in der Lage sein wird, dieses Projekt allein zu stemmen", heißt es weiter. "Wir hoffen, dass es die Möglichkeit gibt, erneut in Verhandlungen zu treten und herauszuarbeiten, wie die Stadt ihren größten Verein bei der Umsetzung eines so wertvollen Vorhabens unterstützen kann."

Nachdem die erhofften Synergien im Verbund mit der großen Sporthalle realisiert werden können, hat die Stadt dem Verein ein angrenzendes Grundstück in Erbpacht angeboten, auf dem der DAV ein eigenes Konzept kostengünstiger realisieren könnte. Allerdings erwartet die Kommune eine Entscheidung des Vereins rechtzeitig zur Sitzung des Gemeinderats am 27. September. Eine Zusage an die Stadt hätte nach den Vorstellungen des Vorstands "nur erfolgen können, wenn die Abstimmung über dieses Thema an der Mitgliederversammlung ein positives Ergebnis hervorgebracht hätte."

An der Mitgliederumfrage hatten sich bis zum Anfang der Woche 450 Personen beteiligt. Davon hätten sich 96 Prozent für eine Realisierung ausgesprochen, sagt Klaus Haberstroh. Allerdings seien 40 Prozent davon skeptisch, was die Umsetzbarkeit angeht. "Wir haben in der letzten Vorstandssitzung beschlossen", erklärt Haberstroh, "dass wir nicht bereit sind, mehr als 1,6 Millionen Euro zu investieren." Mehr sei nicht zu verantworten. Die Kostenschätzungen, die aufgrund der kurzen Planungszeit noch mit größeren Toleranzen behaftet seien, liegen zwischen 1,6 und 1,8 Millionen Euro. Der DAV wünscht sich für seine Umfrage weitere Stellungnahmen – auch von Nichtmitgliedern – und ist selbst nach wie vor überzeugt, dass die Halle für die ganze Stadt eine wichtige Bereicherung wäre.

Weitere Informationen unter www.dav-ueberlingen.de

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